Durchblick im Förder-Dschungel: Optimal geschnürte Hilfspakete den Aufbau erleichtern
Trotz einiger Krisenkratzer hält das Wirtschaftswachstum in der IT-Branche weiter an, Computer-Unternehmen sprießen wie Pilze im Frühling aus dem Boden. Nach der Anfangseuphorie müssen viele Gründer nach einiger Zeit jedoch aufgeben. Der Grund liegt oft in der mangelnden Unterstützung und in der Fehlkalkulation zukünftiger Aufgaben. Förderung, Unterstützung und eine Marktnische sind die Grundbausteine für einen Start in eine sichere Unternehmensexistenz. Hilfreich ist ebenfalls ein Netz in dem IT- Fachleute mit gleichen Interessen organisiert sind. Die Chancen in dieser Branche liegen sicher in der Dynamik und der ständigen Innovation: Damit wird ein ständiger Bedarf an Dienstleistungen in Gang gehalten. Dafür braucht es moderne Technik, die wiederum einen Markt schafft für qualifizierten IT-Service.
Erste Anlaufstelle
Tradition haben hierzulande natürlich Förderungen der Wirtschaftskammer, der Bund verpflichtet sich schließlich dazu. Mit der Innovationsförderung "Unternehmensdynamik" der Wirtschaftsservice GmbH werden materielle und immaterielle Investitionen (letztere sind etwa Technologietransfer, Produktdesign und Marketing) gefördert. Bei Vorhaben mit außergewöhnlich hohem Innovations- und/oder Wachstumspotential gibt es eine Plusprämie von zehn Prozent, die mit Prämie geförderte Investition darf maximal 750.000 Euro betragen. Dazu gibt es auch Betriebsmittelkredite um bis zu 2,5 Millionen Euro, bei einer Haftungsquote von 80 Prozent. Das wichtigste Beurteilungskriterium bei der Vergabe von Förderungen ist der Innovationsgrad des Projektes, neben dem Unternehmenswachstum und den Auswirkungen auf die Region.
ERP-KMU-Programm
Mit dem ERP-Programm (Enterprise Ressource Planning, Anm.) für KMUs soll vor allem Anbietern von e-Business-Dienstleistungen geholfen werden. Ob System- und Softwarehäuser, Rechenzentren, Informationsanbieter oder Telekommunikationsdienste: Technologieprojekte sollen am neuesten Stand der Technik arbeiten, dafür werden Anlagen, EDV-Hardware aber auch die in der IT-Branche so wertvollen immateriellen Anlagewerte gefördert. Und zwar in Form von Technologietransfer durch Erwerb von Patentrechten, Lizenzen, Know How oder nicht patentiertem Fachwissen. Dabei besteht die Möglichkeit niedrig verzinste Kredite in Anspruch zu nehmen, die Kredithöhe beläuft sich in der Regel zwischen 0,35 und 7,5 Millionen Euro.
Ein spezielles Zuckerl gibt es für Unternehmensgründer: Die Jungunternehmerprämie wurde vor bereits vor drei Jahren beträchtlich angehoben. Sie beträgt mittlerweile zehn Prozent der Investitionskosten. Die Förderung ergibt somit bei einem Maximalvolumen von 300.000 Euro einen Zuschuss in Höhe von 30.000 Euro.
Forschen gegen die Krise
Unterstützung gibt es aber nicht nur in der Praxis sondern auch im Forschungsbereich. Das Impulsprogramm "FIT-IT" - Forschung, Innovation und Technologie für Informationstechnologien - des BMVIT (Bundesministerium für Verkehr, Innovation, Technologie) fördert exzellente kooperative Forschungsprojekte zwischen IKT-Unternehmen und Forschungseinrichtungen in verschiedenen thematischen Programmlinien. Dabei sind jene Innovationen interessant, die in einem längeren Zeithorizont (drei bis acht Jahre) grundlegende technologische Durchbrüche ermöglichen und so Potenzial haben für anhaltende wirschaftliche Neuerungen. Das bedeutet freilich ein hohes Forschungsrisiko, was mit Förderquoten von bis zu 75 Prozent der Projektkosten belohnt wird.
Unterstützung für Ich-AGs
In einer Welt der zunehmenden Prekarisierung gibt es selbstverständlich auch Fördermöglichkeiten für Ein-Person-Unternehmen (EPUs). Das Projekt "1stlife.at" etwa, mit dem Titel "Dastehen wie eine Eins" richtet sich an jene 11.000 Mitglieder der Wirtschaftskammer Wien im Bereich UBIT (Unternehmensberatung und Informationstechnologie), die als Ein-Personen-Unternehmen aktiv sind. Für diese entsteht im Web ein gemeinsamer Marktplatz und eine gemeinsame Community, in der Netzwerke gebildet und eigene Leistungen präsentiert werden können. Über diese Plattform werden unter anderem Förderpreise initiiert. Einer davon ist der "Constantinus Award", der die besten IT-Unternehmen des Landes öffentlichkeits- und zielgruppenwirksam ausgezeichnet und pusht.
Dabei hat fast jeder hat einmal klein angefangen: Wer in Wien schnell einmal 5000 Euro braucht, sollte sich beim "Mingo-Award" bewerben. Wiener Klein- und Mikrobetriebe werden für besonders innovative Projekte und Geschäftsideen prämiert. Wunderbar: Eine Jury wählt nicht nur eines sondern die besten sechs Projekte und Vorhaben aus und verteilt jeweils die Siegersumme.
Eine weitere unter vielen Bundesländer-Initiativen ist die Aktion "WienWin"- Sie bietet Unternehmen die Möglichkeit, ihre Produkte und Dienstleistungen innerhalb der Stadt Wien sichtbar zu machen und möglicherweise Pilot- und Referenzprojekte zu realisieren. (red, derStandard.at, 14.4.2010)