Kinderwunsch

Embryos aus DNA von drei Menschen geschaffen

15. April 2010, 12:53
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    foto: apa/patrick pleul

    Der geschaffene Embryo enthält die Gene beider Eltern und eine kleine Menge mitochondrialer DNA, der gespendeten Eizelle.

Vererbung genetischer Erkrankungen soll ausgeschlossen werden - In Großbritannien ist die Durchführung dieser Form der künstlichen Befruchtung derzeit nicht erlaubt

Newcastle upon Tyne - Wissenschaftler der Newcastle University haben Embryos geschaffen, die die DNA von einem Mann und zwei Frauen enthalten. Mit diesem Verfahren soll es Frauen mit seltenen genetischen Erkrankungen ermöglicht werden, gesunde Kinder zu haben, erklärte das Forscherteam um Doug Turnbull in der Fachzeitschrift Nature.

Ziel ist es zu verhindern, dass die geschädigte DNA der Mitochondrien von der Mutter weitergegeben wird. In Großbritannien ist die Durchführung dieser Form der künstlichen Befruchtung in Kliniken derzeit nicht erlaubt. Eines von 200 Kindern wird jedes Jahr mit Mutationen der mitochondrialen DNA geboren. In den meisten Fällen kommt es nur zu leichten Erkrankungen, die fallweise auch zu keinen Symptomen führen.

Fehlerhafte Mitochondrien

Eines von 6.500 Kindern leidet jedoch unter einer mitochondrialen Erkrankung, die zu schweren und oft tödlichen Erkrankungen wie Muskelschwäche, Blindheit oder Herzversagen führen kann. Die Wissenschaftler haben ein Verfahren entwickelt, das es ihnen potenziell ermöglichen würde, die fehlerhaften Mitochondrien während der künstlichen Befruchtung zu entfernen.

Das von der Muscular Dystrophy Campaign, dem Medical Research Council und dem Wellcome Trust finanzierte Forschungsprojekt, nutzte frisch befruchtete Eizellen, die bei einer künstlichen Befruchtungen übrig geblieben waren. Die Kerne des Spermas des Vaters und der Eizelle der Mutter wurden entfernt.

Die fehlerhaften Mitochondrien wurden ausgespart. Die Kerne wurden in eine andere Eizelle eingefügt, deren Kern entfernt worden war, die jedoch Mitochondrien enthielt. Der so geschaffene Embryo enthielt die Gene beider Eltern und eine kleine Menge mitochondrialer DNA, der gespendeten Eizelle.

"Austausch des Akkus"

Turnbull verglich das Verfahren mit dem Austausch des Akkus bei einem Notebook. Die Energieversorgung funktioniere jetzt richtig, keine der Informationen auf der Festplatte sei verändert worden. Ein so entstandenes Kind verfügte über gesunde Mitochondrien und all die genetischen Informationen des Vaters und der Mutter.

Insgesamt schuf das Team 80 Embryos. Sie wurden bis zu acht Tage lang im Labor im Rahmen einer Lizenz der Human Fertilisation and Embryology Authority (HFEA) kultiviert. Das Team plant weitere Untersuchungen zur Überprüfung der Sicherheit und Effektivität des Verfahrens. Eine Lizenz zur Durchführung der Studie wurde vor der Genehmigung vor fünf Jahren zwei Mal abgelehnt.

Genetische Veränderungen dauerhaft

Die Wissenschaftler argumentieren, dass die DNA der zweiten Frau im Vergleich mit den mindestens 23.000 von einem Elternteil vererbten Genen in nur wenigen Genen enthalten sein würde. Obwohl die genetischen Veränderungen nur gering sind, wären sie dauerhaft und würden von einer Generation zur nächsten weitergegeben. (pte)

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UnleashThePiece
 
00
19.4.2010, 17:22
..

Bin zwar selbst Biotechnologe.. aber das ist nicht gut was gerade in Sachen genetische Mutation so passiert auf unserem Planeten..

Fritz Meyer
15
16.4.2010, 06:51
Es gab einmal eine Umfrage bei amerikanischen Frauen...


wieviele ein Kind mit Neigung zu Übergewicht hätten, wenn man das genetisch vorher ausschliessen könnte.

Eine Mehrheit hätte das schon damals nicht gewollt.

Schade, dass die Umfrage nicht auch noch wissen wollte, ob rothaarige, linkshändige oder kahlköpfige Nachkommen genauso unerwünscht sind.

In Indien und China kann man schon heute sehen, was passiert, wenn bestimmte verquere Masstäbe vor allem männliche Nachkommen bevorzugen.

Fritz Meyer.

Lorelei Sonnenschein
00
16.4.2010, 15:40
...ja, stimmt...

...dass in Indien zb Frauen einem gewissen Gott geweiht werden, die dann gratis für alle, nach Sonnenuntergang zum Missbrauch zur Verfügung stehen müssen, Frauen die von der ganzen männlichen Verwandschaft geteilt werden, weil es durch die tolle "nur Jungs sind gut-Einstellung) mittlerweile zu wenig Mädchen gibt...

In China wird es nicht besser sein...verkaufen diese noch immer ihre Mädchen als Hausmädchen/Prostituierten, wenn diese nicht vor/nach Geburt getötet werden?

gärtner
00
15.4.2010, 20:01

ich dachte spermienkern und eikern verschmelzen bei der befruchtung zu einem, wie kann man die dann noch getrennt übertragen?

phaidros
03
16.4.2010, 08:38

streng genommen ist eine befruchtete eizelle tatsaechlich eine, in der die verschmelzung des erbmaterials schon stattgefunden hat. da gibts ein bisschen begriffliche ungenauigkeiten. nach dem eindringen des spermiums dauerts aber ein bisschen bis zur verschmelzung, weil die eizelle erst nochmal eine meiose durchlaueft.

phaidros
00
15.4.2010, 21:04

steht eigentlich ziemlich gut im artikel beschrieben.
aus einer frisch befruchteten eizelle werden eikern und spermakern entfernt und in eine entkernte andere eizelle mit mitochondium uebertragen.

Chris Quast
31
15.4.2010, 19:30

des burli, hat links und rechts 3 ohrli. oder was kommt dann raus.

naja keine sorge irgendwo wird so ein liebes kleines sicher ausgetragen.

und spätestens in den 20igern, wird es erste menschliche chimären geben.

Chien de Pique
00
15.4.2010, 23:23

Es soll gerade ein gesundes Kind herauskommen, kein zu einem kurzen, qualvollen Dasein verdammtes.

contains sugar
02
16.4.2010, 12:43

und warum kriegt man dann nicht einfach keines?

Chien de Pique
01
16.4.2010, 19:02
Wir gehen aber davon aus, DASS ein Kind erwünscht ist, ein lebhafter Kinderwunsch besteht. Was dann?

Bei manchen Krankheiten wie Duchenne würde es ja reichen, Jungen abzutreiben und nur Mädchen zu bekommen/nur weibliche Föten zu implantieren...

Präimplantationsdiagnostik, wie bei Chorea Huntington, das sie autosomal-dominant mit 50% Chance weitergeben?

Kommt mir alles nicht erfreulicher vor als ein solcher neuartiger Eingriff. Der erzwungene Verzicht auf ein Kind ist klassische Eugenik.

Man könnte adoptieren, aber da sind ja bekanntlich vielfach die Bestimmungen und Usancen ein Hindernis
Für Frauen/Paare, die sich brennend Kinder wünschen, ist ein Verzicht auf das Kind einfach keine Option. Was dann?

contains sugar
00
18.4.2010, 22:55

ECHTE HILFE wäre:
diesen paaren die adoption zu erleichtern. diesen menschen zu helfen, kinder zu bekommen GANZ OHNE gendefekt.
PLUS: kinder, die keine eltern haben, hätten plötzlich welche.

wenn dir eine menschlichere lösung einfällt, bitte mitteilen.

contains sugar
00
18.4.2010, 22:53

und was hier betrieben wird, ist eine neue art der eugenik - und um einiges unmenschlicher als die frühere form.

Chien de Pique
12
16.4.2010, 18:55
Irgendwie verstehe ich Sie nicht bzw. stehe auf der Leitung. Sie würden also, lieber als Gene zu reparieren, riskieren, dass das Kind in seiner Schulzeit zum

Pflegefall wird und in Falle der diversen Mitochondriopathien elend zugrunde geht, mit Krampfanfällen, blind, taub, dement oder bewegungsunfähig?
Oder würden Sie dafür extra den Partner nach genetischen Kriterien aussuchen?
Als Frau haben Sie hier schlechte Karten, da die mtDNA eben von der Mutter kommt.

Lorelei Sonnenschein
02
16.4.2010, 15:33
...das frage ich mich auch...

...warum mit Gewalt und mit allen Mitteln...Frauen können auch ohne Kinder (aus eigenem Fleisch und Blut) ein erfülltes und sinnvolles Leben haben.

contains sugar
00
18.4.2010, 22:56

vollkommen richtig. für solche paare wäre es dringend nötig (sollte es ein echtes anliegen sein, ihnen zu helfen), das adoptionsrecht zu ändern.
dann könnten sie sich wirklich frei entscheiden, welche der möglichkeiten sie wählen wollen.

Chocoholic
01
16.4.2010, 17:11
Das kann ich nur vollinhaltlich bestaetigen!

Uljanov-Blank
00
15.4.2010, 18:34
wenn das Kind

von allen drei nur die schlechten eigenschaften beerbt....

Blub Bluber
00
15.4.2010, 16:51

Kultiviert... soso...

Lorelei Sonnenschein
107
15.4.2010, 15:41
...kommt das nur mir...

...abartig, unheimlich und widerlich vor?


...sie züchten also Babies im Labor...und töten diese dann, wenn fertig mit testen und untersuchen?

Angelika70
00
21.4.2010, 08:24

Hier geht es nicht um Babies.

phaidros
11
15.4.2010, 20:14

wo gehts da um babies?

Daniel XYZ
28
15.4.2010, 19:06

nach ihrer logik sind frauen genauso widerlich, weil diese jeden monat einen halben embryo die tolette runter spülen.

Lorelei Sonnenschein
00
16.4.2010, 14:07
...war...

...das witzig gemeint?

Für Sie ist also ein Laborversuch das selbe, wie der natürliche weibliche Zyklus?

Na Grüss Gott und *kopf-schüttel*

gärtner
10
15.4.2010, 20:05

embryonenforschung ist frauenrecht.





Clemens Schwarz
01
15.4.2010, 20:25
wenn die reproduktion endlich in männerhand ist, dann können wir endlich an das nächste projekt gehen

wir schaffen die frauen ab, die brauchen wir dann nicht mehr.

Wie gefällt ihnen diese vision.

Embryonenforschung wird weder frauen noch männerrecht sein, da es nie um das leben geht, sondern, wie sie im oberen beispiel sehen immer auch als mittel zu manipulation.

Würden sie den kaiserschnitt auf bestellung auch als frauenrecht ansehen?

vielleicht übersehe ich aber auch etwas und sie können mir ihren logischen schluss erklären, wie sie frauenrecht und recht auf leben vereinigen.

Ich bin auch keine abtreibungsgegner mit gehen nur pauschalaussagen auf den sack, die die machstruktur hinter solchen techniken übersehen.
es gibt einen bummerangeffekt, wie in der kürze nicht mehr zu bezahlenden medizin.

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