China

Arbeiter "wie Gefangene" in Hardware-Produktionsfabrik

14. April 2010, 11:12
  • Artikelbild
    foto: flickr/nlc

    Junge Arbeiterinnen schlafen während ihrer Pause - auf Flickr finden sich weitere Fotos, die das National Labor Committees in der Fabrik aufgenommen hat.

Überlange Arbeitstage und sexuelle Übergriffe

Das National Labor Commitee hat die Arbeitsbedingungen bei der chinesischen KYE Systems untersucht und fand katastrophale Zustände vor. In einer Fabrik, in der vor allem Hardware für Microsoft zusammengebaut und in die USA, Europa und Japan verschickt wird, sollen Arbeiterinnen "wie Gefangene" behandelt werden, heißt es in dem Bericht laut seattlepi.com.

14 Personen pro Schlafraum

Beschäftigt seien hauptsächlich Arbeiterinnen zwischen 18 und 25 Jahren, die 15 Stunden am Tag arbeiten müssten. Vor einigen Jahren soll die Firma trotz Verbots vor allem 14- und 15-jährige Schüler beschäftig haben. Der Stundenlohn betrage 65 Cent. Man lebe wie Gefangene nur um  zu arbeiten, erzählten Arbeiterinnen im Rahmen anonym durchgeführten Interviews. Während der Schichten dürften sie nicht die Toilette aufsuchen, müssten sie allerdings selbst reinigen. 14 Angestellte müssten sich einen Schlafraum teilen, Matratzen und Bettwäsche müssten sie selbst mitbringen. Als Waschgelegenheiten würden ihnen nur Eimer und Schwamm zur Verfügung gestellt.

Auch sexuelle Übergriffe auf die jungen Frauen seien keine Seltenheit. Die meisten Personen würden jedoch nur sechs Monate in den Fabriken arbeiten.

Microsoft will untersuchen

Microsoft hat laut Bericht bereits eine Untersuchung der Arbeitsbedingungen eingeleitet. Man nehme die Vorwürfe sehr ernst, heißt es in einem Statement. Das National Labor Commitee kritisiert jedoch, dass die Auftraggebern genau wüssten unter welchen Bedingungen ihre Produkte entstünden. Andererseits würden sich die Fabriken auf Besuche durch die Konzerne gut vorbereiten und falsche Angaben machen. Die Arbeiterinnen würden gezwungen, die Fabrik zu loben und andere Produktionsstätten zu nennen, in denen schlechtere Bedingungen herrschten.

Nicht nur Microsoft - die gesamt IT-Branche

Neben Microsoft zählen unter anderem auch HP, Samsung, Acer, Asus und Logitech zu den Auftraggebern. Etwa 30 Prozent der Aufträge kommen von Microsoft. In der - im Bericht erwähnten - Fabrik werden beispielsweise Mäuse, Tastaturen und Webcams für das Unternehmen zusammengebaut. (red)

 

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Rotsoze
00
30.4.2010, 15:33
Der Preis darf 1.- € nicht übersteigen!

Warum das Produkt 80.- € kostet ist das Problem!

McErer
21
16.4.2010, 14:48

Dass man während der Pausen am Arbeitsplatz schläft (wie auf dem Foto oben dargestellt) ist in jeder chinesischen Fabrik gängige Praxis, das macht man in PRC einfach so. Die Umstände drumherum sind es zum Glück nicht...

Dagmar Rehak
 
00
18.4.2010, 17:09

Das kommt immer wieder vor, dass uns schlafende Asiaten als stumme Zeugen ihrer Ausbeutung präsentiert werden. Ein anderes Foto, wo die Arbeiter auf Stoffballen unter den Tischen schliefen, wurde ähnlich vertextet.
Dabei machen die nur vor, wie es an jedem Arbeitsplatz der Welt sein sollte: sich ausruhen können, wenn man müde ist.

freundfischer
02
30.4.2010, 13:10

Westliche Ignoranz pur. Arbeiten Sie mal 7 Tage pro Woche 13 Stunden täglich. Natürlich dürfen Sie sich aber auch an 2 Tagen jeden Monat frei nehmen. Zeit für Familie gibt es keine, denn Sie müssen am Betriebsgelände in den ärgsten Drecklöchern mit 15 anderen Mitarbeitern im Zimmer schlafen. Sie sind eine Frau und müssen aufs Klo? Pech gehabt. Sie haben ein Recht auf zwei Pausen pro Tag. Wenn Sie nicht innerhalb von 8 Minuten zurück sind, dann werden zwei Tage Gehalt abgezogen.

Soetwas ist keine Ausbeutung? Na dann verlassen Sie mal Ihr trautes Heim und machen Sie sich selber ein Bild davon wie es den chinesischen Arbeitern wirklich geht. Sie würden solche Arbeitsbedingungen keinen Tag aushalten ohne sich zu Tode zu jammern.

Franz Iskaner
 
00
18.4.2010, 03:37
na dann,

ist ja alles in ordnung.
abgesehen davon siehts auch sehr gemütlich aus.

Laughing Magician
00
16.4.2010, 12:20
ich befürchte halt...

daß sich diese firma gegen viele andere sweatshops dort noch wie ein paradies ausnimmt...

Protagoras v. Abdera
01
16.4.2010, 11:54
Das ist die Kehrseite -und gleichzeitig das Fundament- der BRIC-Euphorie

Überausbeutung bzw. sklavenähnliche Arbeitsbedingungen finden sich auch verstärkt in Brasilien und Indien.

Werner Ridl
00
15.4.2010, 16:17
auf

china schimpfen ist leicht
aber wenn das lap top bei uns 2000 euro kostet dann wollen wir es auch nicht

wohlstand bedeutet immer ausbeutung anderer
kann man jetzt mögen oder nicht, ist im kapitalismus aber so

Gobi Todic
00
16.4.2010, 13:17
würde ein laptop

2000 euro kosten wäre eben die nutzungsdauer länger, und der wertverlust geringer. (da auch höhere qualität)

~
00
17.4.2010, 13:59
irgendein Manager wäre 1000€ reicher

sonst nix.

völlige Illusion zu glauben, dass überteuerte Produkte zwangsläufig anders(humaner/bessere Qualität) produziert werden.

anonym4
00
17.4.2010, 23:15

siehe apple..

Eman Gnitsop
 
30
15.4.2010, 15:48
Die Arbeiterinnen auf dem Foto werden sicher gefeuert...

... weil sie während der Arbeit geschlafen haben.

Aber im Ernst: Das kommunistische China ist genauso ein Ausbeuterstaat wie seine ideologischen Vorgänger.


Graf Robert von Donnerstag-Dachsenstein
04
16.4.2010, 13:33

Im kommunistischen China regiert der Turbokapitalismus.

So ziemlich das Gegenteil von Kommunismus.

Freund der Sanktionen
41
15.4.2010, 15:35
ja, so ist das,

wenn man in einem Arbeiter- und Bauernparadies leben darf...

popokatepetl
01
15.4.2010, 15:35
Verlogener Freihandel- WTO-Auschluss und Sanktionen wegen unfairen Wettbewerbs!

Es sollten sofort Sanktionen gegen das WTO-Mitglied China verhängt werden, da derartige Arbeitsumstände nicht nur die Menschen entwürdigen sondern auch eine eklatante untergrabung fairen Wettbewerbs darstellen. Wer Slaven hält kann leicht 18% Wirtschaftswachstum haben! Das muss ein Ende haben! Nicht nur wegen der Menschen DORT!

Auch wir können uns dieses Extremdumping Chinas auf Dauer nicht leisten, ohne unseren Sozialstaat zu demontieren und auf lange Sicht ebensolche Verhältnisse anzuwenden!

monoton
02
17.4.2010, 14:30

sie verstehen das mit der wto falsch, die sind nicht da um irgendwelchen lohnsklaven zu helfen, sondern dieses system der lohnsklaven und der bedingungslosen ausbeutung weiterhin zu unterstützten (genauso wie der iwf)
alle arbeiten zusammen, das die gewinne bei ein paar manager/aktionäre verbleiben, während die arbeiter in eu/usa immer weniger bekommen und gleichzeitig von den unmenschlichen bedingungen in den entwicklungsländern zu profitieren.

es geht nicht um irgendwelche menschen, die sind nur nützlicher abfall, es geht nur darum mehr und mehr geld für einen immer kleineren teil der bevölkerung zu generieren

numeris
25
15.4.2010, 15:23
In China werden Bauern von ihren Feldern vertrieben

ihre Felder mit riesigen Steinen unbrauchbar gemacht, sie selber zusammengeschlagen und teils ermordet, wenn sie ihren Grund und Boden nicht für neue Fabriken hergeben wollen. Wir sollten China wirtschaftlich boykottieren und die Waren bei uns fertigen - Arbeit ist bald ohnehin Mangelware, und China darf noch eine Zeit lang Agrarstaat bleiben statt größenwahnsinniger, diktatorischer und brutaler Industriestaat!

Herr und Frau Österreicher
 
02
16.4.2010, 08:47

Nachholende modernisiereung oder Ursprüngliche Akkumulation:

http://de.wikipedia.org/wiki/Ursp... n.E2.80.9C

Jaja, die KapitalistInnen erwirtschaften ihren Reichtum durch Fleiß und ehrliche Arbeit...

Eckman
13
15.4.2010, 15:19

Diesen Artikel sollten Arbeitnehmer mit Gewerkschafts- Aversion aufmerksam lesen. Und darüber nachdenken wie der geschichtliche Verlauf bzgl. Arbeitswelt bei uns ohne Gewerkschaftsbewegungen vonstatten gegangen wäre.
Arbeitnehmerrechte sind keine Naturgesetze, vielmehr sind sie verhandelt / erworben worden.

m.schmidler
20
15.4.2010, 15:13

Wie weiter unten schon angemerkt: Kritik ist leicht, ein realistischer Gegenvorschlag fehlt meist.

Die Arbeitsbedingungen in China werden sich bessern und es ist wahrscheinlich - leider - ein Problem das die Zeit ausmerzt. Das Problem, wenn es erst einmal bessere ArbeitnehmerInnenrechte gibt: Die Hersteller verlagern die Produktion woanders hin, damit ja die Gewinnmarge nicht kleiner wird. Aber wer weiß, vielleicht überrascht uns ja noch ein Hersteller mit wirksamen Maßnahmen...? (ich tippe auf Apple und nein, ich bin keiner der restlichen 5689 Fanboys die hier posten..)

sotho talker
 
03
15.4.2010, 15:38
realistische gegenvorschläge kann man auch nur machen

wenn man sein wissen erweitert. dies ist aber seit jahrzehnten im bereich der wirtschaftswissenschaft verpönt.

gegenvorschläge fehlen also nicht weil es nicht möglich wäre sie zu finden sondern weil einflussreiche interessensgruppen nur fördern was ihnen unmittelbar nützt.

erinnert mich ein wenig an die kirche vor jahrhunderten.

tatsächlich bedarf es erst empfindlicher realer einschnitte um klar machen: SO funktioniert es nicht.

sozialwissenschaften, psychologie, spieltheorie, pädagogik, wirtschaftswissenschaften werden meiner meinung nach zuwenig interdisziplinär betrieben.

darum als teilantwort auf ihre frage: weg mit den ideologischen scheuklappen an den universitäten wäre ein erster schritt zur beantwortung ihrer frage

Träume sind Schäume.
40
15.4.2010, 17:46
Die "politische Ökonomie"

Bassierend auf den "sozioökonomischen" Erkenntnissen eine gewissen Karl Marx, hat sich eben als Mist erwiesen.

Darum ist es umso MEHR notwendig Sozialwissenschaften aus der Ökonomie auszuschließen, da diese nicht als gleichwertige Disziplin mit denselben empirischen Standards ausgestattet sind ;)

Herr und Frau Österreicher
 
00
16.4.2010, 13:07
"hat sich eben als Mist erwiesen"

Hat bis jetzt aber noch niemand beweisen können, dass das "Mist" ist. Sie können's aber anscheinend aber...

Jane Lane
 
02
15.4.2010, 23:04

Sehr hübsch verpackt, Ihre Seichtheit - ändert aber trotzdem nix an dem Umstand, dass es eben seicht ist ;)

sotho talker
 
01
15.4.2010, 22:50
ihre information über sozialwissenschaften

ist ein bischen veraltet. die entwicklung geht in diesen zweigen genau in die richtige richtung.

haben sie jemals schon ernsthaft daran gedacht unser system könnte ebenso falsch sein wie der "kommunismus" es war?

wenn nicht halte ich das für eine recht überhebliche (aber dennoch typische!) einstellung.

es erinnert mich sehr an die sprüche der kommunisten beim zusammenbruch... so überzeugt von offensichtlichem unsinn...

aber schauen sie sich ruhig um auf der welt.
es gibt ein problem.von selber wird es sich nicht lösen sondern nur schlimmer werden.

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