Songs sollen per digitalem Wasserzeichen und Online-Streaming kontrolliert werden
Während sich Online-Stores und Musik-Labels die vergangenen Jahre schrittweise darauf geeinigt haben, im Internet vertriebene Download-Songs ohne Kopierschutz auszuliefern, um Kundenwünschen entgegen zu kommen, scheint die Musikindustrie künftig wieder mehr Kontrolle über ihre Werke haben zu wollen.
Online-DRM
Wie der Tech-Blog TechCrunch meldet, sollen mehrere große Labels an der Durchsetzung eines neuen Kopierschutzverfahrens (Digital Rights Management) arbeiten. Dabei sollen MP3-Dateien mit digitalen Wasserzeichen versehen - wie es teilweise schon länger üblich ist - und zusätzlich über einen "Cloud Music Service" kontrolliert werden. Amazon, Apple und Google befänden sich laut Bericht bereits in den Verhandlungen mit führenden Musik-Studios.
Die Idee dahinter ist, dass Konsumenten künftig Nutzungsrechte an Songs oder Alben erwerben und als Stream von Servern im Internet konsumieren. Auch soll es möglich sein, bereits gekaufte Inhalte von der lokalen Festplatte auf den Server hochzuladen, um sie nicht noch einmal erwerben zu müssen. Mit dem online überprüften Identifikationsmerkmal, das Informationen über den Erwerber beinhaltet, sei es damit nur noch möglich ein Werk zu hören, wenn man es auch persönlich erstanden hat.
Hintertür
TechCrunch gibt zu bedenken, dass zahlreiche bereits erworbenen Download-MP3s eine Hintertür für dieses kontroverse Modell öffnen könnten. Online-Stores wie auch Apples iTunes versehen ihre Musik schon längere Zeit mit digitalen Wasserzeichen und könnten damit den Grundstein für die komplette Online-Kontrolle gelegt haben.
Wie das in der Praxis umgesetzt werden soll, ist allerdings fraglich. Die nachträgliche Überwachung bereits erworbener Musik dürfte wohl reichlich Gegenwind von Konsumentenschützern erhalten.
(zw)