Nachhaltigkeit und Innovation im Verhältnis gegenseitiger Ergänzung: Unternehmen schaffen Zukunft - Teil 1
Innovationen spielen für nachhaltige Entwicklung eine entscheidende Rolle, denn heutige Entwicklungen und Innovationen werden die Zukunft maßgeblich determinieren. Im aktuellen Monatsthema auf Nachhaltigkeit.at geht es um Innovationen für nachhaltige Produkte und Dienstleistungen, interessante Beispiele und neue Möglichkeiten.
"Innovationen für nachhaltige Produkte" klingt kompliziert und auf den ersten Blick auch schwer verständlich. Innovation heißt übersetzt "Neuerung" oder "Erfindung". Joseph Schumpeter hat in seiner Theorie der Innovation diese als Aufstellung einer neuen Produktionsfunktion definiert: Durch eine neue Art der Kombination von Produktionsfaktoren wandeln sich Wirtschaft und Gesellschaft. Im allgemeinen Sprachgebrauch reicht allerdings das Verständnis, von einer "Idee", die etwas Neues als Produkt, Dienstleistung oder Verfahren umsetzt, aus. Innovationen für Nachhaltigkeit bedeuten also Ideen, die einen Fortschritt im Sinne der Nachhaltigkeit bringen.
Um dies zu ermöglichen, sind einige Faktoren zwingend notwendig:
1.Der Lebensstil und soziale Normen bestimmen, ob eine neue Idee angenommen wird oder nicht (z.B. Car-Sharing: hier behindert oftmals das Statusdenken über den Besitz des Fahrzeugs die Annahme der Innovation).
2.Weiters muss eine Nachfrage nach der Lösung durch eine Innovation vorhanden sein, da diese sonst nicht umgesetzt werden kann. Das zeigt, wie wichtig das Denken und Handeln der Konsumenten ist und wie viel Einfluss jeder Einzelne bzw. jede Einzelne auf nachhaltige Produkte hat.
3.Die Anschlussfähigkeit von Innovationen muss gegeben sein. Das heißt, dass neue Produkte, Dienstleistungen oder Verfahren an bestehende Systeme oder Infrastrukturen anschließbar sein müssen (z.B. Elektrofahrzeuge ohne Stromtankstellen werden nicht angenommen)
Prof. Dr. Carl Friedrich Gethmann, Direktor der Europäischen Akademie, stellte 2002 auf einer wissenschaftlichen Tagung zu nachhaltiger Entwicklung und Innovation fest, dass die Begriffe Nachhaltigkeit und Innovation nicht getrennt, sondern vielmehr in ein Verhältnis gegenseitiger Ergänzung gesetzt werden müssen: Ohne Innovationen ist an eine nachhaltige Entwicklung nicht zu denken; die Ausrichtung von Innovationen auf eine nachhaltige Entwicklung verbessere darüber hinaus deren Wertschöpfungspotenzial. Innovative und nachhaltige Produkte betreffen dabei nicht nur neue Technologien, sondern alle Branchen und Themenfelder.
Im Monatsthema 03/10 finden sich viele spannende Beispiele die einen kleinen Einblick in die Welt der Innovationen eröffnen und Lust auf eine Vertiefung des Themas machen sollen.
Unternehmen schaffen Zukunft heißt das Thema des Monats März 2010 im Internetportal
Autor: Dipl.-Ing. Richard Tuschl, Consultant der Wallner & Schauer GmbH (www.zukunftsberater.at) . Recherche und Aufbereitung im Auftrag des Lebensministeriums, Abteilung II/3 Nachhaltige Entwicklung und Umweltförderpolitik.
Direkt-Link zum Monatsthema 3/2010
(mit Text-Vollversion und weiterführenden Informationen)
Im Dialog des Monats 3/2010
erklären Experten und Unternehmen in Interviews und Beiträgen ihre
Standpunkte zum Thema "Unternehmen schaffen Zukunft - Teil 1:
Produktinnovationen für nachhaltige Entwicklung".
Person des Monats 3/2010: Mag. Martin Troyer