Nichtraucher-Bestimmungen

Ministerempfehlung: "Abwarten“

06. April 2010 19:41
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    grafik: der standard

Sollen Wirte Raucherräume schaffen oder nicht? Drei Monate vor Ablauf der Übergangsfrist herrscht große Verunsicherung

Wien/Brüssel - Obwohl im Tabakgesetz verpflichtend vorgesehen, will die Bundesregierung den österreichischen Gastronomen keine Vorschriften machen, ob sie ihre Lokale bezüglich der Nichtraucher-Bestimmungen umbauen sollen. Laut Gesetz müssten größere Lokale ab 1. Juli, wenn sie Rauchen erlauben, dafür einen räumlich abgetrennten Bereich zur Verfügung stellen.

Zur Meinung von Verfassungsjuristen, wonach es zu einem EU-weiten generellen Rauchverbot in Lokalen kommen werde, sagt Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner (VP): "Ich sehe schon die Tendenz, dass es auf EU-Ebene zu einem totalen Rauchverbot kommen könnte." Gleichzeitig betonte der Ressortchef, dass er an die einzelnen Wirte keine konkrete Empfehlung abgeben wolle. Er verwies zwar auf die bestehenden Regelungen mit den Übergangsfristen. "Grundsätzlich sollte man aber einmal abwarten, was dann tatsächlich passiert." Gefragt, ob er als Gastwirt umbauen würde, sagte Mitterlehner: "Ja, weil die gesetzliche Lage so ist."

Auch Gesundheitsminister Alois Stöger (SP) verweist auf die aktuelle Gesetzeslage: „Wir haben in Österreich ein generelles Rauchverbot, und wir haben Ausnahmen. Diese Ausnahmen laufen erst am 1. Juli aus", danach sei das Rauchen nur mehr in „begrenzten Räumlichkeiten" in Lokalen möglich. Gefragt, ob es zu einem kompletten Rauchverbot kommen könnte, sagte der Minister, die Mehrheit wolle dies nicht. Eine Evaluierung der bestehenden Gesetze werde sein Büro am Donnerstag eröffnen. "Ich empfehle Gastronomen, ein Nichtraucher-Lokal zu machen. Ein Wirt, der besondere Umsatzerwartungen hat, der soll rechnen, ob sich das Risiko auszahlt." Der Gesundheitsminister verweist darauf, dass die Mehrheit der Bevölkerung aus Nichtrauchern bestehe.

Wirte für Rechtssicherheit

Branchenvertreter der Gastronomie wollen die derzeit geltende Regelung unbedingt aufrechterhalten. "Wir erwarten die Rechtssicherheit für unsere Gäste und unsere Betriebe", erklärte am Dienstag Fachverbands-Obmann Helmut Hinterleitner.

Sollte das jetzige Gesetz gekippt werden, will sich die Kammer auf den Vertrauensgrundsatz berufen. Dieser besagt, dass durch Investitionen erlangte Gesetzesrechte - wie eine Raucherlaubnis durch Umbauten - nicht einfach abgeschafft werden können - der Standard berichtete. Alle, die extra Raucherräume abtrennen, hätten das Recht, dass sich ihre Investition amortisiere, so Hinterleitner. Das „Schreckgespenst" EU-Kommission macht dem Obmann keine Angst: "Bis jetzt liegen dort keine konkreten Anträge für ein generelles Rauchverbot in Lokalen vor", betonte er.

Aus Sicht der Wirtschaftskammer ist die Umsetzung der jetzigen Regelung für die Wirte kein großes Problem, weil nur ein geringer Anteil der Wirte umbauen müsse.

12.300 Umbaupläne

Der Großteil der Lokale verfüge über mehrere Räume und halte sich seit 1. Jänner 2009 an das Gesetz, meinte Hinterleitner. Lediglich ein Drittel der 70.000 heimischen Betriebe habe ein einziges Gastzimmer, und nur 50 Prozent davon - rund 12.300 Gaststätten - hegten Umbaupläne. Der Rest der Lokale sei nicht größer als 50 Quadratmeter, dort dürfen die Wirte selbst entscheiden, ob Rauchen gestattet oder verboten wird.

SPÖ-Europaabgeordnete Karin Kadenbach wiederum rät Wirten zum Umstieg auf Nichtraucher-Lokale. Denn der Trend hin zu einem totalen Rauchverbot auf EU-Ebene sei kaum mehr zu stoppen.

Das EU-Parlament habe sich bereits im November 2009 für eine verpflichtende Gesetzgebung in allen EU-Ländern ausgesprochen. Demnach soll es in allen abgeschlossenen Räumen, die öffentlich zugänglich sind, ein Rauchverbot geben. Bisher konnte die Kommission nur Empfehlungen abgeben. Dem EU-Parlament ist das aber zu wenig, "denn in einem gemeinsamen Europa hat man auch das Recht auf einheitliche Standards beim Nichtraucherschutz", so Kadenbach.

Ganz anders beurteilt die Situation in Österreich Manfred Ainedter, Wiener Rechtsanwalt und Gründer der Plattform Rauchfrei(heit): "Wer aus Angst vor dem Kippen des aktuellen Rauchergesetzes durch die EU darauf verzichtet, in sein Lokal zu investieren, trifft die falsche Entscheidung." (APA, simo/DER STANDARD, Printausgabe, 7. April 2010)

Kommentar posten
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Scorpion50
08.04.2010 20:02
eines ist doch bemerkenswert

und zwar, dass die aussagen der taliban raucher fast wortwörtlich gleich sind wie die aussendungen drer blauen und orangen.
sitzen die einschlägigen poster womöglich gar in den parteizentralen? odeer bekommen sie nur die anweisungen von dort?

Peter Pichler
 
09.04.2010 15:02
Die Gruppe radikal islamistischer FPÖ/BZÖ-AnhängerInnen...

... die sich gegen ein allemeines Rauchverbot in der Gastronomie aussprechen, ist glaube ich so klein, dass es nicht notwendig ist, auf diese speziell einzugehen...

Alle Parteien beschäftigen Kampfposter. (auch Interessensvertretungen, Firmen,...). Sicher auch die beiden angesprochenen Parteien...

Ich und viele andere BefürworterInnen einer Regelung, die beide Angebote schafft, haben nichts mit den beiden Parteien zu tun.

Es gibt Leute, die statt in einer respektvoll geführten Diskussion Argumente auszutauschen, herumpöbeln und beleidigen... auf beiden Seiten... das ist störend... kann aber nicht verhindert werden.

Scorpion50
09.04.2010 20:02
wenn sie als raucher

von respektvollen umgang sprechen, sehe ich das als verhöhnung. weil gerade raucher vielfach jeden respekt vermissen lassen. da zigarettenrauch nachweislich gesundheitsschädlich ist, handelt es sich ja schon um körperverletzung, wenn nichtraucher gezwungen werden, krebserregende substanzen einzuatmen. darum werden nichtraucher auch in immer mehr ländern dieser erde von den schädlichen auswirkungen der von nikotinsüchtigen produzierten drogenrückstände gesetzlich geschützt. bei uns jeiern die raucher, dass sie in ihrern rechten eingeschränkt werden. dabei handelt es sich weniger um rechte, als vielmehr um narrenfreiheit für süchtige mit gestörtem sozialverhalten.

qwertztt
09.04.2010 20:11

Wenn Sie Raucher als Süchtige mit gestörten Sozialverhalten sehen, dann sind diese, laut Ihrer Definition auch unzurechnungsfähig. Also muss sich kein Raucher mehr an die Raucherbestimmungen halten weil er unzurechnungsfähig ist...
NEHMEN Sie bitte Rücksicht auf kranke gestörte Menschen...und jammern Sie nicht wenn in ein Unzurechnungsfähiger der sein Handeln nicht beeinflussen kann und sich deshalb neben Ihnen eine anzündet.....

Pappi Rossi
08.04.2010 20:52
Blauäugiger Freund, lies mal die Posts des MNR-Multinickers

Jede Beleidigung Andersdenkender wurde unzählige Male gepostet - Pfurzen, Nichtpisserbereich, etc
und dann kannst weiterschmieren

Scorpion50
08.04.2010 22:52
die antwort

ist vermutlich auch eine vorgabe aus der parteizentrale.
rauchen ist eine beleidigung der mitmenschen. raucher üben aufgrund ihres suchtverhaltens einen zwang gegenüber mitmenschen aus. deshalb ist rauchen schon lange geächtet und wird in immer mehr ländern verboten. blos unser gesundheitsminister versteht sich weiterhin als schutzpatron der nikotinabhängigen.
wenn er sagt, dass die entscheidung in den lokalen fällt, dann frag ich mich, warum die entscheidung übe die wahl der fahrgeschwindigkeit nicht den fahrzeuglenkern überlassen wird.

qwertztt
09.04.2010 15:35

weil die Straße dem Staat gehört und diese auch betreibt...

Der Wirt ist ein Privater. Wenn der Staat alle Lokale betreiben würde, d.h. alle Renovierungskosten, Personalkosten, Steuerkosten, etc. zahlen würde...könnte er auch alles im Lokal bestimmen. Ob dann die meisten rentabel sind, ist dann auch egal...zahlt ja der Staat...
Verstaatlichung von Lokalen? Wünschenswert für Sie?

Scorpion50
09.04.2010 20:07
auch die strßenverkehrsordnung gilt überall.

auch auf solchen straßen, die nicht dem staat gehören. so ist es auch mit anderen gesetzen.es gibt einen sachlichen und einen örtlichen wirkungsbereich. beides bezieht sich immer auf das ganze bundesgebiet. selbst ein spelunke ist kein exterritoriales gebiet. das sind nur botschaften

qwertztt
11.04.2010 03:23

Auch auf einer Rennstecke gelten also die Geschwindigkeitsbeschränkungen...muss ziemlich fad geworden sein, der Rennzirkus
StVo gilt nicht auf privaten Gelände...in Ihren Garten dürfen Sie sogar auf der linken Spur fahren ;-)

Der Spinner gibt das Multistriken nicht auf
08.04.2010 11:56
70 Prozent für Raucherräume in Lokalen

70 Prozent der Österreicher sind laut einer IFES-Umfrage für räumlich getrennte Raucherbereiche in Lokalen, lediglich 19 Prozent wünschen sich einen totalen Bann von Tabakqualm.

...

Die derzeitigen Maßnahmen halten 20 Prozent der Bevölkerung für hervorragend oder sehr gut. 37 Prozent bezeichneten diese als „ziemlich gut“ und 40 Prozent zeigten sich nicht zufrieden. Die Mehrheit (59 Prozent) ist dafür, dass Österreich punkto Tabakkonsum in der Gastronomie seinen bisherigen Weg fortsetzt.

http://www.salzburg.com/online/ti... ext=&mode=

Blanca Hohn
08.04.2010 13:32
"20 Prozent der Bevölkerung für hervorragend "

kein wunder bei 25% rauchern... :-)

wurscht, wieder so eine WKÖ-umfrage unter branntweiner-insassen...

gesundheitsministerium@wko.at
08.04.2010 13:14
@nur 19%


wissen bzw. wussten die 70% (denen eine
trennung reicht) denn auch, dass die
meissten lokale gar nicht trennen müssen
(weil unter 50m²)

qwertztt
09.04.2010 15:37

Lesen von Statistiken ist nicht Ihre Stärke...

gesundheitsministerium@wko.at
10.04.2010 13:53

lesen (und verstehen) von beiträgen
ist jetzt nicht gerade ihre stärke...

qwertztt
11.04.2010 03:24

Nicht die meisten der Lokale sind laut Statistik unter 50m2...

gesundheitsministerium@wko.at
08.04.2010 13:10
:-)


im auftrag des gesundheitsministeriums...

http://www.kleinezeitung.at/nachricht... rbot.story

Der Spinner gibt das Multistriken nicht auf
08.04.2010 13:31

Wer hätte denn die Studie sonst in Auftrag geben sollen?

Gernot Schnittlauch?
rauchfreistudieren?
Das FB-Kasperltheater?
Rockerbauer?
Das rosa Schweinchen?
Schweigemönche?

gesundheitsministerium@wko.at
08.04.2010 14:18
is eh ok


darf ich sie an ihre "kommentare" erinnern
wenns um 80-90% zustimmung zum RV in irland ging...

qwertztt
09.04.2010 15:38

Und weil die Iren auch Alkohol in der Öffentlichkeit verboten haben, sollten wir das auch schleunigst einführen...oder?

Peter Pichler
 
09.04.2010 15:23
Wenn die Iren...

... ein Rauchverbot wollen...

... dann sollen sie es haben ....

... es ist nur nicht legitim bei uns ein Rauchverbot einzuführen, weil die Mehrheit der Iren dafür ist...

Blanca Hohn
08.04.2010 14:11
alle besser

als den wirtenschutzminister und seine lobby-haberer von der tabak...

zechus_prellus
08.04.2010 10:43
Wirtschaftsvertretergeschwätz

"Der Großteil der Lokale verfüge über mehrere Räume und halte sich seit 1. Jänner 2009 an das Gesetz, meinte Hinterleitner."
Wo ist bitte der Großteil der Lokale? In Wien sicher nicht. Ausser er meint die gängige Praxis einfach mal ein Nichtraucherschild auf irgendeinen freien Tisch zu stellen. Weils eh keinen interessiert.

Granada75
 
07.04.2010 20:14
"Grundsätzlich sollte man aber einmal abwarten, was dann tatsächlich passiert."

Es interessiert keine alte Sau, daß in Einkaufszentren seit fünf Jahren überall Rauchverbot herrscht, warum sollte sich also am 1.7. was ändern? Der rauchende Österreicher schert sich schlicht einen Dreck um Gesetze. Interessanterweise im Gegensatz zu den deutschen Rauchern, die in Einkaufszentren den Glimmstengel brav auslassen.

alexanderletten
 
08.04.2010 00:11

Das glaube ich nicht.
Ab 01.07. kann eine Nachfrage nach den Modalitäten zur Einhaltung des NR-Gesetzes ein Wink mit dem Zaunpfahl sein.(Wenn es so bleibt)
Bei den EKZ ist es wohl eher so, dass viele Konsumenten in EKZen entweder keinen Schimmer von der Regelung hatten und die Belastung des Rauches sich in Grenzen hielte. Auch muß man berücksichtigen, welche Klientel solche Schuppen frequentieren.

Granada75
 
08.04.2010 11:33

Ich kann nur meine Beobachtungen in der SCS zusammenfassen. Dort wurden Anfang 2008 endlich Schilder aufgestellt und Pickerl verteilt, daß dort Rauchverbot herrscht. Jeder einzelne Tisch in allen Gastronomiebetrieben erhielt einen Aufsteller mit einem Rauchverbotschild darauf. Die Gäste der Cafés und Restaurants stellten diese jedoch beiseite und orderten beim Bedienpersonal stattdessen einen Aschenbecher. Eine Weile lang wurde wild durcheinandergeraucht, aber inzwischen hat sich eine Art "Regelung" eingebürgert, daß gewisse Bereiche NR-Zonen sind (dort stehen dann auch die verbliebenen Rauchverbotsschilder) und der Rest ist Raucherzone ohne jedes Schild.
Hier sind also zuerst die Raucher aktiv geworden, die Wirte haben kleinbeigegeben.

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