Am Samstag ist Record Store Day.
2007 verwirklichten die US-amerikanischen Musikfreaks Chris Brown, Eric Levin, Michael Kurtz, Carrie
Colliton, Amy Dorfman, Don Van Cleave und Brian Poehner erstmals ihre Idee. Sie zelebrierten in den USA den ersten Record Store Day. Die Idee dahinter: Die Bedeutung unabhängiger Plattenläden für die Musik, die Musiker und deren Fans zu unterstreichen, zu würdigen und zu feiern. Gerade in Zeiten, in denen "die Liebe zur Musik" sich bei vielen nur noch in Form gefladerter mp3s niederschlägt.
2010 ist der Record Store Day ein weltweites Phänomen und wird jeweils am dritten Samstag im April begangen. Die Initiative will vor allem auch Plattenläden als soziale Treffpunkte von Musikfans unterstreichen. Orte, an denen man an sich stundenlang Platten und CDs anhören und sich darüber austauschen kann. Quasi High Fidelity in Reinkultur.
Und Gründe zum Partizipieren an diesem Tage gibt es reichlich. Der Initiative ist es nämlich gelungen, von vielen Künstlern Veröffentlichungen zu bekommen, die extra für den Record Store Day aufgelegt werden. Limitiert, versteht sich und nur in den Läden zu kriegen, die am RSD mitmachen. Auf der Frontpage der Homepage des RSD lässt sich ein pdf öffnen, dass das heurige Angebot zeigt. Ich fang hier gar nicht erst an, da einzelne heraus zu picken, man könnte jedenfalls ein paar Meter Regal damit füllen. Sabber! Lechz!
In Österreich machen leider und unverständlicherweise nur zwei Plattenläden mit, das Wiener Substance und das Grazer Inandout Records. Was unter anderem zu jener grausamen Ironie führt, dass man hierzulande gezwungen ist, online zu versuchen, diverser Schmankerln - natürlich gnadenlos überteuert - habhaft zu werden. Damit unterstützt man also wieder nicht die Record Stores, sondern jene virtuellen Händler, die diesen das Leben schwer machen.
(Karl Fluch, derStandard.at, 15.4.2010)
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