Chile-Beben

Massenverlagerungen in der Erdkruste zeigen Wirkung

12. April 2010, 13:02

Erdrotation verlangsamt - und ganz Südamerika ist seit Februar ein wenig gedehnt

Wien - Das schwere Erdbeben in Chile Ende Februar hat globale Auswirkungen gehabt. Wie erste Ergebnisse von globalen Vermessungen zeigen, ist die Drehgeschwindigkeit der Erde geringfügig langsamer geworden - und zwar durch Massenverlagerungen innerhalb der Erdkruste und nicht wie ursprünglich kolportiert durch eine sprunghafte Verlagerung der Erdrotationsachse. Zudem wurde durch das Beben nicht nur die Stadt Concepción um drei Meter nach Westen verschoben, sondern der gesamte Kontinent auseinandergezogen. Dies zeigen internationale Vermessungen, an denen Wissenschafter der Technischen Universität (TU) Wien mitgewirkt haben.

Gedehnte Platte

Die Verschiebung von Concepción war bereits anhand von GPS-Daten festgestellt worden, nun wurden diese Messungen mit einem alternativen Verfahren bestätigt, wie Harald Schuh vom TU-Institut für Geodäsie und Geophysik und Präsident der Kommission "Rotation der Erde" in der Internationalen Astronomischen Union erklärte. Verwendet werden dazu Radioteleskope, die Radiosignale aus dem Weltraum empfangen. Aufgrund der Krümmung der Erde und ihrer täglichen Rotation kommen diese Signale aus fernen Galaxien zu geringfügig unterschiedlichen Zeiten bei verschiedenen Stationen auf der Erde an. Aus dieser Zeitdifferenz lässt sich exakt die Entfernung zwischen den Teleskopen errechnen.

"Eine Verschiebung um drei Meter ist sehr ungewöhnlich und kommt nur alle 40 bis 50 Jahre vor", betonte Schuh. Wie die Messungen mit dem "Very Long Baseline Interferometry" (VLBI) genannten Verfahren zeigen, hat sich nicht nur Concepción um drei Meter nach Westen und 0,65 Meter nach Süden bewegt. Auch andere Orte am Kontinent in dieser geografischen Breite sind westlicher Richtung gewandert, allerdings nicht in dem Ausmaß wie jene an der Küste. Das bedeutet, dass nicht die gesamte südamerikanische Platte gewandert ist, sondern regelrecht auseinander gezogen wurde.

Verlangsamte Rotation

Die VLBI ist laut Schuh auch das genaueste Verfahren zur Messung der Erdrotation. Dennoch liegt eine Änderung der Rotationsgeschwindigkeit im Mikrosekundenbereich unterhalb der derzeitigen Messgenauigkeit. Modellrechnungen zeigen nun aber, dass die Drehgeschwindigkeit der Erde geringfügig langsamer geworden ist und die Tage dadurch um 0,3 Mikrosekunden länger wurden. Erste Angaben von einer Verlängerung um 1,26 Mikrosekunden haben sich laut Schuh als falsch herausgestellt. "Verursacht wurde diese Änderung durch Massenverlagerungen innerhalb der Erdkruste", betonte der TU-Professor.

Große Auswirkungen hat diese veränderte Drehgeschwindigkeit laut Schuh nicht. Andere Einflüsse wie Windströmungen oder die Meeresgezeiten hätten hier stärkere Wirkung. Dennoch ist für die Wissenschafter die genaue Dauer der Drehbewegung von Interesse. Schließlich bewegt sich ein Punkt am Äquator mit einer Geschwindigkeit von 450 Meter pro Sekunde. Beispielsweise für Positionsbestimmungen mit GPS muss man daher sehr genau die Drehgeschwindigkeit der Erde kennen. (APA)

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Der Teufel
00
14.4.2010, 07:39

Die Rotation wurde also gebremst.
Das heißt also, dass die Kontinentalplatte angehoben wurde. Beim Tsunami hat sich das Wasser also nicht zuerst zurückgezogen - es ist gleich die Welle gekommen.

Wenn die Erde plötzlich abgebremst wird, dann müssten die Ozeane doch eigentlich reagieren wie eine volle Badewanne auf dem Autodach bei einer Vollbremsung.
Wurde da an den Westküsten dieser Welt ein Anstieg der Meeresspiegel gemessen?

Prolet
00
17.4.2010, 09:23
Die Massedifferenz durch Herbstentlaubung an der Nordhälfte macht mehr aus.

Das Laub fällt zu Boden und schon dreht sich die Erde schneller, nachzumal die Gesteinsmasse bei der Verschiebung durch Wasserverdrängung teilweise aufgehoben wurde.

Die Erde dreht die wie die Eiskunstläuferin ihre Pirouette!

Psychedelic Brain
00
16.4.2010, 08:28

bei Ihrem Gedankenspiel würde ein Punkt am Äquator 1666,666167 km/h um den Erdmittelpunkt rotieren, während sich die Meeresschicht weiterhin mit 1666,66666 km/h bewegt. Diese Differenz von wenigen mm pro Stunde fällt im Gegensatz zu Reibungskräften (u.A. Gezeitenkräften) sowie Thermodynamischen Kräften (Konvektionsströme) usw. nicht ins Gewicht.

Peter Trykar
 
00
13.4.2010, 13:24
0,3 microsekunden länger

jetzt weiß ich warum ich mich so unausgeschlafen fühle...

I bis
00
13.4.2010, 14:32

Du musst wirklich sehr unausgeschlafen sein, deine Logik-Schaltkreise schienen etwas durcheinandergeraten zu sein. Und das obwohl du 0,3 µs länger schlafen konntest ...

Peter Trykar
 
00
13.4.2010, 15:51
Jetlag

nix für ungut.
00
13.4.2010, 12:33
so schnell beweg ich mich ?

wow

Michael Bakunin
00
13.4.2010, 15:46

bist du am äquator?

systemfehler1
00
13.4.2010, 12:14
Mama Erde hat Bäuerchen gemacht.

Wenn Mama mal wirklich die Dünne hat, wird´s wirklich eng.

Hans Biener
00
16.6.2010, 09:46
hat's ja eh ständig....

;-D

Raphael Hythlodeus
01
13.4.2010, 11:32
mist, jetzt kann ich mir wieder einen neuen atlas kaufen.

oTHEr
00
13.4.2010, 10:17
"Schließlich bewegt sich ein Punkt am Äquator mit einer Geschwindigkeit von 450 Meter pro Sekunde."

hallo apa-schreiber other -In....
bei einem erdumfang von 40.076,592 km sind das 463,85 m/s ;-)

na zenme ban?
10
13.4.2010, 14:47

also wenn schon so genau, dann sollte man bei der berechnung aber auch bedenken, dass die erde nicht genau 24 stunden für eine rotation benötigt (angeblich sind's 23h56m4,1s - habs aber noch nie selbst gestoppt...), ob der äquatoriale erdumfang dem entspricht was sie schreiben, weiss ich auch nicht, ich finde zumindest keinen hinweis darauf... (40075,017 ist was ich auf wikipedia finde, 40075,16 auf about.com bzw nasa.gov) - das heisst ich komme da bei letzterem umfang auf eine äquatoriale geschwindigkeit von 465,1 m/s... nur so, der genauigkeit wegen... ;-)

Totaler Durchblicksstrudel
00
14.4.2010, 11:07

Stellt sich natürlich noch die Frage, wo am Äquator. Um in den richtigen Geschwindigkeitsrausch zu verfallen, würde ich einen Bergwanderung in Ecuador empfehlen!

WinstonSmith
00
13.4.2010, 09:16
Das Wichtigste jetzt für die großen Konzerne: Wem gehören die extra 3 Meter? Und gibt es dort ÖL??

Popel
17
13.4.2010, 07:19
Die ganze Erde wackelt wie ein Pudding - ist aber nur ein innen glühende Kugel!

Der schwere Eisenkern, flüssig, walkt durch das Erdinnere, vom Mond immer einseitig gelagert.

Die verdrängten gequetschten Massen werden autgeheitzt wie in einem Knetwerk.

Die Haut ist im Verhältins nicht dicker als die eines Luftballons.

Warum sollte das alles, gefangen in der Schwerkraft, nicht manchmal bröseln?

Die Efeserlschen Elektro-Kräfte sind so gesehen ein Fürzchen im Urwald.

F S 3
10
16.4.2010, 10:21
:) Äußerst lyrische Zusammenfassung…

…von Vorstellungen und sonstigen Quetschungen.

Die elektromagnetische Kraft wirkt über größere Entfernungen nun mal stärker auf GELADENE TEILCHEN, als die Gravitation, da sie linear und nicht quadratisch abnimmt.

GOTT (himself)
20
12.4.2010, 19:32
2012 ist nicht mehr weit - fürchtet euch ihr Ungläubigen!

systemfehler1
09
13.4.2010, 12:13
Ich glaub´, es fürchten sich da

eher die Gläubigen.

Bissig
01
15.4.2010, 07:26
Wirklich trefflich getroffen - die Angstmacherei trifft keine Wissenden.

Die Illusionisten der Astralleiber fürchten sich ja auch nicht, sonst begrabschten sie keine Kinder.

Linke Chuzpe
00
12.4.2010, 19:16
Hat die gute alte Erde noch die Oberfläche wie vorher, oder ist die Gute gewachsen?

Wenn sich das Universum ausdehnt, wird es einmal der Lehre entsprechen völlig kalt sein.

Dann hört sich das mit der inneren Hitze und den Erdbeben von selber auf.

Nur Gedult!

Gugui
 
10
12.4.2010, 19:00

Müssen dann die GPS Koordinaten für die Navigation neu erstellt werden?

Bissig
00
15.4.2010, 07:29
Die Satelliten sind von der Verformung nicht betroffen.

Die Subduktion hat wieder ein Stück Erdkruste produziert und an die Oberfläche freigegeben.

Beim nächsten Abrutsch ins Meer gleicht sich das aus, außer die Erde bläst sich auf wie ein Politiker, da kommt auch heiße Luft.

Hans Biener
00
16.6.2010, 09:51
na wenn ich

jetzt aber demnächst mal mit meinem radl in chile gegen einen felsen fahr und mir den schädel blutig schlage, weil mein gps sagt, hier wäre ein weg, dann wende ich mich wieder an Sie, gut?

yomellamo
00
12.4.2010, 23:24

man muss wohl die karten an den richtigen stellen ein bisserl dehnen ...

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