Zwei Räder vorne, eines hinten – und anders als bei Fahrrädern mit Kindersitzen, die am Gepäckträger montiert werden, sitzt am Taga und Zigo der Antrieb hinten
Wenn wir es nur vom Blickpunkt der Aussicht sehen, ist so ein Kindersitz eine ziemlich fade Partie. Im Idealfall sieht man nix, im schlimmsten Fall blickt man verzweifelt in die elterliche Po-Ritze; Hüfthosen sind auch nicht der Ästhetik letzter Schluss.
Im Zigo Leader oder Taga schaut die Welt gleich anders aus. Und auch olfaktorisch ist man auf der Vorderachse am besseren Platz. Weil die Auslass-Öffnungen der gespreizten Achsel kümmern einen nicht, wenn man in Augenhöhe eines Schäferhundes durch die Welt fräst.
Der niederländische Taga ist wie der Zigo Leader ein Hybrid aus Kinderwagen und Fahrrad. Die beiden Konzepte unterscheiden sich aber deutlich. Während der Taga mit wenigen Handgriffen vom Dreirad zum klobigen Kinderwagen wird, ist der Zigo Leader ein Fahrrad, das mit dem Child Pod einen Kinderwagen hat, der eine Art Schweizer Messer ist. Den Child Pod kann man vorne montieren, als Anhänger, als Kinderwagen abkoppeln und als Jogger verwenden – ein Kinderwagen mit drei Speichenrädern. Für den vom Kinderwagen losmontierten Rahmen gibt es ein eigenes Vorderrad, wodurch der Zigo Leader zum vollständigen Fahrrad wird.
Die Ausstattung des Taga
Der Taga hat einen Alu-Rahmen, Scheibenbremsen an beiden vorderen Rädern, eine Rollenbremse hinten und eine Shimano Nexus Inter-3 Nabenschaltung. Je nach Ausstattung wiegt das Rad 20 bis 29 Kilogramm. Im Buggy ist das Kind über einen Fünf-Punkt-Gurt gesichert – ein Grund, warum die Hersteller auch davon sprechen, dass für Kinder so ein Fahrrad viel sicherer ist als ein Kindersitz am Packlträger. Zudem kann das Fahrrad nicht umfallen, und mittels Feststellbremse steht es auch auf abschüssigen Plätzen sicher.
Mit einem Fünf-Punkt-Gurt sind die Kinder auch im Zigo Leader gesichert, dessen Child Pod Platz für bis zu zwei Kinder bietet. Der Child Pod hat einen Alu-Rahmen, klappbare Vorderräder, einen Überrollbügel, und er ist faltbar. Durch ein Sichtfenster sieht man gut, was das Kind gerade treibt – außer vielleicht, welche Grimassen es den Dackeln schneidet – aber man sieht auch nicht, wenn das Kind im Kindersitz hinter einem mit der Zunge um die Aufmerksamkeit diverser Passanten heischt.
Gewichtige Tatsachen
Der Child Pod wiegt 19 Kilogramm, 16 Kilogramm das Fahrrad, das ebenfalls einen Alu-Rahmen hat, eine Shimano-Nexus Schaltung - serienmäßig mit drei, optional mit sieben Gängen – und Trommelbremsen. Das Extra-Vorderrad für den reinen Fahrrad-Modus wird über eine Backenbremse verzögert.
Man kann sich vorstellen, dass der Taga eher für den flotten Einsatz in der Stadt gedacht ist, der Zigo Leader eher für den Ausflug konzipiert wurde. Das Handicap, das beiden Rädern gemein ist, ist aber das Gewicht. Bergauf, egal ob in der Stadt, oder am Land, braucht man Haxen wie ein Supersportler, für die Masse aus Fahrrad, Kinderwagen, Nachwuchs und das leibeigene Mittagsschnitzerl. Aber so, wie die Elektro-Antriebe gerade boomen, ist der Weg zum Pedelec wohl auch nicht mehr weiter als die Spur der Dreiradler breit.
Information:
Den Zigo Leader – der ab rund 1.400 Euro erhältlich ist – und den
teureren Taga bekommt man bei herr und frau klein im
siebenten Wiener Gemeindebezirk, den Zigo Leader auch in Feldkirch bei Baby
Junior.