EU-Christenclub oder Türkeibeitritt

06. April 2010 18:20

Der türkische Premier Tayyip Erdogan besuchte Sarajevo

In der mehrheitlich von Muslimen bewohnten Stadt sagte er, die Türkei werde auf die EU verzichten, wenn diese sie nicht wolle.

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Wien/Sarajevo - Er hat aus seinem Herzen noch nie eine Mördergrube gemacht. Aber unter Freunden ist er besonders offenherzig. Bei seinem Besuch in der bosnischen Hauptstadt Sarajevo sagte der türkische Premier Recep Tayyip Erdogan am Montag mit offensichtlich sarkastischem Unterton, dass die Türkei der Europäischen Union nicht zur Last fallen wolle. "Wenn sie uns in der EU nicht wollen, verlieren wir nichts, dann entscheiden sie sich eben dafür, ein Christenclub zu sein."

Das Wort "Christenclub" klingt gerade in Sarajevo bedrohlich, wo mehrheitlich Muslime wohnen. Erdogan hat den Ort für seine Botschaft also gezielt gewählt. Nach dem Besuch der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel in der Türkei und vor dem Besuch Erdogans in Frankreich, wo er heute Nicolas Sarkozy trifft, machte der türkische Regierungschef den beiden Türkei-Beitrittsgegnern klar, dass er sich nicht gängeln lassen wird. "Wir erfüllen unsere Aufgaben und rechnen damit, der EU früher oder später beizutreten" , stellte Erdogan in Sarajevo klar.

Türkei als Mediator

Die Türkei werde nicht die Rolle des Problemlandes übernehmen, so seine indirekte Botschaft. Vielmehr wolle sein Land helfen, die bestehenden Probleme zu überwinden, sagte Erdogan. Mit bestehenden Problemen könnten auch jene im zerrissenen Bosnien gemeint sein. Gerade für die Bosniaken ist die Türkei ein wichtiger Ansprechpartner. Erdogans Worte sollten wohl ermutigen. Spätestens seit Serbien, Mazedonien und Montenegro, nicht aber die stärker von Muslimen bewohnten Staaten Bosnien, Albanien und Kosovo heuer die Schengen-Visafreiheit bekommen haben, fühlen sich viele Muslime auf dem Balkan von der EU benachteiligt.

In Sarajevo eröffnete Erdogan einen Universitätscampus. Die Türkei unterstützt die Uni finanziell. Einige Türkinnen, die wegen des Kopftuchverbots nicht zu Hause studieren wollen, sind dazu nach Bosnien gezogen. "Es ist belanglos, ob wir eine gemeinsame Grenze haben oder nicht. Ich empfinde dieses Land als den nächsten Nachbarn, und wir werden Bosnien wegen unserer historischen Verantwortung niemals im Stich lassen", sagte Erdogan. Bosnien war mehr als 400 Jahre lang Teil des Osmanischen Reichs.

86 Menschen verhaftet

In der Türkei wurden am Montag wegen angeblicher Putschpläne 86 Verdächtige, darunter 70 Militärs, festgenommen. Und einen Monat nach seiner Abberufung kehrte der türkische Botschafter Namik Tan in die USA zurück. US-Außenministerin Hillary Clinton hatte zuvor die Armenien-Resolution des Außenpolitischen Ausschusses des Repräsentantenhauses abgelehnt. (Adelheid Wölfl/DER STANDARD, Printausgabe, 7.4.2010)

Kommentar posten
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uruguay
 
22.10.2010 13:43
Eher ein Rassistenclub!

Schaut mal im EU-Parlament die Gestalten an, die von rechtsradikalen Parteien dort ihren demokratiefeindliche Politik treiben!

Sternchen100
16.08.2010 11:48

Aha, Bosnien wird gerade eben über die Türkei fundamentalisiert; dasselbe läuft derzeit in Bulgarien ab. Und sind die Werte noch so primitiv und rückständig, irgendwelche Deppen finden sich immer, die drauf reinfallen.

Warum nimmt Erdogan nicht seine islamischen Fundamentalisten und haut aus Europa ab? Europa ist kein Christenclub, sondern ein Anti-Fundi-Club. Mit jeden türkischen Fundamentalisten mehr ist die Türkei für zivilisierte Staaten weniger tragbar.

spoevpfg .
04.06.2010 09:58
die religion

...hat hier nichts verloren!! soll eine persönliche angelegenheit bleiben/werden aber nicht die politik mit/bestimmen - solange das so bleibt wirds da wie dort nichts werden.

ich habe Meinung
20.05.2010 01:30

die Sache mit "Christenclub" stimmt leider in vollem Ausmass!! ganz Europa wird (wieder) mehr und mehr politisch rechtsorientiert, und dabei wird es von der EU voll und ganz unterstützt.

Sternchen100
16.08.2010 11:50

Soweit bekannt haben die Taliban wieder mal alle aufgefordert, jeden Christen umzubringen. Kann mich nicht erinnern, dass sich Hardcore-Moslems sich gegen den Mordaufruf ausgesprochen haben.

chelene chirsch
27.07.2010 10:29
"mehr und mehr politisch rechtsorientiert"

und wo sehen sie da eine inkompatibilität mit der türkei ?

abgesehen davon zeigt es recht gut, wie erdogan tickt.

Enrico Furioso
06.06.2010 13:29
Dass Europa stramm nach rechts marschiert, ist zwar richtig

aber mit "christenklub" hat das nichts zu tun. Da geht's um ganz andere Dinge denn Religion. Eigentlich klatscht das Gesellschaftsmodell der Türkei weniger gegen jenes der Kirchen - da finden sich imo sogar nicht wenige Übereinstimmungen - als vielmehr gegen jenes einer säkularisierten Gesellschaft, einer Gesellschaft ohne Gott.

Erdogan sollte vielleicht eher sagen: "dann entscheiden sie sich eben dafür ein Atheistenklub zu sein". Das dürfte die Realität besser abbilden. Religion ist, summa summarum, in der EU ein Minderheitensport.

A_Schläsinger_vu_Brassel
04.06.2010 18:45

Es hat einen Grund, wieso Europa wieder mehr nach rechts rutscht.
Denken Sie nach - den Grund sehen wir jeden Tag vor der Haustüre in Wien, Paris und Berlin...

WK1404
31.05.2010 23:27
Christenclub

Die EU ist (leider) alles andere eher als ein Christenclub. Wo der Gottesbegriff in der Verfassung nicht mehr vorkommt, christliche Symbole aus dem öffentlichen Raum entfernt werden sollen (wenngleich es nicht überall durchzubringen ist), wo für die Abtreibung Propaganda gemacht wird und wo hemmungsloser Kapitalismus sich nicht darum schwert, ob eher das Kamel durchs Nadelöhr geht als der Reiche ins Himmelreich - dort ist dann eher der Klub des Antichristen.

normanne
 
20.05.2010 16:41
Was soll der Zusammenhang zwischen

Christentum und rechtsorientiert sein?

normanne
 
15.05.2010 13:49
100% Christenklub

Wer stimmt hier mit mir nicht überein?

Fred Fido
26.05.2010 21:37
Christenclub? Nein, danke.

Da ich selber o.b. bin (und daher reiten, schwimmen und sonst noch alles kann) kann ich auf einen christenclub gut verzichten.

A_Schläsinger_vu_Brassel
04.06.2010 18:46
???

Auch gläubige Christen dürfen Reiten und Schwimmen.

Was soll das?

master of puppets
20.05.2010 16:37

ja leider

Der Ursprung
12.05.2010 14:28
Lassen wir sie doch alle rein'

von Kleinasien bis Zentralasien, Downunder und dann darf auch noch die USA beitreten. Schon hätten wir das Problem mit der Globalisierung gelöst, eine einheitliche Weltwährung, keine Kriege mehr, Amerika endlich unter Aufsicht. Im Grunde genommen, ist es nur eine Frage, "wie die Expansion richtig umgesetzt wird?".......

perfifuchs
11.05.2010 18:59
Türkei in die EU

Als Hauptargumente gegen einen Beitritt kann ich zweierlei erkennen:
1. die kulturellen Unverträglichkeiten von islamisch bzw. christlich geprägten Gesellschaftsordnungen
2. die wirtschaftliche und infrastrukturelle Rückständigkeit der Türkei.

Ein weiteres Moment ist zu bedenken:
Solange die türkische Wehrmacht imstande ist, die laizistische Orientierung des Landes zu gewährleisten, bleiben die angesprochenen kulturellen Unterschiede überschaubar, eine Angleichung seitens der Türkei ist nicht ausgeschlossen. Was aber, wenn, wie in Persien geschehen, die Mullahs die Macht ergreifen und die Türkei zu einem Gottesstaat mit allen negativen Aspekten, wie wir sie in Iran erlebt haben, machen.
Wer garantiert, dass dieser Fall nicht eintritt?

SeZ54
18.07.2010 04:23
hmm....

1. Für Europäer scheint das seit dem 11. September so, davor haben Moslems, Juden, Christen... harmonisch zusammen leben können. Osmanisches Reich Bestes Beispiel....Quelle Wikipedia:In der Osmanische Verfassung........die Gleichheit und Gleichbehandlung aller Untertanen unabhängig von ihrer Religion eingeführt wurde. So etwas gab es zu dieser Zeit nirgendswo auf der Welt....

2. Wirtschaftlich ist die Türkei keineswegs Rückständig...BIP Türkei 2008 615,33 Mrd. US-Dollar BIP Österreich $415 Mrd. US-Dollar... Randinfo für meine Unwissenden Freunde ...

Punkto Infrastruktur könnten sie jedoch Recht haben.... zumindest wenn man die östlichsten Länderein der Türkei in erwägung zieht... In Edirne, Istanbul, usw. gilt das aber auf keinen Fall....

Ravenhorst
06.05.2010 16:41
ah geh, der Islam ist doch modern und human

Ravenhorst
06.05.2010 16:28
Moslemisiert endlich Europa

Erdogan forever!

frenchcurry
04.05.2010 15:57

....die Türkei werde auf die EU verzichten, wenn diese sie nicht wolle.

??? Bleibt ihm wohl nichts anderes übrig.

EinPhilosoph
30.04.2010 20:08
Das moderne Leben ist im Islam nicht möglich, weil dieser noch mit dem Mittelalter verbandelt ist.

Die Gleichwertigkeit der Geschlechter und Religionen ist im Islam nicht gewährleistet.

Götter haben im Leben selbstbestimmender Menschen keinen Einfluß auszuüben.

Das Reich der Götter ist nicht von diesem Universum. Es sei erst erreichbar, wenn ein Gott einen Eigentumsanspruch auf dieses Universum nachweisen kann.

Ohne Eigentumsnachweis kein Besitzanspruch!

SeZ54
18.07.2010 04:45
??

Die Gleichberechtigung von Geschlechter und der Religionen wurde vom Islam eingeführt !! :))

Sie sollten Ihre Informationen weniger von Medien und mehr von Büchern die auf Tatsachen beruhen beziehen....

Es überrascht mich jeden Tag um einiges mehr wie leicht man Menschen beeinflussen kann und wie Naiv dieser sein kann... Es wird heutzutage nichts mehr hinterfragt... naja eigentlich ist das der gleiche Stand wie ~1940...

Sternchen100
16.08.2010 11:53

Zitat: "Die Gleichberechtigung von Geschlechter und der Religionen wurde vom Islam eingeführt !! "

Erzähl das mal den Taliban und der Al Quaida. Oder zumindest den Nordsudanesen oder Saudis.

master of puppets
20.05.2010 16:40
was hat das mit dem islam zu tun die letzten zeilen?

da koennen sie auch christentum mit islam ersetzen und es trifft genauso zu!

d87
29.04.2010 23:29
Christenclub.

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