Obama-Pläne

Raumkapsel "Orion" fliegt zur Erde, nicht zum Mond

14. April 2010 14:37

Massive Kritik an Umorientierung der US-amerikanischen Raumfahrt: "Langes Abrutschen ins Mittelmaß"

Washington - Nach heftiger Kritik an seinen abgespeckten Raumfahrtplänen lenkt US-Präsident Barack Obama zumindest teilweise ein. Das von ihm eigentlich schon zu den Akten gelegte Konzept der Orion-Kapsel, die Teil des gekippten Programms einer Rückkehr zum Mond war, soll nun doch realisiert werden - allerdings in stark überarbeiteter Form: Die Kapsel soll nun unbemannt von bereits verfügbaren Trägerraketensystem wie Delta oder Atlas zur ISS gebracht werden, wie aus der NASA verlautete. Mit ihr könnte die Besatzung in einem Notfall zur Erde zurückkehren. Dann wären die Amerikaner zumindest dabei nicht mehr auf die russische Sojus-Kapsel angewiesen.

Das verlautete am Dienstag aus Regierungskreisen - die neuen Pläne sollen vor einem Besuch Obamas in Cape Canaveral am Donnerstag offiziell vorgestellt werden. Neben der überarbeiteten Fortführung des Orion-Projekts soll die US-Raumfahrtbehörde NASA auch die Entwicklung einer Schwerlastrakete vorantreiben, die Fracht und eine Mannschaft weit hinaus ins All bringen könnte, wenngleich noch kein Ziel ausgegeben wurde.Die Rakete soll bis 2015 konzipiert und dann gebaut werden. Damit wäre sie einige Jahre früher einsatzbereit als im Constellation-Programm von Obamas Vorgänger George W. Bush geplant. 

Schritt zurück und Kritik

Obama hatte das ambitionierte Konzept, das den Bau einer Basisstation auf dem Mond als Sprungbrett zum Mars ermöglichen sollte, als unhaltbar verworfen. Stattdessen setzt der US-Präsident auf eine Privatisierung der Raumfahrt, zugleich aber auch auf eine Verlängerung der Lebenszeit der Internationalen Raumstation ISS um fünf Jahre. Milliarden Dollar sollen in die Forschung gesteckt werden, um später einmal den Bau von Raketenschiffen für Flüge zu Asteroiden, zum Erdmond oder zu Marsmonden möglich zu machen.

Kritiker sahen mit Obamas Plänen die industrielle Führerschaft der USA in der Raumfahrt gefährdet. Allen voran Astronauten-Legende Neil Armstrong, der sich mit Auftritten in der Öffentlichkeit normalerweise sehr zurückhält und in ungewöhnlich scharfer Form die Obama-Pläne als "verheerend" bezeichnete und vor einem "langen Abrutschen ins Mittelmaß" warnte. Andere Veteranen des Apollo-Programms und frühere NASA-Manager schlossen sich dem Protest an.

Die von Kritikern als zu vage bezeichneten Pläne, Milliarden in die Forschung zu stecken, um die Raumfahrt irgendwann billiger und schneller zu machen, sollen konkretisiert werden. Nun bekennt sich Obama zum Bau einer großen Trägerrakete. Sie soll sich nicht wie die Ares-V des Constellation-Programms an der Saturn-Mondrakete orientieren, sondern neue Konzepte wie eine Betankung in der Erdumlaufbahn verfolgen.

Doch der Präsident kann damit nicht alle Kritiker überzeugen. NASA-Legende Chris Kraft, der maßgeblich an den Raumfahrtprogrammen von Mercury bis Apollo beteiligt war, sagte, die Änderungen räumten seine grundsätzlichen Bedenken nicht aus. "Sie konzentrieren sich auf den falschen Punkt", erläuterte der Raumfahrt-Veteran. Das Problem sei nicht die Sicherheit auf der Raumstation und eine Rückkehrmöglichkeit im Ernstfall. Das Problem sei vielmehr, wie man die ISS erreiche und zur Erde zurückkomme, sagte Kraft mit Blick auf das Ende des Shuttle-Programms.

"So nötig wie ein Loch im Kopf."

Und für die beschleunigte Entwicklung einer neuen Trägerrakete bringt er überhaupt kein Verständnis auf: "Ein Schwerlast-Transportsystem haben wir so nötig wie ein Loch im Kopf." (apn/red)

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Posting 1 bis 25 von 27
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Fritz Meyer
15.04.2010 22:58
Hätten sich die USA den Irakkrieg geschenkt...


dann wäre in spätestens 2 Jahren ein Amerikaner auf dem Mars gestanden.

Stattdessen überlässt die Grossmacht das Feld jetzt anderen. Auch das ist eine gute Entscheidung. Aber ohne den Irrsinn vorher, wäre sie gar nicht erst notwendig gewesen.

Und diejenigen, die ein anderes Konzept für die Marsmission entwickelt hatten, wurden demonstrativ nicht beachtet:

http://en.wikipedia.org/wiki/Mars_Direct

(Der NASA waren die Mittel für ihre glorreiche Mondbasis nämlich wichtiger.)

Der Traum wird deswegen aber noch lange nicht ausgeträumt sein. Irgendwo muss und wird es weitergehen.

Fritz Meyer.

Dr. Ehrlich
16.04.2010 11:55
Stimmt, keine Kriege und wesentlich weniger Ausgaben

für Rüstung und die Menschheit wäre wo anders.

Falsche Prioritäten, weltweit!

JueZ
15.04.2010 20:57

Ich denke wir müssen einsehen, eine Reise mit Lichtgeschwindigkeit ist unmöglich und selbst dann kommen wir nicht sehr weit im Universum.

Vielleicht gibt es noch wo anders intelligentes Leben nur werden sie vor dem selben Problem stehen wie wir.

Die Welt so wie wir sie jetzt kennen verdanken wir dem Erdöl und es gilt mit den jetzigen Möglichkeiten Alternativen dafür zu finden.
Nur dieses Verhalten ist unnatürlich.

Fritz Meyer
15.04.2010 23:01
Vor etwas über 100 Jahren...


galt Fliegen als teuer, gefährlich und im Prinzip nutzloses Abenteuer.

Heute sagen wir, die Lichtgeschwindigkeit kann weder erreicht, noch überschritten werden und interstellares Reisen ist sinnlos.

Mal schauen, was in 100 Jahren dazu gesagt wird.

Hätten wir aber auf jeden Zweifler gehört, dann sässen wir Menschen immer noch als Affen auf dem Baum, während unter uns die Raubtiere lauern.

Fritz Meyer.

Sepp Seppi
15.04.2010 09:02
als interessierter

Beobachter, fand ich die ursprünglichen Pläne Obamas gar nicht so schlecht. So wie ich es verstanden hatte, wollte er "Standardservices" wie den Transport ins All ja nur auslagern und nicht einstampfen; die NASA sollte sich mit wirklich Neuem beschäftigen. Konzepte wie zb Dragon X würden den Transport übernehmen. Das wären ja trotzdem Amerikanische Firmen und know how. Orion als crew return vehicle fortzusetzen halte ich für schwachsinnig. Technischer Vorteil: auf der ISS könnten 7 statt 6 mitglieder wohnen und man hätte mehr Frachtrückkehrkapazität. Aber genau das wird ja schon bei SpaceX entwickelt. Bemannt starten auf einer Delta oder Atlas ist nicht möglich, weil die nicht "man rated" sind; zu hohe Fehlerrate.

Stahl_____666
15.04.2010 09:38
.

Die Atlas V und Delta IV-H sind deshalb nicht man-rated, weil die NASA sagt sie sind nicht man-rated.
Es gibt innerhalb der NASA kein einziges Dokument, daß Standards für man-rated vorgibt oder beschreibt.
Auch eine Saturn V bei Apollo 8 oder das Shuttle bei STS-1 war nicht man-rated. Es wurde lediglich davon ausgegangen, daß eine grössere Wahrscheinlichkeit für einen Erfolg als für einen Mißerfolg besteht.

austromir
 
15.04.2010 10:38
Nicht nur die NASA

hat Richtlinien für die Eignung bestimmter Trägersysteme für bemannte Raumflüge erstellt. Siehe:http://en.wikipedia.org/wiki/Huma... ification. Ein unbemanntes Raumschiff zur ISS zu bringen, ist eher schwachsinnig, weil ja das jeweilige Zubringer-Schiff - also nach dem Ende der Shuttle-Flüge die russischen Sojus-Kapseln - an der Station angedockt ist und für den Rücktransport der abgelösten Mannschaft verwendet wird. Orion ist außerdem so weit in der Entwicklung zurück, dass es nicht vor dem geplanten Ende der Raumstation zur Verfügung stehen würde.

randy handsome
14.04.2010 23:03
wie wärs wenn die internationalen raumfahrt...

..agenturen/staaten vermehrt zusammenarbeiten und nicht jede neue möchtegern-supermacht ein eigenes raumfahrtprogramm entwickelt. bis dahin wirds wohl noch lange dauern, wir können in der zwischenzeit nur phantasieren wo wir mittlerweile schon wären, wenn man geld, knowhow und forschung auf gemeinsame ziele fokussieren würde.

Dr. Ehrlich
16.04.2010 12:05
hat zwar was für sich, jedoch kommt nur durch

konkurrenz was voran, v.a. auf diesem Gebiet.

Wesentlicher erscheint mir wofür die Gelder verwendet werden sollen. Statt in die Rüstung in die Raumfahrt, das würde was bringen!

Stahl_____666
15.04.2010 09:43
.

Wo wir wären?

Das zeigt die internationale Zusammenarbeit der letzten 20 Jahre ziemlich gut. In einer Raumstation rund 400 km über uns von der eigentlich keiner der beteiligten Partner so genau weiß, wozu man sie gebrauchen kann.

Fritz Meyer
15.04.2010 23:05
Man hört wenig von der ISS in den Medien.


Alles andere ist anscheinend wichtiger als dieser Vorposten der Menschheit im Weltraum.

Kein Wunder, dass die Skeptiker immer mehr die ganze bemannte Raumfahrt als "Flop" hinstellen. "Roboter sind besser und billiger!"

Ja, und Columbus hätte so auch keiner finanziert. "Der Landweg nach Indien ist zwar teurer und aufwendiger, aber dafür bzgl. seiner Risiken und Kosten hinreichend bekannt!"

Fritz Meyer.

Husten, Schnupfen, Heiserkeit
14.04.2010 21:27

Vielleicht sollten wir erst mit uns selbst im Reinen sein, bevor wir das Andere suchen? Sonst werden wir mit dem Anderen nur doppelt unglücklich.

Alte Psychotherapeuten-Weisheit.

phaidros
14.04.2010 22:04

eine alte, gleichwohl falsche klosterweisheit ist das. mit sich selber im reinen sein kann man nur, wenn man nach aussen offen ist. dieses auf sich selber fokussieren und alles andere zu meiden bis man erleuchtet ist oder dergleichen fuehrt wirklich nirgendwohin, schon gar nicht dazu, dem anderen besser zu begegnen. man wird dabei nur eins: schrullig und unrealistisch in seinen erwartungen.

Acheron2033
14.04.2010 16:37

kleiner fehler:

nicht die Amerikaner wäre unabhängig von der Sojuskapsel auf der ISS, sondern die Internationale Crew der ISS!
Ein weiteres Notsystem ist da durchaus willkommen...

Blub Bluber
14.04.2010 16:09

Wieso nicht am Energieproblem ansetzen?
Das größte Problem für so *fortgeschrittene* Projekte wie VASIMR ist die nicht vorhandene Energieversorgung. Wenn man dieses Problem lösen kann, wären Schiffe die zum Mars oder zu den Asteroiden fliegen durchaus möglich (und auch von den Kosten her viel einfacher zu realisieren)

Stattdessen werden immer neue chemische Raketen entwickelt für Flüge die nie weitergehen als zur ISS.
Technologien welche darüber hinausgehen, wurden seit fast 40 Jahren nichtmehr weiterentwickelt...
Es wird Zeit für radikale Innovation und nicht nur eine kleine Verbesserung alle paar Jahre.

vienna austria
14.04.2010 15:37
frag mich wer als erster am mond ist

vielleicht die chinesen
vielleicht ne frau
oder der felix baumgartner...

au contraire
15.04.2010 10:43

Wenn er so weiter tut, der Walzinger-Gerry (ein Bekannter von mir).
Als Antrieb dient ein beherzter Tritt in den verlängerten Rücken.

Martin Rosenkranz, airpower.at
14.04.2010 20:38
Das waren 1969

Neil Amstrong und Buzz Aldrin

t-bonesteak
15.04.2010 09:38
psst.

das war ja nur ein film :-))

Pro Freistaat Kärnten!
 
14.04.2010 16:07
also der erste mann war schon am mond

aber wenn du den nächsten meinst, dann ist es vielleicht tatsächlich eine chinesische frau namens felix baumgartner.

Wehleidiger Indianer mit Höhenangst
14.04.2010 16:06

vielleicht chuck norris

Onkel Tom´s Hütte
14.04.2010 19:41

Chuck Norris IST der Mond....

au contraire
15.04.2010 10:43

Falsch. Chuck Norris fliegt nicht zum Mond, er starrt ihn so lang an, bis er zu Chuck Norris kommt.

Bono Nobo
15.04.2010 10:34

Eben, wozu teure und komplizierte Raketen und Raumfahrzeuge, Chuck Norris könnte mit einem einzigen round house kick eine ganze Fußballmannschaft samt Badewanne zum Mars befördern.

GAGA3
14.04.2010 15:31

Was wollen die auf den Marsmonden? das die von Interesse sind, ist mir neu.

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