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Rudi Roubinek als Seyffenstein.
"Ich vermute ja, dass Lugner viel schlauer ist, als wir glauben", meint Rudi Roubinek, "zumindest fänd' ich's interessanter, wenn's so wäre". Als Obersthofmeister Seyffenstein hatte er den Baumeister ständig zu Gast. Im Karriere-Telegramm deutet er eine Fortsetzung von "Wir sind Kaiser" an, konstatiert aber Probleme mit Österreichs Promi-Dichte.
derStandard.at: Wie sieht der "typische" Arbeitstag von Rudi Roubinek aus?
Roubinek: Einen "typischen" Arbeitstag gibt es nicht, die Tätigkeiten sind vielerlei: Konzept- und Produktionssitzungen, das Schreiben selbst, Text lernen, proben, drehen, auftreten, Material aus Fernsehen und Zeitungen und Büchern sammeln, im Wirtshaus anderen Leuten zuhören undundund.
derStandard.at: Wer oder was nervt Sie in Ihrem Job am meisten?
Roubinek: Die Abgabetermine.
derStandard.at: Wie definieren Sie beruflichen Erfolg (Quoten, Zuseherreaktionen, persönlicher künstlerischer Anspruch)?
Roubinek: Es ist von Allem etwas. Im Fernsehen ist die Quote wichtig, das hat ein Massenmedium so an sich. Ich glaube Erfolg hat eine objektive und eine subjektive Komponente: die anderen müssen zufrieden sein und man selber auch.
derStandard.at: Wie geht es Ihnen persönlich nach dem Ende der Kaiserzeit? Depression oder "endlich vorbei"?
Roubinek: Weder noch. Ich beschäftige mich jetzt mit neuen, ebenfalls spannenden Dingen. Und ganz vorbei ist es ja nicht, wir spielen hin und wieder Off Air, z.B. bei karitativen Events.
derStandard.at: Wie oft werden Sie auf der Straße erkannt?
Roubinek: Mittlerweile sehr oft.
derStandard.at: Wie viel Seyffenstein steckt nach all den Jahren in Rudi Roubinek?
Roubinek: Eigentlich kaum etwas, die Figur ist doch sehr künstlich. Ich ließ dem Seyffenstein ein dezentes Faible für klassische, englische Automobile angedeihen, welches ich auch hege. Ansonsten hab ich's privat lieber locker und leger.
derStandard.at: Sind Sie durch die Rolle auch im privaten Bereich devoter geworden?
Roubinek: Seyffenstein ist nur gegenüber dem Kaiser devot, allen anderen begegnet er mit Hoch- oder Gleichmut. Ich selbst bin (hoffentlich) nichts davon geworden.
derStandard.at: Sie fungierten ja als Mastermind hinter der Sendung? Wie war die Aufgabenteilung zwischen Ihnen, Palfrader und dem restlichen Team?
Roubinek: Palfrader hat sich mit viel Hingabe vor allem um die Einspielfilme gekümmert. Mein Bereich war alles, was auf der Bühne passierte. Wobei ich am Anfang der Bucharbeit kreativ tätig war, indem ich die Linie vorgab, wie wir auf einen Gast zugehen, was wir mit ihm tun. Die Kollegen haben dann die Dialoge und Aktionen ausgearbeitet und ich habe am Ende noch einmal fein getunt. Dazwischen oblag mir die Koordination mit Produktion, Redaktion, Ausstattung, Kostüm etc. Wenn man so will, habe ich unseren "kleinen Hofstaat" geführt.
derStandard.at: Wer war Ihr Lieblingsgast im Rahmen der ganzen Sendungen und wer war eigentlich überflüssig?
Roubinek: Ich fand immer gut, wenn Politiker bei uns waren, da hat das Konzept am besten funktioniert. Leider haben sich wenige getraut. Wenn ein Promi angeeckt hat, hat es den Leuten gefallen, wenn ihn der Kaiser zurecht gestutzt hat. Manche Societyschmetterlinge sind aber auch durch ihren Besuch bei uns nicht interessanter geworden.
derStandard.at: Sind Sie persönlich für eine Fortsetzung des Kaisers oder hat sich das Format totgelaufen?
Roubinek: Totgelaufen hat es sich gewiss nicht. Die Leute vermissen das Format und das ist uns lieber, als sie würden sagen, wir sollten dann mal aufhören. Grundsätzlich ist zu sagen, dass wir in rund 50 Sendungen mehr als 150 Prominente zu Gast hatten. Wenn man noch die dazurechnet, die trotz mehrmaliger Einladung nicht kommen wollten, (also praktisch alle prominenten Politiker) dann sind die Bestände in Österreich weitgehend erschöpft.
derStandard.at: Wird man Sie schon bald in anderer Funktion im ORF sehen?
Roubinek: Das hoffe ich. Ich habe das Fernsehhandwerk hinter der Kamera von der Pike auf gelernt. Aber dann selber auf der Rampe zu stehen, das ist wirklich das Größte. Wir arbeiten zur Zeit wieder an einem schrägen Talkformat, in dem ich auch zu sehen sein werde. Allerdings sind wir noch in der Planungsphase.
derStandard.at: Wie lange war der Schatten des Kaisers (in Metern)?
Roubinek: Darauf lasse ich Obersthofmeister Seyffenstein antworten: "Seine Majestät wirft keinen Schatten, da wo er ist, ist das Licht."
derStandard.at: Wen halten Sie für den lustigsten Menschen in Österreich?
Roubinek: Finanzminister Pröll finde ich ziemlich drollig. Seine Vorstellung, dass die Menschen, die am meisten unter der Finanzkrise leiden, sie auch bezahlten sollen - so etwas muss einem einmal einfallen. Auch die Idee mit der Abwrackprämie war kurios: Wer darauf reingefallen ist und sich ein neues Auto gekauft hat, wird jetzt mit einer höheren Mineralölsteuer belohnt - zum Zerkugeln!
derStandard.at: Ist Ihnen Dauergast Richard Lugner ans Herz gewachsen?
Roubinek: Das wäre zu viel gesagt. Aber die Zusammenarbeit mit ihm war absolut professionell, er hat alle Stunts selbst gemacht! Ich vermute ja, dass Lugner viel schlauer ist, als wir glauben. Zumindest fänd' ich's interessanter, wenn's so wäre ...
derStandard.at: Gibt es Ideen für Soloprojekte oder was steht beruflich in nächster Zeit auf dem Programm?
Roubinek: Ich hab mich - zunächst zu Recherchezwecken, dann auch aus Interesse - sehr intensiv mit der österreichischen Monarchie beschäftigt. Eine kleine, kuriose Zusammenschau in Form eines Soloabends wird es schon bald geben. Außerdem arbeite ich an mehreren TV-Konzepten und habe gemeinsam mit Kollegen ein Theaterstück für Reinhard Nowak und mich geschrieben, das ab Oktober im Rabenhof zu sehen sein wird. (derStandard.at, 15.4.2010)
Zur Person:
Rudolf Roubinek (Jahrgang 1969) ist Autor und Schauspieler. Für den ORF entwickelte er Sendungen wie "Wahre Freunde", "Sunshine Airlines" oder "Under Cover". Bei "Wir sind Kaiser", das Comedy-Format lief zwischen 2007 und 2010 im ORF, zog er vor und hinter der Kamera die Fäden. Auf der Bühne war er u.a. im Theaterstück "Kottan ermittelt" tätig, wo er an der Seite von Reinhard Nowak den Schrammel spielte.
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...der irgenwie doch macht was er will gescheiter ist, als all die loser, die sich ueber ihn erhaben fuehlen ist anzunehmen. zudem macht sich die presse ja erst seit seinem versuch als bundespraesident zu kandidieren lustig. bei all der haeme sollte man aber nicht vergessen, dass er seine erste frau, als sie viele jahre im koma lag, jede woche mindestens einmal besucht hat. erst nach ihrem tod hat er eine marketingdame geheiratet, der rest ist uns allen vielleicht etwas zu gut bekannt...
Naja, als Obersthofmeister steht Herr Roubinek wohl über den Dingen und dürfte natürlich eine Dienstkutsche fahren. Ansonsten wäre es ihm aufgefallen, dass auch jene Leute, die die Abwrackprämie nicht in Anspruch genommen haben und ihr altes Auto weiterfahren, von einer höheren Mineralölsteuer betroffen sind. Drollig!
...und deren diletantismus wir mit gutem steuergeld foerdern duerfen haben weder mit abwarckpraemienautos noch der mineraloelsteuer probleme. deren steuerbeguenstigte dienstwagen fahren mit steuerbeguenstigtem diensttreibstoff... dafuer gibt es am jahresende immer eine fette praemie.
Auch der Computerjargon ist verbesserungswürdig:
zB
"Heute habe ich auf meinem Rechner eine neue Weichware eingespielt und später muss ich noch mein Mutterbrett überprüfen.
Ein Jugendlicher würde antworten: "Ist die Waschmaschine kaputt?"
Wo habe ich jetzt die KS hingelegt? (Anm. Kompakte Scheibe)
TV, Automobile, Event ... ???
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