Clinton: Castros wollen Beziehungen zu den USA nicht normalisieren

10. April 2010, 09:13

US-Außenministerin: Kommunistisches Regime lasse "ihre Leute sterben"

Washington - US-Außenministerin Hillary Clinton hat der kubanischen Führung vorgeworfen, sie wolle die Beziehungen zu den USA nicht normalisieren. Der kubanische Präsident Raul Castro und sein Bruder, der langjährige Staatsführer Fidel Castro, seien nicht daran interessiert, dass die USA ihre Embargo-Politik gegenüber Kuba aufgäben, sagte Clinton am Freitag (Ortszeit) bei einer Diskussion mit Studenten an der Universität von Kentucky in Louisville. Gäbe es eine Normalisierung in den Beziehungen zwischen den USA und Kuba, verlöre die kommunistische kubanische Führung "alle ihre Entschuldigungen für das, was in Kuba seit 50 Jahren nicht gemacht wurde", fügte Clinton hinzu.

Die kubanische Führung werde von vielen Ländern kritisiert, "weil sie ihre Leute sterben lässt", sagte Clinton in Anspielung auf den Fall des Häftlings Orlando Zapata, der am 23. Februar nach einem dreimonatigen Hungerstreik gestorben war. Seit 1961 gibt es keine diplomatischen Beziehungen zwischen den USA und Kuba. Die USA betreiben seit 47 Jahren ein Embargo gegen die Insel und verweisen zur Begründung auf Menschenrechtsverletzungen durch die kommunistische Führung.

Vorsichtige Öffnung

Nach dem Amtsantritt von US-Präsident Barack Obama Anfang 2009 bemühte sich Washington um eine vorsichtige Öffnung. Im Juli gab es erstmals Gespräche zwischen den beiden Regierungen. Anschließend konnte erstmals eine Vertreterin des US-Außenministeriums von der kubanischen Hauptstadt Havanna aus das Land bereisen. Revolutionsführer Fidel Castro überließ im Juli 2006 seinem Bruder Raul aus Gesundheitsgründen die Führung des Landes, in dem es starke Versorgungsengpässe gibt.

Der damalige US-Präsident John F. Kennedy verhängte das Wirtschaftsembargo gegen Kuba am 3. Februar 1962. Auslöser war eine nach der Revolution und dem Sturz des von des USA unterstützten Regimes von Militärdiktator Fulgencio Batista 1959 auf Kuba beschlossene Agrarreform, bei der Besitztümer von tausenden US-Bürgern und Exil-Kubanern enteignet wurden. Eine Million Kubaner haben sich in den vergangenen Jahrzehnten in die nahen USA abgesetzt. Die frühere Regierung von George W. Bush hatte das Embargo bereits etwas gelockert. (APA)

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soundpark4
00
13.4.2010, 13:58
...

Und bitte was Frau Clinton wurde in Kuba in den letzen 50 Jahren nicht gemacht?
Als ob die USA ein Super Gesundheits und Bildungssystem hätten und in den Staaten keine Armut und Arbeitslosigkeit herscht.....

Ich bewundere Kuba wie sie trotz aller Embargos einen gewissen "Wohlstand" erhalten konnten.

stj911.org physics911.net
00
12.4.2010, 14:49
"Clinton: Castros wollen Beziehungen zu den USA nicht normalisieren"

Man stelle sich vor eine Gruppe 6-jähriger, die ein Kind monatelang nicht mitspielen lassen, obwohl es sich dies sehnlichst wünscht. Irgendwann kommt dann der "Anführer" der Gruppe und sagt, "na gut, darfst doch mitspielen". Und dann ist man verwundert, dass das Kind keine Lust mehr hat.

Träume sind Schäume.
20
12.4.2010, 15:21
Nur der Anführer der Gruppe denkt sich

Nun, mir doch egal ob der Knirps mitspielt.
Kann auch isloiert in der dunklen Ecke hocken und hungern.

Kuba bedeutet den USA wirtschaftlich NICHTS.
Es hat keine Rohstoffe, keine Industrie, keine funktionierende Landwirtschaft und selbst Tourismus ist anderswo in der Karibik durch den Flugverkehr qualitativ genauso betreibbar.
Ob vor Florida reines Meer oder ein Stück Land liegt macht für die US Wirtschaft keinen Unterschied.

Höchstens die Flüchtlingsströme spülen junge Arbeitskräfte von Zeit zu Zeit an ;)

STJ911.org
00
30.1.2011, 08:27

Den USA ist es egal. Richtig. Aber Kuba auch.

stj911.org physics911.net
00
12.4.2010, 14:44

>>"Raul [...] und Fidel Castro, seien nicht daran
>>interessiert, dass die USA ihre Embargo-Politik
>>gegenüber Kuba aufgäben, sagte Clinton. "Gäbe
>>es eine Normalisierung in den Beziehungen
>>zwischen den USA und Kuba, verlöre die
>>kommunistische kubanische Führung "alle ihre
>>Entschuldigungen für das, was in Kuba seit 50
>>Jahren nicht gemacht wurde"

Dann bräuchten die USA doch nur das Embargo aufheben.

Alf von Melmak
 
01
12.4.2010, 10:15
Gäbe es eine Normalisierung in den Beziehungen zwischen den USA und Kuba, verlöre die kommunistische kubanische Führung "alle ihre Entschuldigungen für das, was in Kuba seit 50 Jahren nicht gemacht wurde


Ach, endlich kommt man auch in den USA drauf, bzw. traut sich, es zuzugeben!

Aber trotzdem wird munter weiter am Embargo (der Entschuldigung für alles und jedes, was in Kuba schiefläuft) festgehalten, anstatt einseitig die Beziehungen zumindest in dieser Hinsicht zu normalisieren.

Hänsels Gretel
00
11.4.2010, 20:14
Ein kleiner Denkanstoß

Der mexikanische Präsident Felipe Calderón verglich den Ausbau der Grenzanlagen mit der Berliner Mauer und auch Amnesty International kritisierte den Bau[3]. Die Zahl der Menschen, die beim Versuch die Grenze illegal zu überschreiten sterben, wird auf 250[4] bis 500[5] jährlich geschätzt.

http://de.wikipedia.org/wiki/Gren... und_Mexiko


Seit 1994 sind mehr als 2.000 Illegale an der Grenze umgekommen. Zum Vergleich: An der Berliner Mauer waren es in den 28 Jahren 700 Tote.
http://www.taz.de/?id=archi... 0/14/a0160

Thomas Mohr
 
00
12.4.2010, 19:49

Du solltest vielleicht auch die Zahlen erwähnen wieviele kubanische Flüchtlinge in der Strasse von Florida vermutlich ersoffen sind. Basierend auf Statistiken in ähnlichen Situationen (Boat People) geht man da von bis zu 90.000(!!!!) Todesopfern aus.

Träume sind Schäume.
22
11.4.2010, 14:48
Clinton hat Recht

Spricht trotzdem nichts dagegen dass Embargo aufzuheben.
Soll Kuba eben mit den USA handeln, falls es zahlen kann.
So blöd in Kuba groß zu investieren oder dem Regime Kredit auf Warenlieferung zu gewähren wird ja wohl kein Unternehmen sein.
Barzahlung in harten Devisen für alle Handelsüter ist angesagt.

Bankrott bzw. "Schei* auf Schuldenzahlung" spricht sich eben schnell rum.

Wollen mal herausfinden wie sich das auf den kubanischen Lebenstandard auswirkt wenn nach den größten Konsumgüterproduzenten Asiens auch die USA frei mit Kuba handeln können.

Denn von China könnte Kuba heute schon alle notwendigen Bedarfsgüter über den globalisierten Frachtverkehrt leicht importieren.
Dortige Genossen wollen aber AUCH harte Devisen ;)

Versager ;)

Peon
 
20
11.4.2010, 12:51
objektiv - subjektiv

Als Nicht-Kubaner darf ich meine Meinung ueber Kuba kundtun. Diese ist, dass ich das kubanische System saemtlichen anderen lateinamerikanischen vorziehe. Was ich jedoch nicht darf, ist die Meinung kubanischer Staatsbuerger zu kritisieren. Wenn die kubanische Jugend (und auch viele der aelteren Generation) unzufrieden mit ihrem Leben ist, dann koennen wir hier posten was wir wollen und aendern doch nichts an dieser Tatsache. Wenn wir andere, "freiere" Systeme bevorzugen, dann sollten wir auch immer im Hinterkopf haben, dass in fast allen lateinamerikanischen Laendern ueber 80 Prozent von dieser theoretischen Freiheit ausgeschlossen sind!

Träume sind Schäume.
20
11.4.2010, 16:05
Vorschlag

Anstatt die "Unzufriedenen" an der Grenze zu erschießen bzw. die einfache Dienstleistung einer selbst bezahlten Fährschiffahrt zu verweigern sollen die Kubaner wählen.

Jene die raus wollen sollen gehen, wenn sie ein Land aufnimmt.

Gemäß dem Grundsatz "Menschen wählen mit ihren Füßen" wäre die Frage nach der politischen Überlegenheit schnell geklärt ;)

mistvieh666
 
00
11.4.2010, 17:10

bitte nachlesen:
http://en.wikipedia.org/wiki/Cuba... _migration
(ich hab immer gedacht, es ist das privileg von linken chaoten und baertigen orientalen mit unwissen zu prahlen)

Träume sind Schäume.
21
11.4.2010, 18:17
Nun dann wollen wir Wikipedia zitieren

http://de.wikipedia.org/wiki/Rati... ng_in_Kuba

Die Strafen für Verstöße gegen das Lebensmittelrecht:
So kann eine Person nach kubanischem Recht für das Töten einer Kuh eine höhere Gefängnisstrafe bekommen, als für die Tötung eines Menschen:
* Für das Töten einer Kuh sind nach kubanischem Strafrecht bis zu 10 Jahren Gefängnis vorgesehen.
* Derjenige, der Fleisch einer illegal geschlachteten Kuh transportiert oder verkauft, kann mit Gefängnis zwischen drei und acht Jahren bestraft werden.

Na, was glauben sie wäre in Kuba mit einem Polizisten passiert, der wie in Krems (NÖ)jugendliche Einbrecher erschossen hätte?
Er hätte er eine Prämie/Orden für Verteidung von "Volkseigentum" (Supermarkt) erhalten.

Genieß die Menschlichkeit ;)

Träume sind Schäume.
21
11.4.2010, 18:04
Unterschied zwischen FLUCHT und Emigration studieren

Bei Emmigration sparrt man sich ein Ticket für die nächste Fähre und bereitet Ausreisepapiere für die Übersiedlung ins neue Heimatland vor.
In Kuba unmöglich, Zugang zu Häfen werden militärisch bewacht.

Bei Flucht baut man sich mit knappen Materialien hochseeuntüchtige Flöße und segelt ohne Navigationskenntnisse drauf los.
Die Wahrscheinlichkeit im karabischen Meer dabei draufzugehen ist nicht gering.
Selbst bei organisierten Fluchten ist man Schlepperbanden hilflos ausgeliefert.

Der Fluchtweg bleibt also nur für die Verzweifelsten, Kubaner sind aber normale Menschen die beim Überschreiten der Landesgrenzen als Preis nicht unbedingt sterben wollen.

Es lebe der "Internationalismus", Viva la revolucion ;)

mistvieh666
 
00
12.4.2010, 12:48

damit antworten sie aber nicht auf den punkt, dass kuba die emigration aufgrund eines vertrags aus dem jahr 1994 mit usa verbietet.
http://www.usimmigrationsupport.org/cubanimmi... ation.html
"On 9 September 1994, the U.S. and Cuban governments agreed that the U.S. would grant at least 20,000 visas annually in exchange for Cuba’s pledge to prevent further unlawful departures by rafters."
http://en.wikipedia.org/wiki/Cuba... _migration
noch mal: ich SAGE nicht, dass kuba toll ist, ich sag, dass ihr argument nicht okay ist.

Der Neue Mensch
21
11.4.2010, 19:15
In Kuba unmöglich

Nicht ganz. Man kann auch die legale Ausreise beantragen. Die erforderlichen Papiere kosten aber allein schon mehrere durchschnittliche Jahresgehälter, egal ob die Ausreise letztendlich genehmigt wird oder nicht.

Schrecken der braven Landfrau
27
10.4.2010, 21:48
Verstehe, die USA halten ihre völkerrechtswidrige Blockade aufrecht,

die jedes Jahr von der zivilisierten Welt verurteilt wird (ausgenommen USA, Israel und Mikronesien) und die nicht wenige Juristen als Staatsterrorismus bezeichnen, um den Castros einen Gefallen zu tun.

Liebe Hillary, wisch Dir erst mal das Blut von deinem letzten Putsch in Honduras ab, wo Du bis zu den Knien drin watest.

mistvieh666
 
01
11.4.2010, 12:14

http://de.wikipedia.org/wiki/US-E... gegen_Kuba
voelkerrechtswidrig ist es wahrscheinlich nicht, auch wenns von der uno mit 173:3 verurteilt wird.
blockade heisst es auf spanisch, in wirklichkeit ist es ein embargo, das us buergern verbietet mit kuba handel zu treiben.
und ab jetzt geb ich ihnen recht:
das embargo hat in 50 jahren genau nichts gebracht, ausser einer verarmung der kubanischen bevoelkerung.
in einer region, in der jedes land (zb venezuela 50%) einen grossteil seines handels mit den usa abwickelt ist sowas ein wirtschaftliches todesurteil. auch ist das embargo rein politisch-ideologisch und nicht durch irgendwelche menschenrechte oder sonst irgendeinen scheiss zu rechtfertigen (ist auch die meinung von uno und oesterreich).

Kunigunde IV
00
11.4.2010, 22:11
Wenn die UNO die Blockade verurteilt,

und sie ist nicht rechtswidrig, was ist dann die UNO? Ein Jodelverein oder Stammtisch?

Wenn es den Iran, Irak oder Afghanistan betrifft, dann sind Urteile der UN das Höchste der Gefühle. Wenn es die USA oder Israel betrifft, dann ist es allenfalls e i n e Meinunung unter vielen.

Der Neue Mensch
01
11.4.2010, 22:31

Kunigunde, der UNO-"Jodelverein" verurteilt auch die Menschenrechtslage in Kuba. Nur interessiert das euch Salonlinken überhaupt nicht, weil die UNO dann auf einmal wieder unter der Fuchtel der USA steht und diese Kritik deshalb unbeachtlich ist.

Der Neue Mensch
33
11.4.2010, 15:27

An der Verarmung der kubanischen Bevölkerung ist das Embargo genau nicht schuld, sondern das ineffiziente sozialistische Wirtschaftssystem, das es nicht schafft, trotz günstiger klimatischer Bedingungen, das Volk zu ernähren.

So werden 80% der Grundnahrungsmittel importiert, übrigens ein Großteil kommt aus dem "Bloackadeland" USA, gleichzeitig liegen 50% der Ackerfläche brach. Die Industrie ist total heruntergekommen, ebenso die Infrastruktur.

Wenn Hugo nicht billiges Öl liefern würde, müssten die Kubaner auch heute noch so leben, wie in der Spezialperiode in den 90er Jahren, wo es sogar richtigen Hunger in Kuba gab.

mistvieh666
 
10
11.4.2010, 16:55

spielt auch eine rolle.
ebenso die erderwaermung und der walfang.
1990 hat sich der kommunismus in europa aufgeloest, von rumaenien ueber russland bis cuba und nordkorea hat das dieselbe folge: kaum eines dieser laender hat bis heute wieder das bruttosozialprodukt erreicht wie 1990.
jetzt ueberlegen sie mal, was osteuropa vom westen an unterstuetzung und investitionen bekommen hat.
gegen cuba ist der wirtschaftskrieg einfach weitergefuehrt worden.
ineffizienz:
von den sowjetischen nachfolgestaaten hat die planwirtschaft im korrupten weissrussland 2001 die produktionswerte von 1990 wieder erreicht, alle anderen superliberalen, demokratischen, hochgefeierten, tollen ... liegen um 2009 noch immer eher drunter.
... liberalismus ...

Der Neue Mensch
21
11.4.2010, 18:30

Das mit dem angeblichen Wirtschaftskrieg ist pure kubanische Propaganda. Kubas Problem ist, dass nichts produziert, was man auf dem Weltmarkt gegen die dringend benötigten Devisen eintauschen kann. Ansonsten kann Kuba mit aller Welt, außer den USA beliebig Handel treiben und tut es auch. Kein europäischer Politiker verbietet einem europäischen Unternehmer, in Kuba zu investieren oder kubanische Produkte zu kaufen.

pepitant
10
11.4.2010, 19:58
Seit Helms-Burton

"Auch ausländische Investoren können nun von US-Bürgern verklagt werden, wenn sie Geld investieren, das in Kuba in Gegenstände oder Immobilien fließt, das während Fidel Castros Revolution enteignet wurde. Auch kann ihnen dann ein Einreise-Visum in die USA verweigert werden."
So weit, so schlecht.
Angenommen, sie werden verklagt und dürfen nicht einreisen. Wie wollen Sie Ihre Rechte verteidigen ?
So funktioniert also das, was die USA "Rechtsstaat" nennen.

Der Neue Mensch
11
11.4.2010, 21:49

Dieser Passus wird regelmäßig alle 6 Monate vom US-Präsidenten ausgesetzt.

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