Contra Frauenquoten

Die Krux liegt viel tiefer

15. April 2010, 18:54

Familie und Beruf unter einen Hut zu bringen - das sollte der Ansatz von Politik und Wirtschaft sein, meint Bettina Pfluger

Ein Text wie dieser kann nicht ohne Präambel begonnen werden. Daher sei vorweg festgehalten: Die Autorin dieser Zeilen hat nichts gegen Emanzipation und schon gar nichts gegen die Stärkung der Frauenrechte - danke an alle Geschlechtsgenossinnen, die dafür hart gekämpft haben. Aber Frauenquoten? Nein, danke.

In eine Spitzenposition gehievt zu werden - nur weil eine Quote erfüllt werden muss? Wer sagt, dass damit der Qualität einer Aufgabe Rechnung getragen wird? Einen Job zu bekommen, nur weil die im Gesetz vorgeschriebene Frauenquote erfüllt werden muss? Klingt nicht besonders reizvoll - weil es nämlich um viel mehr geht. Es geht darum, dass Frauen ob ihrer Leistung oft noch immer nicht anerkannt werden. Deshalb schaffen es nicht nur die wenigsten in die Pole-Position - auch auf der zweiten Ebene sind Abteilungsleiterinnen rar.

An diesem Punkt darf auch an den Equal Pay Day vor drei Tagen erinnert werden. Frauen mussten bis 13. April arbeiten, um auf die Jahresgage 2009 des Durchschnittsmannes zu kommen.

Eine Quote wird diese Probleme nicht lösen, zumal die Diskussion darüber ja auch schon einige Jahre auf dem Buckel hat. Zur "Quotenfrau" abgestempelt zu werden kann kein erstrebenswertes Ziel sein. Zumal die Krux viel tiefer liegt. Familie und Beruf unter einen Hut zu bringen - das sollte der Ansatz von Politik und Wirtschaft sein. Dann würden Karrieren von Frauen vielleicht weniger oft blockiert. (Bettina Pfluger/DER STANDARD, Print-Ausgabe, 16.4. 2010)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 44
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tucker maxxx
00
16.4.2010, 17:04

in meiner umgebung waren auch viele mädchen/frauen die nach dem studium die grosse karriere geplant hatten (so wie hier im forum) und auch begonnen haben. nach dem ersten kind aber von selbst "leiser traten" um mehr zeit mit dem/n kind/ern zu verbringen und der partner dafür umsomehr gas geben musste damit der lebensstandard beider erhalten blieb (das hat als nebenerscheinung eine oft gar nicht so geplante karriere der mannes zur folge - die meisten hingen mit dem studium hinterher oder brachen es überhaupt ab, quasi sogenannte faule hund´) später hatte gar keine mehr lust noch die grosse karriere hinzulegen und waren froh durch weniger verantwortung im job ein "unstressigeres" dasein zu haben.

Der Mensch der nachdenkt bevor er vordenkt
 
00
16.4.2010, 16:50
Familie und Beruf unter einen Hut

Frankreich: abgehakt. Funktioniert perfekt.
Und doch: Frauen haben auch dort bis zum Equal Pay Day arbeiten müssen, es gibt weniger Frauen im Parlament als in Ösiland, Abteilungsleiterinnen oder Direktorinnen noch weniger als in Ösiland.

Ergo ist die Patentlösung "Familie und Beruf" eben keine Patentlösung.

Im Übrigen genauso wenig wie Frauenquoten "patent" sind. Allerdings könnte man sie partiell durchaus einführen: Aufsichtsräte werden zum Beispiel keineswegs nach Verdienst besetzt, sondern nach Freunderlwirtschaft. Da macht es nix, wenn man Quotenfrau drin hat, solang eben 50% Frauen sind. Könnte Unternehmen menschlicher machen...

UND: Hätte gerne 50% Zwangsquote Männer im Schulbetrieb. Das könnte die Buben retten.

zwergleviathan
00
16.4.2010, 17:03
50% Frauen- UND Männerquote in ALLEN JOBS!

alles andere ist 6istische Diskriminierung eines der beiden Geschlechter

und weil das rein demographisch granicht möglich ist wäre es interessant welche Phänomene das hervorbringt

Com Pirx
30
16.4.2010, 13:33

Eine 50 Prozent-Quote bzw. das Reissverschlusssystem einführen. Dann hört sich der Quotenfrau-Vorwurf auf.

ravenna
01
16.4.2010, 16:56
Ist das ein klassischer Fall von Frauenlogik?

Com Pirx
00
16.4.2010, 20:56

Na, dann sieht jeder, dass es genau so viel Qotenmanderl wie -weiberl gibt.

henne57
01
16.4.2010, 16:23
was meinen sie damit?

hose auf - hose zu?

Toxo Logic
 
23
16.4.2010, 12:29

So lange sich die Männerseilschaften die Jobs untereinander vergeben, zählt kein Leistungsprinzip und die Frauen bleiben auf der Strecke.
Mit einer Quotenregelung bringt man diese Seilschaften in Bedrängnis, die guten Jobs für ihre Mitglieder werden rarer. Dadurch verlieren die Seilschaften an Bedeutung und das Leistungsprinzip gewinnt. Erst wenn es dann nur um Leistung geht, kann man Frauenquoten abschaffen.

tucker maxxx
12
16.4.2010, 16:51

im vergleich zu frauen netzwerken (zb "frau in der wirtschaft) ist mir zumindest eigentlich kein öffentlich geförtertes männernetzwerk bekannt

TheMarti
13
16.4.2010, 14:12
Dann bräuchte man auch Quoten für Männer, die keiner Seilschaft angehören

Sonst haben die bald überhaupt keine Chance mehr...
Am besten sollten gleich alle Jobs vom Staat zugeteilt werden.

Ausgeflippter Lodenfreak
13
16.4.2010, 13:20

Ihre Argumentation hat einen wichtigen Fehler: auch Frauenquoten sind Seilschaften und haben nicht mehr mit Leistung zu tun als andere Seilschaften. Durch mehr Frauen in Führungsposition wird sicher nicht mehr Leistung gebracht, darum geht es ja auch gar nicht.

student05
02
16.4.2010, 12:12
Frau an der Spitze

Es gibt da eine Partnerin bei BCG Wien, die eine absolute Bilderbuch-Karriere hingelegt hat. Ausserdem noch drei Kinder - die sie aber so gut wie nie gesehen hat. Und somit einen ähnlichen Lebensstil führt wie ein Mann ihrer Position. Dieser trade-off, Karriere vs. Kinder wird meiner Erfahrung nach von sehr vielen jungen Madln oft zugunsten der Kinder entschieden - vll dank sozialerer Ader, vll weil sie sich nicht so einseitig im Leben festlegen wollen wie so mancher Mann - geht natürlich auf Kosten einer Karriere, vermutlich aber zugunsten der Lebensqualität. Diese Imbalance zu lösen schafft auch die beste Quote nicht.
Und ich als Mann zweifle auch enorm obs sinnvoll ist zwecks Karriere sich krummzuschuften bei xyz Consulting / Banking.

zwergleviathan
01
16.4.2010, 17:01
männer entscheiden sich für eine Karriere

weil von der weiblichen Bevölkerung ein
kinder- und tierlieber Familienversorger mit maximalem Einkommen
gesucht wird

man könnte behaupten es liegt am Sexismus der den Männern die Rolle des Versorgers/Ernährers auf den Leib schreibt

und da in unserer Gesellschaft auch das versorgte Weibchen mit Goldschmuck beschenkt werden will und in einem großen Haus wohnen will und ein Auto braucht und und und und und .........
heisst die Devise: Malochen bis zum Umfallen für das Familienwohl

<Sarkasmus>

daß der Gatte dann für das Familieneinkommen tägl. 10h schuften geht ist allerdings total böse, schliesslich hat er gefälligst die Kinder mit zu erziehen

Schuld daran ist das Patriarchat mit seiner gläsernen Decke und dem Gender-Paygap
</Sarkasmus>

zwergleviathan
02
16.4.2010, 11:32
ich denke einer "fairen" Jobvergabe wäre es auch dienlich

diese wunderbaren sozialen Netzwerke aufzubrechen die für Personalentscheidungen zuständig sind

dann zeigt sich erst, daß es kein "Patriarchat" in dem Sinn ist, daß die Frauen hindert sondern die Seilschaften von Spezis und FreundInnen, StudienkollegInnen und Kriegskameraden

was denken sie denn wie Fr. Ederer es zur Siemens Österreich geschafft hat? (sie ist bei Siemens als Bilanzgift bekannt gewesen ergo kann die "Qualifikation" sicherlich nicht ausschlaggebend gewesen sein...)

oder wollens nur lieber auf "den Männern" herumzuhacken die Großteils selbst keine Chance haben jene Spitzenjobs zu erreichen? ist ein bisserl 6istisch, findens nicht?

ravenna
01
16.4.2010, 16:59
Ist doch völlig absurd

Diese immer wieder angeführten "Seilschaften" sind doch ohnehin nur für die absoluten Top-Jobs relevant. Nur dort ist doch nicht das wirkliche Problem. Wie kann man sich ganz oben Frauen erwarten, wenn es im Mittelbau, bei Abteilungsleiterpositionen, keine Frauen gibt? Und die Besetzung dieser Ebene läuft zumindest weitestgehend völlig ohne "Seilschaften" ab.

zwergleviathan
00
19.4.2010, 16:51
na dann erklärens bitte warum die "bösen Männerseilschaften" so real sind, während es die Frauenseilschaften nicht gibt?

und wie sollten ohne entsprechend große Netzwerke Männer andere Männer bei der Jobvergabe bevorzugen?

entweder es gibt diese "Clubs" oder aber es gibt sie nicht... geben tut es sie allerdings immer nur in misandrischen Argumentationssträngen, sobald man Frauen dieses Verhaltens bezichtigt ist plötzlich alles garnicht wahr....

btw: ich kenne keinen männlichen Personalentwickler/-referenten, wieso stellen also so viele Frauen in dieser Position so viele Männer ein?
(nein, die Personalmenschen entscheiden nicht, aber sie sortieren die Bewerber vor und legen jene vor die entsprechend qualifiziert sind...)
man sollte doch meinen daß Frauen andere Frauen unterstützen würden?

oder doch nicht?

und wenn nicht, warum?

ravenna
00
19.4.2010, 19:01

Wehalb soll ich etwas erklären, dass ich überhaupt nicht behaupte?

Kapieren Sie wenigstens selbst, was Sie so schreiben?

zwergleviathan
00
21.4.2010, 14:29
können sie nicht oder wollen sie nicht

sachlich bleiben?

haben sie das in ihrer Erziehung nie gelernt?

oder zeigens mir bittschön wo ich sie persönlich attackiert hab?

oder worum geht's denn eigentlich?

schimpfen sie auf andere hin weil sie eine andere meinung haben?

zwergleviathan
00
21.4.2010, 14:26
die Frage kann ich ihnen ganz eindeutig mit "Ja" beantworten

wissen sie es denn?

pecken's net gleich hin wie ein tollwütiges Hend'l, sie wurden opfer eines "verlesers"

oder wollen sie mich hier sexistisch angreifen?

Seria
02
16.4.2010, 11:02

Frauenquote: BLÖDSINN. Was gebraucht wird ist Gleichbehandlung nach Leistungsprinzip und wer dem Jobprofil am Besten entspricht soll den Job bekommen (in Ötziland ist dies natürlich der Neffe vom Chef, der Parteifreund, der Bundesbruder etc)

Ausgeflippter Lodenfreak
19
16.4.2010, 10:30

In diesen Genderdiskussionen wird immer von Parallelwelten gesprochen, die mit der Realität nichts zu tun haben. Z.B. Familie und Beruf unter einen Hut zu bringen ist auch für Männer unmöglich. Männer die wirkliche Karrieren machen, sehen ihre Kinder praktisch nie und nehmen nicht an ihren Leben Teil. Frauen, die Karriere machen, müssen sich also entweder um eine Betreuung für die Kinder kümmern oder sie wählen einen Partner der bereit ist, das zu übernehmen, statt einen mit viel Geld und Erfolg.
Um echte Karriere zu machen, muss man die richtigen Leute kennen, schleimen und ein wenig intrigieren und kämpfen, das gilt für Männer wie Frauen. Alle Vorteile von Männern sind mit nachteilen verknüpft, das sollten die Frauen bedenken.

Der Geist der Ahnung
 
02
16.4.2010, 11:54
Zitat: 'Familie und Beruf unter einen Hut zu bringen ist auch für Männer unmöglich.'

Ich würde sogar meinen, dass das für Frauen viel einfacher ist als für Männer. Die Wirtschaft hat erkannt, dass viele Frauen Teilzeitjobs wollen und bietet ihnen diese an, und zwar durchaus nicht nur im Niedriglohnbereich (zB – eigene Erfahrung: qualifizierte Teilzeit-Mitarbeiterinnen in Steuerberatung/Wirtschaftsprüfung). Für Männer gibt es dieses Angebot de facto nicht (man versuche mal, als Mann so eine Stelle wegen Kinderbetreuungspflichten in Teilzeit zu bekommen – viel Glück!). Feministinnen müssten daher mE im Fraueninteresse insbes darum kämpfen, dass Familie und Karriere gerade für Männer vereinbarer wird. Nur wenn Teilzeit auch bei Männern akzeptiert ist, können diese überhaupt erst Kinderbetreuungspflichten vermehrt wahrnehmen.

La Mamma
00
18.4.2010, 10:08
Skandinavien

Ja, Teilzeitarbeit für Eltern wäre wirklich förderungswürdig. Irgendein steuerliches System, dass dies für beide Elternteile so fördert, dass die Wirtschaft solche Leute bevorzugt einstellt, werden unsere Politiker wohl auch schaffen.

stefan81
00
16.4.2010, 10:28

vernünftige worte. 100% zustimmung.

Johann Hunger1
07
16.4.2010, 10:21
9 Jahre Hausmann, mit zwei Kindern!

Meine Erfahrung und Meinung: Es sollte einer bei den Kindern bleiben! Dadurch steigen die Löhne, und es gibt in Europa keine Arbeitslosen. Weiters kann man sich dadurch in der Schule, Sportvereinen, Kindergarten usw. mehr einbringen und helfen wenn Not an Frau und Mann ist. Die Wochenenden sind dann auch ruhiger, weil Wäsche, Einkauf, Putz, Bügelwäsche usw. schon fertig sind. Was noch sehr wichtig ist: Zeit für den Partner zu haben, denn, das geht leider immer bei diesen Diskussionen verloren.

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