Neue Notfallübungsstation im Wiener AKH - Simulationspuppen ermöglichen realitätsnahes Training - Mangelnde Teamkommunikation häufige Fehlerursache
Wien - Übung macht den Meister: Im Wiener AKH hat Gesundheitsstadträtin Sonja Wehsely (SPÖ) eine neue Trainingsstation der Universitätsklinik für Kinder- und Jugendheilkunde eröffnet. Mithilfe von Simulationspuppen können Ärzte wie Studenten ab sofort (Not-)Fälle außerhalb der Routine realitätsnah durchspielen. Verbessert werden soll dadurch auch die teaminterne Kommunikation. Immerhin lassen sich bis zu 80 Prozent der Fehler auf mangelnde Verständigung zurückführen.
Wie echte Patienten
Zum Üben stehen mehrere Puppen zur Verfügung - vom Frühgeborenen über den fünf Monate alten Säugling bis hin zum sechsjährigen Kind. Sie "verhalten sich" wie echte Patienten. Nicht nur Blutdruck und Puls können gemessen, Herz- und Atemgeräusche abgehört werden, sondern auch Blutabnahmen, Pupillenreaktionen bei Lichteinfall oder blau anlaufende Lippen im Fall von Sauerstoffmangel sind möglich. Die Kosten pro Puppe liegen zwischen 25.000 und 50.000 Euro.
Für das Training stehen von Blutvergiftung bis zu allergischen Schockzuständen verschiedene Szenarien zur Auswahl. Anschließend werden die Arbeitsabläufe videogestützt analysiert und Möglichkeiten zur Verbesserung erarbeitet. In Sachen "human factors" gehe es zum Teil um ganz simple Dinge, berichtete Anästhesist Michael Hüpfl, der auch Trainings leitet. So sei etwa die unausgewogene Arbeitsbelastung, der Krankenschwestern bei einem Notfall ausgesetzt sind, teils darauf zurückzuführen, dass die Namen des assistierenden Personals nicht immer bekannt seien. Auch Hierarchieprobleme sollen durch das neue System analysiert werden. Im Allgemeinen Krankenhaus werden jährlich rund 500 Kinder bis zwölf Jahre in kritischem Zustand behandelt. Sie sollen künftig vom pädiatrischen Simulationszentrum profitieren. (APA)