Wintertourismus

Gratis-Skier für Lehrer

Günther Strobl, 12. April 2010, 18:06
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    foto: apa/barbara gindl

    Für sportwillige Lehrer könnte es bald neue Skier geben.

Vorarbeiten für die nächste Saison: Industrie und Tourismus setzen auf Schulskikurse als Lockmittel für Schneesport

St. Anton - Noch ist das Geschäft mit dem Schnee des heurigen Winters nicht endgültig abgerechnet, schon beginnen die Vorarbeiten für die nächste Saison. Die vor zwei Jahren aus dem Boden gestampfte "Allianz Zukunft Winter" , eine Interessengemeinschaft aus Tourismus-, Freizeit- und Seilbahnwirtschaft sowie Skiindustrie und Skischulverbänden, will jetzt auch die Lehrer in die Gondel holen. Mittels Gratis-Skiern oder zumindest stark verbilligter Ausrüstung sollen diese motiviert werden, mit den Schülern wieder vermehrt auf Schul-skiwochen zu fahren.

"Lehrer und Eltern sind der Schlüssel, um Kinder und Jugendliche wieder für Aktivitäten im Schnee zu begeistern" , sagte der Sprecher der Allianz, Franz Schenner, bei einem Tourismusseminar der Wirtschaftskammer in St. Anton am Arlberg. Da ein zurück zu verpflichtenden Schulskikursen, wie es sie in Österreich bis Mitte der 1990er Jahre gegeben hat, illusorisch sei, sollten zumindest Barrieren für Schulskiwochen wie die 70-Prozent-Zustimmungspflicht in der Klasse abgebaut werden, forderten Allianz-Mitglieder.

300.000 Schulkinder als Ziel

Kamen in Zeiten verpflichtender Wintersportwochen pro Jahr noch 300.000 Schulkinder mit Schnee in Berührung, sind es derzeit nur mehr 140.000. "Eine ganze Generation an Skifahrern ist durch Versäumnisse in der Vergangenheit allein in Österreich verloren gegangen" , sagte Schenner. Ziel sei es, wieder an die Zahl von 300.000 anzuschließen und so einen Beitrag zur Zukunftssicherung der vom Geschäft rund um den Schnee lebende Branchen zu sichern.

Um auch Kindern weniger gut situierter Eltern die Teilnahme an einer 300 bis 350 Euro teuren Schulskiwoche zu ermöglichen, werden Patenschaften überlegt. Die Förderprogramme sollen in weiterer Folge mit den zuständigen Ministerien (Unterricht, Sport, Wirtschaft) besprochen und mit den Fachinspektoren abgestimmt werden.

Österreichs Seilbahnwirtschaft versucht unterdessen, einen zuletzt in Salzburg gestarteten Modellversuch auf ganz Österreich auszudehnen: Alle Lehrerinnen und Lehrer, die Wintersportwochen organisieren oder begleiten, sollen zwei Skigebiete ihrer Wahl mit Gratis-Tageskarten testen können inklusive Besuch von Jugendgästehäusern. Es war unter anderem der teils erbärmliche Zustand mancher Jugendunterkunft, die die Schulskikurse in der Vergangenheit in Verruf gebracht hat. (Günther Strobl, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 13.04.2010)

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10 Postings
sirnicha
00
13.4.2010, 12:20
sehr unlogisch

ich weiß nur eines, ein lehrer kann sich punkto verdienst und freizeit schier auch selber kaufen. viele schikurse kommen meist deswegen nicht zustande, weil zuviele kinder in der klasse sind, deren eltern sich eben keinen schikurs leisten können.

Ich gebs zu
00
15.4.2010, 17:14
Das sollte kein Problem sein.

Für € 40 bekommt man z. B. in NÖ eine vollständige Ausrüstung geliehen.

gistof
31
13.4.2010, 09:54
Schifahren ist nach f*cken

das Schönste was man auf dieser Welt so machen kann. Wer das nicht versteht, tut mir wirklich leid.

posaunist
00
12.4.2010, 20:28
wie wärs mit gratis schiern+liftkarten für schüler

wenn man sich verpflichtet, die ersten 10 winterurlaube (sobald man eigenes geld verdient hat) in stanton oder lech zu verbringen?

bei den handies werden knebelverträge ja auch akzeptiert; bei den schiern wärs halt amal was neues...

berniberni
01
12.4.2010, 20:27

beamten-geschenke sind soviel ich weiss verboten.

h k
16
12.4.2010, 19:04
Anfütterung?

die Antikorruptionsbehörde möge bitte wachsam sein.

Fritz der Lehrerkämpfer hat sicher nix dagegen. Alle Nichtlehrer seien jedoch bitte auf der Hut: Wie wir die Beamten/Lehrergewerkschaft verwandelt sie diese Form der Korruption spätestens nach zwei Jahren zum wohlerworbenen Recht der Lehrer auf kostenlose Sportausrüstung! Dann heißts für unsere Kinder teure Schi und Liftkarten kaufen.
Als nächstes kommen dann die Tauchlehrer auf den Malediven.

Ich gebs zu
00
15.4.2010, 17:12
Ich fahre jetzt schon seit 2 Jahrzehnten auf Skikurse

und darf Sie beruhigen: Es bleibt immer ein dickes Minus.

Der Kostenersatz für die Wintersportwoche deckt kaum die Kosten für Unterkunft und Verpflegung.

Dafür muss sich der Beschäftigte seine Ausrüstung selbst finanzieren, kann das nicht als Werbungsausgaben geltend machen und arbeitet für einen Stundenlohn, den jede slowakische Heimhilfe dankend ablehnen würde.

An Gratisskier glaube ich nicht. (Bisher gab es die auch nicht. Alles, was man derzeit bekommt, ist ein Magazin des Skiverbandes mit 1001 Argumenten, warum man die Kinder doch unbedingt zum Skifahren überreden soll.)

rroobbeerrtt
08
12.4.2010, 19:02
ungeheuerlich,

dass lehrer und schüler dazu missbraucht werden, einem wirtschaftszweig zu gewinn zu verhelfen!

außerdem gibt es sinnvollere sportarten als das skifahren auf der piste.

mike sierra
01
13.4.2010, 10:23

das Skifahren neben der Piste?
;)

franz der freie
 
01
12.4.2010, 18:49
alles zum besten der schüler.

die lehrer als schuhlöffel fürs geschäft. nach den neuen gesetzen ist das eh erlaubt, keine bestechung.

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