Seoul bedauert Entscheidung
Dem seit zwei Jahren eingefrorenen gemeinsamen Tourismusprojekt zwischen Süd- und Nordkorea droht das endgültige Aus. Die südkoreanische Regierung bedauerte am Freitag die Entscheidung des kommunistischen Nachbarlandes, Touren zum Kumgang-Gebirge an der nordkoreanischen Ostküste künftig nicht mehr vom südkoreanischen Reiseveranstalter Hyundai Asan durchführen zu lassen. Nordkorea müsse den Beschluss "sofort zurückziehen", forderte ein Sprecher des Vereinigungsministeriums in Seoul.
Südkorea hatte die Reisen ins Gebirge im Sommer 2008 eingestellt, nachdem dort eine Südkoreanerin in ein nahe gelegenes militärisches Sperrgebiet geraten und von einem nordkoreanischen Soldaten erschossen worden war. Nordkorea hatte die Forderung nach einer gemeinsamen Untersuchung des Vorfalls abgelehnt. Später wurde auch das Programm für Besuche in der nordkoreanischen Grenzstadt Kaesong ausgesetzt.
Die Projekte waren eine wichtige Devisenquelle für Nordkorea. Das Land hatte erstmals Ende der 1990er Jahre Besuche von Touristen aus Südkorea und anderen Ländern in Gebieten des Kumgang-Gebirges zugelassen. Das Tourprogramm galt als Symbol der innerkoreanischen Zusammenarbeit. (APA)