Haut

Falsch behandelte Neurodermitis hat Konsequenzen

15. April 2010, 10:35
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    foto: apa/oliver berg

    Eine gestörte Hautbarriere erleichtert Allergenen das Eindringen in den Körper.

Infektionen und Allergien können bei richtiger Therapie verhindert werden - Ausbildung von Neurodermitistrainern hat in Österreich begonnen

Wien - Die häufige Hauterkrankung Neurodermitis ist nicht nur unangenehm, sondern kann bei mangelnder oder fehlerhafter Therapie auch schwere Konsequenzen wie Infektionen oder Allergien nach sich ziehen. Eine konsequente, individuelle und der Schwere der Symptomatik entsprechende Behandlung ist daher ebenso wichtig wie die Mitwirkung der Betroffenen an der Therapie, raten Experten in Wien.

„Die Neurodermitis ist eine Hauterkrankung, und diese sollte daher auch vom Hautarzt oder der Hautärztin behandelt werden. Die Krankheit verlangt nach einer individuellen, phasengerechten Therapie, die in die Hände von Spezialisten gehört", betont Beatrix Volc-Platzer, Präsidentin der Österreichischen Gesellschaft für Dermatologie und Leiterin der Arbeitsgruppe Kinderdermatologie, die Zuständigkeiten in der Neurodermitis-Therapie, anlässlich des letzten Kinder-Haut-Tages in Wien.

Fehlbehandlung steigert Allergie-Risiko

Volc-Platzer: „Mit der richtigen Auswahl und Anwendung von Cremes und Salben kann man die gestörte Barrierefunktion der Haut wenigstens teilweise kompensieren. Darüber hinaus muss man jedoch auch die Entzündung behandeln. Am schnellsten wirkt lokal aufgetragenes Cortison. Bei Abklingen der akuten Entzündung kann es ganz oder teilweise durch die so genannten Calcineurininhibitoren ersetzt werden, Substanzen, die gezielt bestimmte Funktionen des Immunsystems beeinflussen." Eine konsequente und individuell abgestimmte Therapie mildert auch den Juckreiz. Vor allem reduziert die Therapie jedoch das Risiko, dass Kinder mit Neurodermitis schwere Allergien entwickeln. Denn durch die gestörte Hautbarriere können Allergene leichter in den Körper gelangen und zur Sensibilisierung führen.

Neue Schulung für Eltern und Kinder

Wichtig ist in der Behandlung der Neurodermitis auch die Mitarbeit der Betroffenen. Die Voraussetzung dafür ist Information. Spezielle Programme sollten Eltern und Kinder befähigen, unter ärztlicher Anleitung das „Management" der Erkrankung weitgehend selbst zu übernehmen.

„Die Ausbildung von Neurodermitistrainern hat auch in Österreich begonnen, und die Österreichische Gesellschaft für Dermatologie und Venerologie fördert derzeit die Ausbildung von Hautärzten nach dem Programm der AGNES (Arbeitsgemeinschaft Neurodermitisschulung)", sagt Volc-Platzer. Dabei werden Ärztinnen und Ärzte selbst zu Neurodermitistrainern ausgebildet. Diese schulen Eltern von Neurodermitispatienten und größere Kinder und Jugendliche. Im September dieses Jahres wird eine Schulung von Eltern von Neurodermitiskindern im Alter zwischen 0 und 7 Jahren erstmals auch im Donauspital in Wien angeboten. Betroffene bzw. deren Eltern erhalten unter der Telefonnummer 28802-4103 (Sekretariat der Dermatologischen Abteilung im Donauspital) nähere Informationen.

Gestörte Barrierefunktion -- Selbtausheilung möglich

Bei der Neurodermitis handelt es sich um eine komplexe, oft chronisch-rezidivierende Hauterkrankung , so Volc-Platzer. Die Barrierefunktion der Haut ist gestört und kann damit ihrer Schutzfunktion nicht mehr voll gerecht werden. Dazu kommt die Fehlfunktion des Immunsystems. Die intensive Forschung, die dieser häufigen Erkrankung in den letzten Jahren gewidmet wurde, hat mittlerweile viele Zusammenhänge und Hintergründe geklärt. Bei mehr als 30 Prozent der Betroffenen kennt man den Defekt in der Oberhaut, der Epidermis. „Es handelt sich um einen Defekt des Proteins Filaggrin, der weitreichende Folgen hat", sagt Volc-Platzer. „Die Haut-Barriere kann dadurch nicht vollständig funktionieren, wichtige Abwehrstoffe werden nicht oder nicht ausreichend gebildet, daher besteht ein erhöhtes Infektionsrisiko. Das betrifft sowohl bakterielle Infektionen als auch Viren wie Herpes oder das humane Papillomavirus. Außerdem verliert die Haut durch die gestörte Barriere an Feuchtigkeit und ist typischerweise trocken, juckt unerträglich und ist gerötet."

Bislang ist es zwar nicht möglich, die genetische Störung, die zu diesen Problemen führt, ursächlich zu beheben, man kann jedoch mit einer individuell abgestimmten und der Schwere der Symptome entsprechenden Therapie die Auswirkungen mildern. Und auf Zeit setzen, denn bei 60 Prozent der Betroffenen kommt es nach der Pubertät von selbst zum Abklingen der Symptome. (red)

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Posting 1 bis 25 von 69
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Potator
00
20.4.2010, 23:30
Unwissenheit und falsche Versprechen

Alte Märchen haben immer noch Hochkonjunktur (siehe Beiträge über Darmflora). Noch schlimmer: unsinnige Voodoo-Therapien (Homöopathie. Kinesiologie, Bioresonanz, Bachblüten und ähnliche esoterische Verfahren). Hier wird mit falschen Versprechen den Patienten oder ihren Eltern Geld aus der Tasche gezogen. Was viele nicht wissen: bei über 80% der Kinder heilt die Neurodermitis nach der Pubertät von selbst. Also Vorsicht vor den Rattenfängern!

contains sugar
00
21.4.2010, 23:09

und bis dahin? fleißig das gift-zeug vom hautarzt draufschmieren, damit die haut bis zur pubertät total geschädigt ist?

Klinge Ling
01
16.4.2010, 01:29

Ohne Werbung machen zu wollen, aber vielleicht bietet das für den einen oder anderen hier Hilfe: wie viele von Ihnen haben wir sehr lange Zeit ALLES versucht, die Neurodermitis los zu werden, waren bei dutzenden Schamanen, Wunderheilern und freilich Schul- und Alternativmedizinern, eine von Ihnen hat schließlich mittels kombinierter Bachblüten/Bioresonanztherapie wahre 'Wunder' gewirkt, lustigerweise eigentlich Kieferorthopädin:
Dr. Marianne Huber aus Enns

Godesberg
10
16.4.2010, 11:23

1. Das ist Werbung.

2. Lustig ist das eigentlich nicht, wenn eine Kieferorthopädin mit Unsinnsmethoden eine Neurodermitis behandelt. Ich stelle mir grade vor, wie das umgekehrt wäre.

contains sugar
00
21.4.2010, 23:10

klar, dir wäre lieber, wenn der oben genannte poster noch immer schwer krank wäre und es ihm nicht besser ginge, oder?

Godesberg
10
22.4.2010, 10:58

Mir ist es am liebsten wenn sich Hautärzte um die Haut und Kieferorthopäden um Kiefer kümmern.

Warum auch immer die Posterin keine Probleme mehr hat, an Bachblüten und Bioresonanz lag es zu 100% nicht. Statistik mit n=1 ist nicht wirklich sinnvoll.

Sie spielt mit den Hoffnungen von Erkrankten (auch wenn Sie vermutlich hehre Absichten hat).

Palm
01
15.4.2010, 22:56

Meiner Meinung nach hauptsächlich ein Darmproblem. Rate jedem zu einem Allergietest und Aufbau der Darmflora. Tochter 13 Monate hat ausgeprägte Neurodermitis. Begann mit Einführung der Beikost (natürlich Karotten) bei unreifem Darm. Sie reagiert auf Kuhmilch, Eier, Karotten, Getreide (Gliadin), Obst. Sie bekommt Stutenmilch und Hanfmilch (enthält Gammalinolen). Schreibe mir genau auf was sie zu essen bekommt und wann sie reagiert (meistens erst nach 6h). Körpercremes: Lavera Baby&Kinder Neutral Lotion (sehr gut), After Sun Lotion von Adler Pharma gegen Juckreiz (enthält Aleo Vera). Homöopathisches Mittel Okoubaka C12 für Darmsanierung.

contains sugar
00
16.4.2010, 11:07

hat deine tochter je antibiotika bekommen? oder impfungen?

Palm
00
16.4.2010, 14:06

Ja, mit Antibiotika hat sie schon im Bauch Bekanntschaft gemacht und einmal als Baby. Impfungen bis dato nur Pneumokokken, eben wegen der Neurodermitisproblematik.

contains sugar
00
18.4.2010, 23:02

ja. neurodermitis ist eine kontraindikation zum impfen.
ich frage mich nur, was passiert wäre ohne antibiotika.
ich wünsch dir, dass du das gut hinbekommst mit deiner kleinen. hab selber 2 kinder und stelle mir das horrormäßig vor.

Godesberg
10
19.4.2010, 21:41

Nein. Neurodermitis ist keine Kontraindikation für Impfungen. Erzählen Sie nicht immer so einen Quatsch.

contains sugar
00
19.4.2010, 23:00

sagt der pharmareferent, der weiß, dass sich die neurodermitis durch impfungen festigt und der patient so ganz sicher dauerhaft medikamente benötigen wird.
ein schelm, wer dabei böses denkt.

dass die pharmaindustrie studien bezahlt hat, die diese machenschaften verdecken sollen, macht die fakten nicht weg.

Godesberg
10
19.4.2010, 23:48

Sehr bequem. Alles was Ihnen nicht passt ist gekauft.
Das erspart eine Menge inhaltliche Auseinandersetzung.

Godesberg
00
22.4.2010, 10:58

Und wieder: lieber ein roter Strich als eine inhaltliche Aussage zu dem Thema.

Godesberg
10
19.4.2010, 17:03

Nein. Neurodermitis ist keine Kontraindikation. Reden Sie nicht dauernd von Dingen, von denen Sie keine Ahnung haben. Genau solche tendentiösen Falschinformationen, vorgetragen mit der Selbstsicherheit des Ahnungslosen, sind das Problem.

http://neurodermitis.dermis.net/content/e... x_ger.html

http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/18925883

contains sugar
00
19.4.2010, 23:01

du postest gerne seiten ohne impressum, damit man nicht sieht, wer die seite bezahlt hat.
das ist aber eh nichts neues.

Godesberg
10
21.4.2010, 09:38

Die erste Seite kommt von der Medizinschen Fakultät der Uni Heidelberg.

contains sugar
00
21.4.2010, 23:12

ist das nicht die, die herausgefunden hat, dass eine simple vitamin-b-creme bei neurodermitis besser wirkt als cortison und auch nachhaltiger?
die creme, über die du so schimpfst? ;)

Godesberg
00
22.4.2010, 11:06

Meinen Sie Regividerm?

Die wurde in einem untauglichen Versuch an der Uni Bochum getestet, meines Wissens nicht in Heidelberg.
Haben Sie da andere Informationen?

Haben Sie den Artikel zu Regividerm auf Esowatch nicht gelesen? Da steht sehr ausführlich drin, was davon zu halten ist.
Wenn Sie danach diese Salbe noch für ein sinnvolles Produkt halten, tun Sie mir ehrlich leid.

http://www.scienceblogs.de/weitergen... amkeit.php

Godesberg
10
19.4.2010, 23:45

Das zweite ist eine große Studie an der knapp 300 Wissenschaftler beteiligt waren.

Hermann Sadlo
 
03
15.4.2010, 20:19
Neurodermitis woher?

Ich bin 68 Jahre alt - im Alter von 5 Jahren war ich im alten AKH - Neurodermitis war nicht im Sprachgebrauch, sondern Endogenes Ekzem - es war nichts vorhanden als Desitin-Salbe. Dann wieder als Jugendlicher im Wilhelminen - der Primar war Vertreter der Gerson-Diät und die half auch (Cortison gabs in Wien noch nicht). Das nächste Mal haben die mich dort mit dem Periactin-Decatron beschossen, hab 15 Kilo zugenommen, es half, aber daheim war alles wie früher. Dann Ultralan, Prednisolon (hab Rezepte gefälscht um das zu bekommen).
Später bin ich daheim ausgezogen, hab geheiratet, dann sind nahe Angehörige gestorben und auf einmal war der Ausschlag weg. Warum?
Nach dem ganzen ist meine Haut heute nur mehr dünn wie Pergament - ist halt so.

contains sugar
00
16.4.2010, 11:06

deine "problemlösung" wurde in der psychotherapie oft beschrieben. ist der grund weg, weswegen man "ausschlägt", verschwindet der ausschlag. (um es in ganz kurze worte zu fassen.)

contains sugar
00
15.4.2010, 17:27
eine frage an alle, die das hier lesen:

hat jemand von euch schon einmal dieses regividerm probiert?

Godesberg
10
15.4.2010, 23:38

Tut mir leid contains sugar, aber die umfangreichste Dokumentation über Regividerm gibt es hier:

http://www.esowatch.com/ge/index.... Regividerm

Aber Sie halten das vermutlich wieder mal für ein Wundermittel?

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