Unrealistische Erwartungen an die Elternschaft
New York - Nach der Geburt des Nachwuchses erleiden manche Mütter und auch Väter eine Depression. Aber auch viele Adoptiveltern verfallen nach der Aufnahme eines Kindes in niedergeschlagene Stimmung. Die Ursache dafür sind einer Studie zufolge oft übersteigerte und unrealistische Erwartungen an die Elternschaft.
Die Forscher der Purdue Universität im US-Staat Indiana befragten neben Experten auch 21 Elternpaare, die nach der Adoption depressive Symptome wie Schwermut, Interesselosigkeit, Müdigkeit oder Schuldgefühle entwickelt hatten. "Man hört viel über die Kindbettdepression nach einer Entbindung, aber das emotionale Wohl von Adoptiveltern nach der Aufnahme eines Kindes wird nicht thematisiert", sagte Studienleiterin Karen Foli.
Wenig Unterstützung
Wie die Forscherin im "Western Journal of Nursing Research" berichtete, haben viele Eltern überhöhte Erwartungen - an sich selbst, an ihre Freunde und Verwandten und nicht zuletzt auch an das Kind. "Manche Eltern rechneten nicht damit, dass die Bindung zu dem Kind ein Kampf sein würde oder dass Verwandte und Freunde ihnen weniger Unterstützung anboten als anderen leiblichen Eltern", sagt Foli. Trotz der rigorosen Vermittlungsverfahren seien manche Adoptiveltern nicht ausreichend auf die Bedürfnisse der Kinder vorbereitet.
Stellt sich dann Enttäuschung ein, reagieren manche Väter und Mütter mit Schuldgefühlen, über die viele aus Scham nicht reden. Dabei sei es gerade wichtig, mit Freunden oder Experten über solche Probleme zu sprechen, betont Foli. (APA)