Wien-Besuch

Van Rompuy will wieder EU-Gipfel in den Mitgliedsstaaten abhalten

7. April 2010, 06:46

Ratspräsident für häufigere Treffen der EU-Chefs - Erstmals offiziell in Wien

Wien - EU-Ratspräsident Herman Van Rompuy will das im Zuge der EU-Erweiterung eingeführte Monopol seiner belgischen Heimat auf EU-Gipfel abschaffen und europäische Großveranstaltungen künftig wieder in den anderen Mitgliedsstaaten abhalten. "Es wäre eine gute Idee, wenn zumindest eine Großveranstaltung, etwa der Europäische Rat, in dem Mitgliedsstaat stattfindet, der die rotierende Ratspräsidentschaft innehat", sagte der belgische Christdemokrat am Dienstagabend in einem gemeinsamen Pressegespräch mit Bundeskanzler Werner Faymann (SPÖ) in Wien.

So könnte etwa während der ungarischen Ratspräsidentschaft im nächsten Jahr eine EU-Großveranstaltung in Budapest stattfinden, sagte Van Rompuy. "Das wäre ein Symbol, dass Europa nicht nur Brüssel ist, sondern die 27 Mitgliedsstaaten." Heuer werde sich das aber nicht mehr ausgehen, räumte Van Rompuy ein: "Die nächste Präsidentschaft ist Belgien. Wir werden in Brüssel bleiben müssen."

Priorität auf Wachsstumstrategie

Der seit Jahresanfang amtierende Ratspräsident bekräftigte bei seinem ersten offiziellen Besuch in Österreich auch den Vorschlag, künftig öfter EU-Gipfel abhalten zu wollen. Die Staats- und Regierungschefs würden nämlich gerne viele Themen im Europäischen Rat erörtern, etwa zur Energie oder Arbeitsplatzsicherheit. "Mit vier EU-Gipfeln im Jahr kann man dies nicht in zufriedenstellender Weise tun", betonte Van Rompuy. In der Praxis gebe es aber ohnehin mehr Gipfeltreffen. Seit September habe ohnehin jeden Monat ein EU-Gipfel stattgefunden, sagte er mit Blick auf die Sondertreffen zu EU-Personalia und zur Wirtschaftskrise. "Also erfinde ich nicht etwas wirklich Neues."

Als die Priorität seiner Arbeit strich Van Rompuy die Erarbeitung der neuen europäischen Wachstumsstrategie "Europa 2020" hervor. "Die nächsten Jahre werden schwierig werden. Das Schlimmste der Rezession ist vorbei, aber die Probleme bleiben", sagte er in Anspielung auf die Strukturprobleme der europäischen Wirtschaft. Beim EU-Gipfel sei ein zwischen ökonomischen, ökologischen und sozialen Aspekten ausgewogenes Paket an Zielen beschlossen worden. Bis zum nächsten Gipfel im Juni gehe es darum, diese EU-Ziele auf die nationale Ebene herunterzubrechen.

Rompuy unterstützt Bankensteuer

Konkret stellte sich Van Rompuy für eine Stärkung der Finanzmarktaufsicht aus, um eine Wiederholung der Krise zu verhindern, und unterstützt auch die Einführung einer Bankensteuer. Er verwies darauf, dass Belgien während seiner Amtszeit als Regierungschef eine entsprechende Steuer beschlossen habe. Für die Beschlussfassung auf europäischer Ebene wolle er zunächst entsprechende Studien des Internationalen Währungsfonds und der EU-Kommission abwarten. Im Juni solle es dann beim EU-Gipfel eine Diskussion darüber geben. "Viele" EU-Staaten seien für eine Finanztransaktionssteuer.

Zur auch von Österreich geforderten Stärkung der EU-Grenzschutzagentur Frontex, die Kriminalität und illegale Migration bekämpfen helfen soll, sagte Van Rompuy er sei sich "der Probleme der Großkriminalität in Österreich und auch anderen Ländern bewusst". "Europa muss enger zusammenarbeiten, um dieses Problem bekämpfen zu können." (APA)

takayama
00
22.4.2010, 07:33
CAP

das wäre ein guter Posten für den Cap Pepperl.
Nix bis wenig tun und vimmer iel kassieren.

Franz Reisl
01
Die EU hätte auch einen Papagei ernennen können.,.

Wachstum, Wachstum, ..
Klimaschutz, Klimaschutz, ..

zimbo
 
00
10.4.2010, 09:57
Hauptsache alle fliegen kreuz und quer.

Die sollen Videokonferenzen abhalten, villeicht könnten die Lebensmittel dafür "billiger" werden.

witherabbitt
 
00


Bessere Koordination allein durch Gipfeltreffen wird in der Wirtschaftspolitik nicht ausreichen. — Im Übrigen möchte ich bemerken, daß BK Faymann einer der ersten war, der eine Bankensteuer skizziert hat.

Walter Angelli
38
Die Jetsetreisen der Wichtigmacher zu finanzieren

wird die EU Bürger auch nicht zu glücklicheren EU Bürgern machen. Städtekurzreisen sind zwar in, aber wenn die das wollen, soll sich das die EU Kaste selber zahlen. Aus den Lobbygeldern müßte sich das doch leicht ausgehen,oder?
Nur weil Herr Rompuy nicht einmal BÄH sagen darf, solange er nicht den Sanktus der Mehrheit hinter sich weiß, und somit ein Sekretär ist, der verzweifelt darum bittet, man möge ihm sagen, was er tun soll, muß nicht eine ganze Armada in Bewegung gesetzt werden. Dazu gibt es Videokonferenzen, SMS, E - Mail, Faxe und was weiß der Teufel noch billiges Bürozeugs.

Niki G
 
11
richtig so

EU Gipfel sind eines jener Symbole die EU-Bürger davon überzeugen können wie groß die Investition in eine gemeinsame Europäische Politik ist. Staatschefs treffen sich nicht ohne Grund - vielleicht verstehen die vielen Kritiker dann endlich einmal dass es auch welche gibt die sich um die Zukunft der EU kümmern.

Blaulicht einmal alle 14 Jahre, das werden sogar die Wiener aushalten.

luquas
10

Die EU-Pausenkasperl haben nur so leichtes Spiel mit uns, weil es De##en wie Sie gibt. Was soll das für ein Symbol sein, wenn sich dies traurige Meute monatlich zum Jausnen in einer anderen Stadt trifft?

Ab Null Euro
23
Wozu?

Das wir sehen wie die Bonzen mit Blaulicht durch Wien geführt werden? Das wir mit einem Verkehrschaos dafür büßen müssen. Das die Demonstrationen bei uns stattfinden.

Nix da, Brüssel den Brüsselern!

zimbo
 
01
10.4.2010, 09:58
Wenn schon, dann im Marchfeld.

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