Ungewollte Verhütung

Abwasser-Fische schwimmen in Medikamentenrückständen

9. April 2010, 18:51

Zur Verhütung eingesetzte Mittel zeigen auch bei Fischen Wirkung

Göteborg/Umeå - Forscher der Universität von Umeå und der Sahlgrenska Academy an der Universität Göteborg haben Arzneimittel-Rückstände in Fischen entdeckt, die in aufbereiteten Abwässern schwammen. Im Fischblut konnten höhere Werte des Hormons Levonorgestrel gefunden werden, als in einer Frau, die eine Verhütungspille mit dem Hormon einnimmt. Erhöhte Werte der Substanz können zu Unfruchtbarkeit bei Fischen führen, berichten die Forscher im Fachmagazin "Environmental Science and Technology".

Die Forscher um Joakim Larsson haben Fische, die in geklärten Abwässern in den Stadtgebieten von Stockholm, Umeå und Göteborg leben, untersucht. "Das Ergebnis war erstaunlich, denn die Menge des in hormonellen Verhütungsmitteln häufig verwendeten Levonorgestrel, die wir in den Fischen gefunden haben, lagen bei rund einem Nanogramm pro Liter", so Larsson. In einer vorangegangenen deutschen Studie kamen Forscher zum Ergebnis, dass weniger als ein Nanogramm des Hormons ausreiche, um die Reproduktion der Fische zu stoppen.

Levonorgestrel am stärksten konzentriert

Die Fische wurden in nicht verdünnten gereinigten Abwässern untersucht. "In freier Wildbahn wird das gereinigte Abwasser noch weiter verdünnt und damit das Risiko verringert", so Larsson, der allerdings hinzufügt, dass es auch Wasserläufe gibt, die weniger oder kaum verdünntes behandeltes Abwasser führen. "Klar wird in der Studie jedenfalls, welche Substanzen aus den Abwässern unbedingt entfernt werden müssen."

"Insgesamt haben wir die Fische auf 25 verschiedene Arzneimittelrückstände hin untersucht", so Larsson. "Allerdings konnten wir von keiner Substanz derart hohe Werte feststellen wie vom synthetischen Progesteron-ähnlichen Levonorgestrel." Seit knapp zehn Jahren ist bekannt, dass synthetisches Östrogen aus der Antibabypille trotz Abwasserbehandlung schädlich für Fische ist.

Alternativen wünschenswert

Kombinierte Antibabypillen enthalten verschiedene synthetische Sexualhormone wie etwa synthetisches Östrogen und Progesteron-ähnliche Hormone. Welche Mengen in den einzelnen Präparaten enthalten sind, variiert. "Doch Levonorgestrel ist in sehr vielen Antibabypillen, Hormonimplantaten uns Pille-Danach-Produkten enthalten", so der Forscher. "Wenn wir wissen, dass unsere Arzneimittel die Umwelt bedrohen, wären wir in einer besseren Situation, wenn wir auf umweltfreundliche Alternativen zurückgreifen würden. Allerdings steht das Wohl der Patienten an oberster Stelle", erklärte Larsson abschließend. (pte/red)

NaOida!
00
15.4.2010, 04:55

also ich hab gehört dass die fische zu zwittern werden - sprich weibchen bekommen hoden und männchen bilden eierstöcke ansatzweise aus ....

was dann im endeffekt aufs gleiche raus kommt - unfruchtbar

ist das dort nicht der fall?

captain future
01
12.4.2010, 14:34

Er: Nimmst du die Pille?
Sie: Nein, hatte Sushi!

her wig
00
11.4.2010, 09:21

Das Wohl der Patienten an oberster Stelle, darf man Fisch nur noch auf Rezept essen - dafür braucht man dann weniger Medikamente zu nehmen.

ndaa
00
nix neues

v.a. weibliche Krokodile im Colorado und ein Weibchen-Überhang bei den Forellen in der Weser.

Wer hätte das gedacht, dass synthetische Hormone, die designed wurden, sodass sie nicht abgebaut werden (reduziert die Dosis) - nicht abgebaut werden.

Fast so gut wie die kaum entsorgbaren Trafoöle, die ja im Betrieb nicht verrotten oder gar brennen dürfen.

h 90
00
10.4.2010, 16:52

Ich frag mich immer was mit den tonnen PTFE das wir verarbeiten weiter passiert.
Das haelt ja auch ewig.

Schuttwegräumer
00
10.4.2010, 17:37
fast nix

PTFE (MArkenname TEflon) wird doch fast nicht zersetzt?
Tut allerdings nix solange es nicht thermisch zersetzt wird.

h 90
00
10.4.2010, 17:47

Ja meine ich ja...zersetzt sich nicht.
Da werden aber ordentliche Mengen verwendet. Bei uns wird das Endprodukt dann entweder eingegraben werden oder verbrannt (also nicht von uns sondern vom Endkundenm ueber die Muellabfuhr (Thailand)).
Was mich halt entsetzt ist dass das ewig haelt, wer kann dem F schon die Bindung spalten?
Wobei die Mengen wahrscheinlich im Vergleich zu Konsumguetern doch wenig sind.

ndaa
01
10.4.2010, 22:34
solange die Partikel inert UND relativ gross sind...

Schlimmer ist's schon wenn das nano-partikel sind.
Lungengängig und durch die nadelige Form ungesund, das ist keine gute Kombination, auch wenn chemisch inert.

Auch Asbest ist chemisch inert, dringt aber durch die nadelige Struktur in die Zellen ein und stört dort ganz gewaltig.

Von dem Wasser-auf-Scheiben-Abperl-Nano-Zeugs werden schon über 8 Tonnen / Jahr erzeugt.
Das wird unkontrolliert freigesetzt - per Auto-Scheibenwaschanlage bzw. Fensterputzer & Erosion.

Brauchbare Studien über die Schädlichkeit?
Fehlanzeige.

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