Thema: E-mobil in der Stadt

Voll elektrisiert

Regina Bruckner, 8. April 2010, 17:06
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    Aus "Wer braucht den so etwas" wurde aber ganz flott - also gleich beim ersten Besteigen eines der neuen vielbeschriebenen und bejubelten E-Mobilos ein "Urcool".

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    Flott, fesch, komfortabel: Königlich anstrengungslos dahinrollen, das hat einiges für sich.

KTMs Pedelec eCross ist nix für Weicheier und macht sich nicht nur im Wald und auf der Heide gut

Für Weicheier, Coolness-Faktor unter Null, unerotisch, von ältlichen Damen in Funktionskleidung und jung gebliebenen Herren mit Bauchansatz und stylemäßig in Insektenpanier bewegt: Das war der einstellungsmäßige Ausgangspunkt der Testerin, als man zum E-Bike-Probieren lud. Aus „Wer braucht denn so etwas" wurde aber ganz flott - also gleich beim ersten Besteigen eines der neuen vielbeschriebenen und bejubelten E-Mobilos ein „Urcool". Das KTM eCross hat gewissermaßen auf den ersten Pedaltritt voll elektrisiert. Meinungsmäßig machte man als Testerin praktisch gleich bei der ersten Fahrt vollends schlapp und wurde straßenmäßig dafür gänzlich hochdynamisch. Die Jungfernfahrt: Klosterneuburg auf der Wiener Donauinsel stadteinwärts Richtung Reichsbrücke - bei merklichem Gegenwind. Wer will, schafft das als sportlicher Radlfahrer selbstverständlich auch ohne Motor. Aber: Wer hat, der hat.

Kraftvoll losstarten

Beim Start heißt es zunächst einmal kräftig in die Pedale treten (ein Déjà-vu für Besitzer der alten Holland-Fahrräder), denn markentypisch fordert die Steuerelektronik kraftvollen Antritt, bevor sie die Motorleistung freigibt. Die kommt dann aber, je nach gewähltem Unterstützungsgrad (von Stufe eins bis Stufe vier) mit bis zum Dreifachen der Eigenleistung. Viel Treten ist da auch auf der windigen Donauinsel nicht notwendig. 25 km/h ohne Anstrengung bei Stufe zwei unter den genannten Bedingungen: Das macht richtig Spaß. „Ich will mich ja abstrampeln" war gestern; königlich anstrengungslos dahinrollen, das hat einiges für sich. Ganz große Klasse: Eine Gebrauchsanweisung muss man nicht studieren. Alles selbsterklärend und auch für Technologiemuffel auf den ersten Blick durchschaubar. Was den Bedienkomfort betrifft: Alles bestens erreichbar und fein übersichtlich. Selbst das Display, das einem ja Auskunft über das eigene Vermögen in Sachen Fortkommen (sprich über Geschwindigkeit und ganz wichtig den Akkuladestand) geben soll, auf dass man ein Loblied auf die Muskelkraft trällere - ist gut lesbar. Und weils ja nun kein Rad für Omi und Opi, sondern ein echtes Sportgerät ist, fehlen Gepäcksträger und Lichtanlage. Für die Nachrüstungsmöglichkeit für Ersteres ist gesorgt. Zweiteres hätte man sich aber schon irgendwie gewünscht.

Keine mobile Gehhilfe

Aber nun zurück auf die Straße. Wer es hier auf Reichweite bringen möchte, sollte mit der Wahl der Unterstützung bescheiden bleiben: Stufe eins bleibt kaum spürbar, schont aber den „Tankinhalt". Stufe zwei zieht Rad samt Radler leichte Anhöhen mühelos hoch. Stufe drei und vier haben es aber in sich und sorgen für einen kräftigen Schub. Die Verschmelzung von Cross- und E-Bike ist ziemlich bravourös gelungen und tut dem ältlichen Image der Zunft sicher gut: Das Vorurteil mobile Gehhilfe für Senioren ist mit dem eCross wohl nachdrücklich ausgeräumt. Die Zutaten: Ein Crossbike mit verstärktem, speziell entwickeltem Rahmen, gemäßigt sportlicher Sitzposition, leistungsfähiger Federgabel, ausreichend dimensionierter Scheibenbremsanlage und flott rollenden Geländereifen. Im 28-Zoll-Hinterrad steuert ein BionX-Motor 250 Watt bei. Auch nicht schlecht: Das Ding gewinnt beim Bremsen und Bergabfahren Energie zurück. Womit wir gleich beim Stichwort Bergfahrten sind: Bergauf geht's locker dahin. Im Gelände heißt es dann aber mit der Elektrounterstützung aufpassen, denn hier wirkt sich die Systemträgheit stärker aus: Der Motor setzt verzögert ein und läuft immer ein paar Zehntelsekunden nach. Was zuweilen im Stadt- oder Überlandverkehr für sanfte und fast geisterhafte Wellenbewegungen sorgt, bedeutet in brenzligen Kurven die Notwendigkeit mitzudenken. Mit einiger Übung ist das eCross aber durchaus auch sehr sportlich fahrbar.

Unkompliziertes Aufladen

Die Reichweite im Gelände lag bei den Testfahrten um die 30 Kilometer. Geradeaus schafft man an die 90, ehe der Akku neu aufgeladen werden muss. Die Chose verläuft erfreulicherweise gänzlich unkompliziert. Mit zwei Handgriffen wird der in der Rahmenmitte sitzende Akku abmontiert (natürlich erst nach der Entsperrung mit einem Schlüssel) und bei der nächsten Stromquelle in etwa vier Stunden aufgeladen. Die 25 Kilo Drahtesel müssen dabei nicht mit. Rund 800 Mal soll der Akku aufzuladen sein, dann muss er ausgetauscht werden. Das bleibt wohl auch der Wermutstropfen, denn der Preis von rund 800 Euro für einen Ersatzakku bringt - elektrisierende Fahrt auf oder ab - ganz schön zum Schlucken. Ein Tipp für Sparefrohs: Auch ohne Motor - der im Übrigen unhörbar ist - läuft das Gerät leichtfüßig.(derStandard.at, 8.4.2010)

 

Gewicht: 25 kg, Preis: 2.199 Euro, eCross auf der Herstellerseite

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 100
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dajonny
00

Ganz schön viel Vorurteile in dem Artikel...

The Resistance
00
28.4.2010, 11:18
"ein echtes Sportgerät"

tja, wer sichs einreden will..

Ab Null Euro
20
21.4.2010, 08:56
Bei der Gelegenheit gleich

Versicherungspflicht und Nummerntafeln für alle Räder einführen.

Das würde ganz besonders die Radfahrer schützen da sie dann wesentlich vernünftiger fahren würden.

Ab Null Euro
00

und auch noch eine Prüfung ablegen.

Kein fahrradfahren ohne Fahrradführerschein!

Derstandarddurchschnittsposter
00
17.4.2010, 12:01

Meine nächste größere Anschaffung wird wohl wo ein Rad mit Hilfsmotor werden.

lupomonti
00
16.4.2010, 10:37

Habe den pedelec-parcours auf der Bike Ausstellung vor dem Rathaus abgegrast und ca 6-8 verschiedenste getestet, das KTM war neben dem Giant bei den besten, hat nämlich vom Sitzen her das traditionelle Trekkingbike Gefühl.
Wirklich die Post abgegangen ist aber bim "Kleinen Schwarzen" von "Elektrobiker", kleinstes Kranzl, zweimal getreten und man ist auf Reisegeschwindigkeit, das ist der große Vorteil gegenüber dem traditionellen Fahrrad, bei starken Geschwindigkeitsänderungen ist mit e-bike eine weit größere Reisegeschwindigkeit drin.

Bis zum Hirnstamm und nicht weiter
20
16.4.2010, 04:08

man sollte den thread von weiter unten mal zusammenfassen:

wenn man den artikel liest, denkt man sich zunaechste, das selber radeln besser sei. bei weiterer überlegung erkennt man aber, dass die nahrungsmittelproduktion viel graue energie benötigt, die auch irgendwo herkommen muss. user kingcycle hat eine webseite gepostet die einem den energieverbrauch abschaetzt: http://bit.ly/9KrTIT . das legt nahe, dass es besser ist, die energie direkt in den e-motor, der ja einen besseren wirkungsgrad hat, als menschliche muskeln, zu speisen. aber: die akkus halten nicht lange, ihre produktion ist aufwaendig und am ende sind sie sondermeull. wenn man das berücksichtigt, ist selber treten doch besser: http://bit.ly/9sx1sB

human ic
20
16.4.2010, 11:44

wen interessiert der ökofirlefanz. es is ja bloss ein fahrrad.

Christoph ************
00
14.4.2010, 11:22

Also wenn das wirklich so wie man liest 80 Cent auf 100 km Treibstoffkosten hat ist es mir schlicht zu teuer, selbst wenn die Anschaffungskosten mal runter gehen werden. Das heißt jetzt nicht, dass sowas für andere nicht eine attraktive Option ist und als Alternative fürs Auto oder Moped ist es definitiv eine Überlegung wert.

Kritifax
00
11.4.2010, 18:18

wird alles billiger werden. man erinnere sich an die dolme mit 21.000 schilling handies...

Cpt Caveman
00
15.4.2010, 16:18

also das glaub ich nicht dass solche räder in zukunft viel billiger werden. akkus sind damals wie heute teuer und über die preise von den fahrrädern kanns auch nicht billiger werden. deutlich niedrigere preise werden hier IMHO nur durch mindere qualität zu erreichen sein.

graviton
10
15.4.2010, 17:23

Blödsinn. Dasselbe hat man früher auch über PCs, Notebooks, Mikrowellen, Fernseher, MP3-Player etc. etc. gesagt. Und wo sind wir heute? Sie übersehen, dass die Massenfertigung den Preis noch mal enorm drückt.

Cpt Caveman
00
15.4.2010, 20:55

geh bitte. man kann doch wohl elektronisches spielzeug (mobiltelefone, pcs, mp3-player, usw) nicht mit fahrrädern vergleichen.

graviton
00
15.4.2010, 21:08

Weil Laptops technisch viel aufwändiger als ein Fahrrad sind und deswegen noch weniger klar ist, warum es hier einen so enormen Preisverfall gab und gibt?

Cpt Caveman
00
16.4.2010, 22:30

e-bikes werden niemals solche absatzzahlen erreichen wie mobiltelefone oder notebooks. das bike an sich (ohne "e-", alsoantrieb) wird keinen preisverfall erleben, macht aber einen recht großen brocken des gesamtpreises aus. akkus waren früher schon teuer, sind heute noch teuer und werden auch in zukunft nicht billig sein. ja, e-bikes vom baumarkt werden billig, aber wie alle anderen räder aus dem baumarkt ebenso qualitativ schlecht sein.

so, und jetzt darfst es du auch einmal mit argumenten statt stichelei versuchen.

marty fink
00
17.4.2010, 09:47
Vielleicht binden die ja die alten Telefonakkus zusammen für so ein Radl,

dann wird's wieder günstiger! :-)

TillaEulenspiegelin
02
10.4.2010, 10:12

Elektrofahrräder haben sicher ihre Berechtigung im Stadtverkehr, wenn man nicht verschwitzt zu Terminen erscheinen möchte.
Aber "auf die windige Donauinsel" fahre ich, um Sport zu machen, und da ist Schwitzen "erlaubt" und ein Hilfsmotor der reinste Selbstbetrug. Btw.: Gerade auf der Donauinsel begegnen mir regelmäßig sehr sportliche ältere Leute, die auch bestimmt kein Elektrorad brauchen.

meedan
20
Radeln mit Stil - PEDELECS

Ich war ja sehr skeptisch, weil diese Räder immer ausgesehen haben wie Oma´s altes Fahrrad mit einem Kasten dran.
Stimmt aber nicht mehr wie man sehen kann: http://erfolg.org/pedelecs/
Ich find die Dinger sehr attraktiv. Damit kann man sich sehen lassen. - Nicht mit alllen Modelllen, aber ich denke es ist eine Frage der Zeit bis...

Bis zum Hirnstamm und nicht weiter
70

selbst wenn nur radfahrer auf e-bikes umsteigen, ist das eine ökologisch sinnvolle entwicklung. die ökobilanz eines e-bikes ist wesentlich besser als die eines menschen. das essen, das wir in uns reinstopfen, muss erst mal produziert, verpackt, transportiert etc werden. der wirkungsgrad eines menschen ist ebenfalls nicht gerade berauschend. da ist ein elektromotor schon wesentlich besser.

Eckman
02

Absurd.
Fahren die E-Bikes ohne Menschen durch die Gegend?

Stromproduktion hat, nebenbei gesagt eine "etwas" schlechtere Ökobilanz als ein Mensch.
Das Kraftwerk muss gebaut werden, die Rohstoffe zumeist abgebaut & herangekarrt, die Instandhaltung verbraucht Energie, die Übertragung & Speicherung führen zu weiteren Verlusten...&&&

Bis zum Hirnstamm und nicht weiter
30

es war wohl zu leichtfertig von mir, anzunehmen, dass jeder kapiert, dass das produzieren, verarbeiten, verpacken und transportieren von nahrung auch energie kostet. ausserdem braucht das e-bike keine duengemittel. die energiebilanz ist wegen des besseren wirkungsgrades des motors im vergleich zum menschen jedenfalls beim e-bike wesentlich besser als beim normalen fahrrad. hat das jetzt jeder verstanden?

I can no more - I break equal together -
01
10.4.2010, 02:40

Ihre These ist nur dann richtig, wenn man davon ausgeht, dass der "normale" Radfahrer zwangsläufig das Gleiche isst, wie der Pedelec-Fahrer und den Mehrverbrauch an kCal durch "mehr essen" ausgleicht.

Statt Magermilch eben Vollmilch, statt Vollkornbrot eben Weißbrot usw.
So mache ich das zumindest vor/bei/nach längeren Touren. 4000 bis 5000 kCal kann man nur schwer durch "mehr essen" kompensieren. So viel Zeit hat man in der Regel nicht.
Die Ökobilanz in Folge Ernährung (Produktion, Verpackung, ...) bliebe dann prinzipiell die Gleiche, während das Pedelec immer noch zusätzlich Strom braucht und einen Akku benötigt, der auch nicht auf Bäumen wächst. :)

Wer im Endeffekt etwas ökologischer ist, ist doch egal. Das Auto ist es sicher nicht.

Una música brutal
30
12.4.2010, 04:57

so ist es ja auch. die energie die ich beim radfahren verbrauche, muss zugefuehrt werden. das sollte eigentlich jedem, der schon mal ein paar stunden sport gemacht hat, aufgefallen sein. der elektromotor ist jedenfalls gruener als der motor mensch. daran werden zahlreiche rote stiche nichts aendern.

I can no more - I break equal together -
00
12.4.2010, 12:59

Klar muss die Energie 'zugeführt' werden. Aber beim E-Bike Fahrer genauso (Strom + Nahrung).

Ich bin mir auch sicher, dass der Durchschnittspuls und damit der Kalorienverbrauch des (mal angenommen) unsportlichen E-Bike Fahrers bei 25km/h Schnitt sicher nicht niedriger ist, als der eines einigermaßen trainierten Hobbysportlers.

Darüber hinaus ist der Kalorienverbrauch bei 'gleich sportlichen' Fahrern sicher nahezu ident.
Darum würde ich meinen, dass bei angepasster Ernährung, der Mensch unterm Strich 'grüner' ist bzw. sein kann.

kingcycle
00
14.4.2010, 11:22
Watt ihr wollt ;-)


Fast alle käuflichen Elektroräder sind schwerer als 25 kg und zwingen den Fahrer in eine aufrechte Position.
Um in dieser Position/mit diesem Rad bei Windstille und Ebene 30 km/h zu fahren, werden knapp 300 Watt Leistung gebraucht. Ein unmotorisierter Tieflieger oder ein verschaltes Velomobil braucht bei gleicher Geschwindigkeit zwischen 83 und 96Watt.
Von den 250-300 Watt des E-Motors werden unter günstigen Bedingungen 170-220 Watt für den Vortrieb nutzbar, unter ungünstigen wie z.B. Direktläufer/Berg auch schon weniger als 100 - der Rest wird "verheizt"..
Fahrradrechner:

http://www.rennradtraining.de/www.kreuz... /speed.htm

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