Angriff sei "schockierend und tragisch" - Irakischer Journalistenverband nennt Helikopterangriff "ein Verbrechen"
Washington - Das Weiße Haus hat einen US-Angriff auf irakische Zivilisten im Jahr 2007 als "schockierend und tragisch" bezeichnet. Zuvor war auf der Webseite Wikileaks ein Video der Militärattacke aufgetaucht, die neun irakische Zivilisten tötete, darunter zwei Mitarbeiter der Nachrichtenagentur Reuters.
Das Video zeigt einen Überflug über einen Vorort von Bagdad aus der Sicht des Armeehelikopters. Dieser nahm eine Gruppe Iraker am Boden unter Beschuss, zum Teil unter unflätigen Schimpfworten der Piloten. Tote Iraker wurden als "Bastarde" bezeichnet. Die Kampfpiloten würden mit geschmacklosen Bemerkungen und zügellosem Vorgehen eher wie Avatare eines Action-Computerspiels wirken denn wie Soldaten, schrieben Kommentatoren.
Der irakische Journalistenverband fordert nun ebenfalls Aufklärung über den US-Helikopterangriff auf Journalisten in Bagdad 2007. Ein Sprecher nannte die Geschehnisse "ein Verbrechen". Bereits zuvor hatte Reuters von der US-Armee eine Untersuchung der Ereignisse verlangt. Diesem Ansinnen widersprach ein Sprecher des US-Generalstabs. Eine Untersuchung sei unnötig, da an dem Angriff "nie etwas verheimlicht worden" sei. Man bedauere jedoch "den Tod Unschuldiger". (AFP, red, DER STANDARD, Printausgabe 8.4.2010)