44 Prozent der Wiener haben ausländische Wurzeln

9. April 2010, 19:36
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    foto: der standard/heribert corn

    Es ist noch ein weiter Weg zur gelungenen Integration in Wien: Stadtbewohner mit Migrationshintergrund sind unter anderem in Bildung, Beschäftigung und Gesundheit benachteiligt

  • Synthesebericht: Monitoring Integration Diversität Wien

  • Monitoring Integration Wien

  • Monitoring Diversität Wien

Wien versucht erstmals Integration zu messen: Laut Bericht haben 44 Prozent der Stadtbewohner Migrationshintergund - Das Monitoring zum Download

Wien - Mangelhafte Ausbildung, niedriges Einkommen, beengte Wohnverhältnisse - Wiener mit Migrationshintergund haben in so gut wie allen Lebensbereichen wesentlich schlechtere Karten als Alteingesessene. Das zeigt eine von der Stadt gemeinsam mit dem Europaforum und dem Büro Difference durchgeführte Studie. In sämtlichen acht untersuchten Themenfeldern - von Bildung über Beschäftigung bis Gesundheit - zeigen sich teils große Unterschiede.

So haben etwa 35 Prozent der Zuwanderer über 20 nur einen Pflichtschulabschluss, bei Wienern ohne Migrationshintergrund sind es 15 Prozent. Schlechtere Ausbildung führt dann auch zu schlechterer Bezahlung: Weibliche und männliche Beschäftigte aus den EU-Staaten, dem ehemaligen Jugoslawien und der Türkei verfügen über nur 40 bis 65 Prozent des Einkommens von österreichischen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern. Allerdings ist auch eine Hochschulausbildung keine Garantie für ein geregeltes Einkommen: 67 Prozent der arbeitslosen Akademiker haben einen Migrationshintergrund.

Integrationsstadträtin Sandra Frauenberger (SP), in deren Auftrag die Untersuchung durchgeführt wurde, will diese Gräben in den nächsten Jahren schließen - oder zumindest verkleinern. Unter anderem mittels Intensivierung der Frühförderung im Kindergarten, sozialarbeiterischer Ausbildungsbegleitung für Jugendliche nach der Pflichtschule sowie durch den Ausbau an Anerkennungsmöglichkeiten von ausländischen Bildungsabschlüssen. Auch Neuzuwanderer bräuchten mehr Begleitung: "Wir dürfen nicht denselben Fehler machen wie damals bei den Gastarbeitern", sagt Frauenberger.

Bürgermeister Michael Häupl (SP) kann sich sogar die Einrichtung eigener türkischer Schulen vorstellen. Dies könne in Analogie etwa zum Lycée Français oder der Vienna International School geschehen, sagte Häupl bei einem gemeinsamen Termin mit dem türkischen Botschafter am Freitag.

Der sogenannte Integrations- und Diversitätsmonitor soll künftig alle zwei Jahre erscheinen. "Wir haben diesmal bei der Messbarkeit noch nicht alles zusammengebracht, aber vieles", sagt Frauenberger. In vielen Bereichen hätten bisher schlichtweg die Daten gefehlt. Als Wiener mit Migrationshintergrund gelten Stadtbewohner, die entweder im Ausland geboren sind, eine andere Staatsbürgerschaft haben oder mindestens einen Elternteil mit ausländischer Herkunft haben.

Demnach weisen in Wien 44 Prozent der Bevölkerung Migrationshintergrund auf. Die Enkelkinder des klassischen Gastarbeiters, der in den Sechzigern nach Österreich kam, sind da also nicht miteinberechnet. Frauenberger will ihr Hauptaugenmerk auf die zweite Generation legen. Dabei spiele auch Partizipation eine wesentliche Rolle: "Wir brauchen das kommunale Wahlrecht für Nicht-Österreicher." Diesbezüglich müsse man weiter Druck auf den Bund machen.

Im eigenen Wirkungsbereich will sich die Wiener Integrationsstadträtin künftig auch vermehrt den älteren Migranten zuwenden. Denn diese würden in der Pension die deutsche Sprache oft völlig verlernen. Diesen Sommer sollen erstmals Streetworker ausrücken, die sich speziell um diese Migrantengruppe bemühen. Ältere Menschen mit Migrationshintergrund bleiben meist auch für das Gesundheitssystem unsichtbar: Laut Bericht nimmt nur eine verschwindend geringe Zahl an Migranten Pflegedienstleistungen in Anspruch.

"Man muss sich auch fragen, was trägt die Stadt in ihrer Regelstruktur zu Integration bei?", sagt Kenan Güngör vom Büro Difference. Im Bericht wurde deshalb neben dem Integrations- auch ein Diversitätsbarometer entwickelt: 30 Magistratsabteilungen wurden im Hinblick auf ihre Niederschwelligkeit für Migranten untersucht.Vorbildlich hat da etwa die MA 13 (Jugend und Pädagogik) abgeschnitten, weniger gut kamen die MA 55 (Bürgerdienst) sowie die MA 15 (Gesundheitsdienst) weg. (Martina Stemmer/DER STANDARD, Printausgabe, 10./11. April 2010)

 

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springflower
02
Wenn ein in Österreich geborener Ausländer

bei Kindergarten- oder Schuleintritt der österreichischen Sprache nicht mächtig ist, ist dies den Eltern anzulasten. Wer das österreichische Schulsystem durchläuft und am Ende noch immer radebrechend Deutsch spricht muss sich nicht wundern, wenn er/sie keinen Lehrplatz findet. Wer seine Ausbildung abbricht und ungelernt am Arbeitsplatz landet hat kaum Chancen - zurecht!
All das ist aber nicht dem österreichischen Staat anzulasten, der hohe Sozialausgaben für diese Bevölkerungsgruppe tätigt und der in den Schulen große Anstrengungen leistet und Mehrausgaben tätigt, um diese Schüler am Unterricht teilhaben lassen zu können. Ich vermisse die Anstrengung bei
den Herkunftsfamilien, die Voraussetzungen für Intgration zu schaffen!

Ravenhorst
25
Siedelt endlich die Österreicher ab....

.... dann haben die Zuwanderer ihr Ziel erreicht.

Sancti
25
22.4.2010, 18:05
Als in Österreich die Sonne nicht unterging, waren viele Österreicher!

Die sind es auch in Nachkommenschaft geblieben. Es waren aber kaum Islame darunter.

Um das Gejeiere des Berichts zurecht zu rücken!

K R
31
23.4.2010, 00:47
was sind "Islame" ?

philidor85
00
27.5.2010, 17:08

ajatollah am gürtel

vaginalfachverkäuferinnen: kumm eini kumm eini
seine Heiligkeit: is lahm is lahm

ein lahmer witz aus volksschultagen erlebt seine renaissance!

Das Wort
27
24.4.2010, 10:42
Islahme mögen gering Bewegliche sein, Islame sind hoch bewegliche Muslime mit Eroberungsabsicht.

Die Eroberung erfolgt durch Einschleichen und hohe Geburtenrate oder mit der Waffe.

Das, unter dem Vorbehalt der Richtigkeit femder Information - bin eben ein Ungläubiger und plappere nach was Erdogan und Andere sagen.

MCW
24
21.4.2010, 11:58
also ich bin auch ein 'echter' wiener

aber habe genauso wie es sich für einen 'echten' wiener bzw österreicher gehört irgendwo ausländische wurzeln nur halt nicht mehr in 2. oder 3. generation sondern viel weiter zurück...

man kann aber auch nicht alle in eine lade werfen... weil 'wir' österreicher können auch nicht wirklich deutsch! siehe aufnahmetests bei der polizei z.B. da fliegen die meisten beim deutschtest durch.

wieviele österreicher haben wirklich freunde mit migrationshintergrund?

der ORF hat mal eine gute doku gebracht über österreicher die sich in nicht deutschsprachigen ländern niedergelassen haben --> siehe da 'wir' wollen auch nicht die landessprache lernen und gehen dann lieber zum österreichischen supermarkt

change your perspective...

yokozuna
00
28.4.2010, 02:22

Super. Es gibt extra "österreichische" Supermärkte im Ausland? Nicht einmal deutsche? Integration quo vadis.

serialmum
00
29.4.2010, 13:52

In Akkra gibt's einen inernationalen Laden, man zahlt dort NICHT mit Cedi.
Aber, oh Verwunderung, es gibt einen perfekt deutsch sprechenden Apotheker (hat in Heidelberg studiert).
Woanders ist immer alles anderes; große Unterschiede gibt es unter anderem zwischen Wien und den Dörfern ist Ostanatolien.

Gilgamesh
33
21.4.2010, 14:03

Völliger Nonsens...

Nicht wir wollen nicht erlernen, sondern die Leute die auswandern.
Ich werfe ja auch keinem Türken aus Ankara vor, dass er nicht Deutsch lernt, sondern der mittlerweile in der 3. Generation hier lebenden Türken.

Aber egal, vergleichen sie Äpfel mit Birnen....

Change your mind...

Harry Y.
 
20
22.4.2010, 10:20

Siehe mein Posting weiter unten.

Gilgamesh
35
19.4.2010, 14:59

Meine Großmutter war eine Böhmin.
Seltsamer Weise hat sie aber akzentfrei Deutsch gesprochen, sie war für die damalige Zeit durchaus gebildet, wenn sie auch „nur“ ein Zimmermädchen in einer Aristokratenfamilie war.
Mein Vater hat niemals böhmisch gelernt.
Warum also kann dann zum Teil die dritte Generation der Türken kein richtiges Deutsch?

Sind nicht vielmehr diese unwilligen Menschen selbst schuld, wenn sie benachteiligt, ja an den Rand gedrängt werden?
Man kann also „Gräben nur schließen“, wenn die andere Seite mitspielt und auch willens ist sich zu bilden, Umgangsformen anzunehmen und die Sprache zu lernen.
Emigranten die dies machen, haben weit weniger Probleme mit dem Job, dem Leben...

caffènoir
00

Türken können teilweise besseres Deutsch als Wiener, bzw. Wiener mit tschechischem Migrationshintergrund...

caffènoir
61
22.4.2010, 09:16

akzentfreies deutsch hat die gute sicher nicht gesprochen, sondern wienerisch!!!

Gilgamesh
24
26.4.2010, 08:06

Schön dass auch sie meine Großmutter kannten...

Stellen sie sich vor, sie konnte sogar Hochdeutsch, die Gute....

Aber sie wissen das sicher besser als ich....

caffènoir
31

hochdeutsch (also Bundesdeutsch) hat die gute sicher nicht gesprochen, sondern ostösterreichisch.

Madame Haram
03
Österreichisches Deutsch ist ebenso wie Schweizer Hochdeutsch u. bundesdeutsches Hochdeutsch

eine Varietät der deutschen Sprache. Wieso Sie meinen, dass das bundesdeutsche Hochdeutsch das Hochdeutsch an sich darstellt, müssten Sie mir erklären.

Und Dialekte sind wieder was anderes.

Und Ihre Aussage weiter oben ("Türken können teilweise besseres Deutsch als Wiener, bzw. Wiener mit tschechischem Migrationshintergrund...") ist nichts weiter als Trotz.

Sicher wird`s ein paar gebildete Türkischstämmige geben,die sich gewählter ausdrücken können als ein österr. Hackler.
Was aber trotzdem nichts daran ändert, dass die türk. Migranten in ihrer Gesamtheit besondere Schwierigkeiten mit der Integration u. dem Erlernen der deutschen Sprache haben. In D übrigens ebenso wie in Ö. Da hilft auch eine Handvoll positiver Einzelfälle nicht viel.

Joe Bazooka
 
00

die akademiker unter den türkischstämmigen können ausgezeichnet deutsch, der großteil hat allerdings geringes bildungsniveau => in der gesamtheit ergeben sich schwierigkeiten mit dem erlernen der deutschen sprache, ebenso wie unsere hackler sich mit dem erwerb von fremdsprachen schwer tun; das hat nichts mit der herkunft zu tun

Madame Haram
00
Prinzipiell d`accord. Allerdings muss man mittlerweile schon auch zur Kenntis nehmen, dass die türkisch-muslim. Kultur eben eine extrem integrationsfeindliche ist u. Abrenzung gegenüber der "dekadenten westlichen Gesellschaft" (deren Sozialleistungen

trotzdem gerne genommen werden) in den türkisch-muslimischen Parallelgesellschaften geradezu als Tugend gilt.
Und ohne Integration ist eben ein sozialer Aufstieg kaum zu schaffen.

Insofern spielt eben nicht nur die Schichtszugehörigkeit eine Rolle, sondern auch die Herkunft bzw. der kulturelle/religiöse Hintergrund.

Joe Bazooka
 
00

Ich nehm's zur Kenntnis ;)

dennoch...

Sie meinen, mit gutem Willen schafft man den sozialen Aufstieg? - Ihr Wort in Gottes Ohr...

Und wäre die westliche Wohlstandsgesellschaft eine derart integrierte Einheit, wie es der Ausdruck 'Parallelgesellschaft' suggeriert, dann wären wohl kaum die niedrigen Wahlbeteiligungsraten zu erwarten, wie sie realiter doch gang und gäbe sind.

Madame Haram
01
11.5.2010, 14:08
Guter Wille ist zumindest die Voraussetzung dafür. Und auch wenn nicht jeder Tellerwäscher Millionär werden kann (was für Autochthone genauso gilt), wär es zumindest ein Fortschritt, wenn die Nachkommenschaft der sog. Gastarbeiter nicht so zahlreich

zu Gastarbeitslosen würden.

Dass es gerade bei türk. Migranten besonders häufig am Integrationswillen mangelt, ist übrigens nicht nur in Ö Thema, sondern auch im - politisch weitaus korrekteren - D immer wieder das Ergebnis von div. Studien (gerade auch im Vergleich zu anderen Migrantengruppen).

Und vielleicht könnte das auch daran liegen, dass es türk./muslim. Migranten an einem gar nicht mangelt: an einer ganzen Schar an türk./muslim. Kulturvereinen u. UnterÜberDachverbänden - teils eng verbandelt mit dem türk. Staat (DITIB in D u. ATIB in Ö sind ja der der staatl. türk. Religionsbehörde direkt unterstellt) u. mit einem dementsprechend eigenwilligen Verständnis von Integration.

Dazu passt auch ein türk. Premier, der seine AnhängerInnen

Madame Haram
00
11.5.2010, 14:07
Forts.:...in die Kölner Arena lädt u. Ihnen zuruft, dass sie immer Türken bleiben werden. Und der sich auch nicht scheut, türkischstämmige deutsche Politiker in die Türkei einzuladen u. zu ermutigen, pro-türkische Politik zu betreiben. Und der über

Frau Merkel mault, weil die nicht gleich vor Begeisterung Luftsprünge macht ob seines Vorschlags, ein paralleles Netz an ÖFFENTLICHEN (daher vom deutschen Staat bezahlten) türk. Schulen zu etablieren.

Und auch wenn die Mehrheitsgesellschaft natürlich (und zum Glück) nicht komplett gleichgeschaltet ist, so gibt es doch eine ganze Reihe an Werten, Regeln, Sitten, Übereinkünften etc., die von einem Großteil akzeptiert u. geteilt werden.

Ob das jedoch bei bestimmten Zuwanderergruppen ebenso ist, darf zumindest bezweifelt werden. Denn neben allem, was man so hört u. sieht, beförderte auch die jüngste GfK-Studie zutage, dass es z.B. rund 50% der befragten türk. Migranten gerne sähen, wenn Elemente der Sharia ins österr. Recht einfließen würden.

Joe Bazooka
 
00
11.5.2010, 16:06

Der Vergleich mit Köln scheint mir zu hinken: ich will nicht sagen, dass uns Deutschland nichts anginge, schließlich stellen die Deutschen die größte Immigrantengruppe, und das Verhältnis zu offener Gewalt ist im Nachbarland weniger distanziert - oder 'verlogen', wie man's nimmt - als hier. Daher wundert mich auch die Forderung nach Anerkennung der Sharia nicht: sie entspricht dem Wunsch nach Rache statt Recht. Davon muss man sich klar distanzieren, aber Rachebedürfnisse kennen wir natürlich auch hier, nicht?

Madame Haram
00
11.5.2010, 16:43
Wie jetzt das Thema Rache oder die deutschen Migranten in Ö (die im übrigen ganz bestimmt nicht die größte Migrantengruppe in Ö darstellen, wenn man seriöserweise nicht nur jene Migranten ins Auge fasst, die gerade kommen, sondern auch jene, die

bereits da sind - und das sind von den Türkischstämmigen mehr als 400.000) mit meinem Posting zu tun haben, ist mir nicht ganz klar.

Und Parallelen zu D (hinsichtlich der Integrationsprobleme mit vielen türk. Migranten) gibt es durchaus. Was dort DITIB oder der Chef persönlich fordert, wird halt hier von ATIB artikuliert (in Linz etwa forderte ATIB auch bereits türkische Schulen - die Diskussion war aber dann glaube ich schnell beendet, als der SPÖ-Bürgermeister meinte, dass ihm diese Idee als grenzdebil erscheine).
Und dass sich Erdogan um D mehr kümmert als um Ö, ist auch klar. Schließlich lebt dort mehr (in absoluten Zahlen zumindest) von seinem Stimmvieh.

Joe Bazooka
 
00
11.5.2010, 21:10

Vielleicht habe ich mich nicht klar ausgedrückt: ich rede nicht von Verbal-Eskapaden, sondern von offener Gewalt, die in einem überholten Ehrbegriff begründet ist, und zu den Ereignissen in Deutschland gibt es diesbezüglich in Österreich eben nichts Vergleichbares, - was wohl kaum daran liegt, dass Österreich für Erdogan weniger interessant wäre...

Und freilich hat das Thema Rache mit Ihrem Posting zu tun: darin besteht ja gerade der Unterschied zwischen der Scharia und westlichem Recht, dass unser Recht ein reiner Formalismus ist, der über den Affekten steht.

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