Europas Börsen tief im Minus

4. Mai 2010, 18:24

Griechenland-Krise belastet weiter

Wien - Die wichtigsten europäischen Aktienmärkte haben am Dienstag massive Kursverluste hinnehmen müssen. Bedenken, ob das jüngste Hilfspaket für Griechenland ausreicht, sorgten an den Börsen für eine Verkaufswelle. Zusätzlich kamen Spekulationen auf, dass Spanien einen noch viel größeren Kapitalbedarf haben könnte. Die Börsenindizes in Griechenland und Spanien sackten jeweils um mehr als fünf Prozent ab.

Regelrechte Aktien-Ausverkäufe gab es europaweit im Finanzbereich zu beobachten. Die spanischen Bankenaktien wie Banco Bilbao Vizcaya Argentaria (BBVA) und Santander rutschten um jeweils mehr als sieben Prozent an Kurswert ab. Unter den weiteren Bankenvertretern im Euro-Stoxx-50 rasselten auch die Titel von BNP Paribas, Credit Agricole, ING, Iberdrola, Intesa San Paolo, Societe Generale und UniCredit um mehr als fünf Prozent nach unten.

In Zürich verbilligten sich UBS um 5,05 Prozent auf 16,18 Franken. Nach Aussagen von Finanzvorstand John Cryan ist eine Dividendenzahlung für 2010 weniger wahrscheinlich. Die Schweizer Großbank kommt jedoch zunehmend besser aus der Krise und erzielte zum Jahresauftakt den zweiten Quartalsgewinn in Folge.

In London standen Minenaktien auf den langen Verkaufslisten der Anleger weit oben. Vor dem Hintergrund der von der australischen Regierung geplanten höheren Gewinnbesteuerung von Bergbaukonzernen brachen BHP Billiton um 7,92 Prozent auf 1.865 Pence ein. Rio Tinto verbuchten ein sattes Minus von 6,41 Prozent auf 3.162,50 Pence.

BP sackten um 2,95 Prozent auf 558,50 Pence ab. Der Ölkonzern versucht weiterhin erfolglos, das Leck der im Golf von Mexiko gesunkenen Ölplattform zu schließen. Schätzungen über die Gesamthöhe der Kosten nach dem Untergang der Bohrinsel "Deepwater Horizon" hat BP bisher nicht veröffentlicht. Experten prognostizieren den Schaden auf bis zu 14 Milliarden Dollar.

Adidas legte im Vorfeld der Fußball-Weltmeisterschaft Zahlen zum ersten Quartal vor. Der Sportartikelhersteller erhöhte seine Margenziele und sieht weiterhin eine Erholung bei seiner Tochter Reebok. Die Papiere rutschten in einem schwachen Gesamtmarkt um 4,46 Prozent auf 43,23 Euro ab. (APA)

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