Eine frühere Version des X-37B wurde im April 2006 getestet. Dabei hob das Trägerflugzeug White Knight das Mini-Shuttle in die Lüfte.
foto: nasa
Die Vorgängerversion X-37 der NASA auf einer Computer-Darstellung.
Prototyp des unbemannten X-37B vor erstem Flug ins All - Experten rätseln über Zweck der "Spaceshuttle-Mini-Version"
Los Angeles - Fast alles an dem US-Luftwaffen-Projekt ist
geheim, bekannt sind allenfalls Größe, Gewicht und nun der Zeitpunkt eines ersten Testfluges ins All. Was die amerikanischen Streitkräfte mit dem Prototyp namens X-37B aber vorhaben, darüber wird allenthalben spekuliert. Ohne
genauere Angaben zu machen, ließen die Entwickler verlautbaren, dass das Raumschiff am 19. April zu einem Ausflug ins All starten wird.
X-37B wiegt rund fünf Tonnen.
Es ist knapp neun Meter lang, rund drei Meter hoch und hat eine Spannweite von
weniger als 4,50 Metern. Damit ist der unbemannte Flugkörper deutlich kleiner
als ein Kampfjet. Auf dem von der Air Force verbreiteten Foto sieht es etwa so
aus wie die Miniaturversion eines Spaceshuttles.
Per Trägerrakete ins All
Hergestellt wird der mysteriöse Militärflieger von Phantom Works, einer
Tochter des US-Flugzeugbauers Boeing, die sich auf Hochtechnologie für
militärische Zwecke spezialisiert hat. X-37B soll wie ein Satellit mit einer Trägerrakete in den
Weltraum geschossen werden und nach dem Einsatz wie ein Spaceshuttle landen.
Die Bedeutung des neuen Fluggeräts für die US-Streitkräfte ist schwer
einzuschätzen, auch weil die Entwicklung sich über ein Jahrzehnt hinzog und
ursprünglich in der Verantwortung der NASA lag. Im Jahr 1999 begann die
US-Raumfahrtbehörde die Entwicklung des experimentellen Raumgleiters X-37 - damals noch ohne B - gemeinsam mit Boeing. Die Kosten wurden geteilt. Die
Luftwaffe war nur mit einem kleinen Anteil dabei.
X-37 war zunächst eine größere Version des X-40A, mit dem die Luftwaffe
kleinere Militärsatelliten ins Weltall bringen wollte. Über die Testphase kam
X-40A jedoch nie hinaus. Im Jahr 2002 bekam Boeing dann einen Auftrag über 301
Millionen Dollar (223 Millionen Euro), um bis 2006 eine Version des X-37 zu bauen,
die für den Raumflug tauglich sein sollte.
Erster Testflug mit dem weißen Ritter
Im Jahr 2004 gab die NASA das Projekt an eine Entwicklungsabteilung des
Verteidigungsministeriums ab. 2006 startete X-37 zu einem Testflug. Dazu wurde
es von dem Trägerflugzeug White Knight in die Luft gebracht. Mit dem selben
Flieger also, mit dem auch der erste private Raumgleiter SpaceShipOne auf 15
Kilometer Höhe transportiert worden war, von wo er zu seinem Raumflug aufbrach.
Kurz nach dem ersten Test übernahm die US-Luftwaffe das Projekt und ließ den
X-37B entwickeln.
Das Projekt ist seitdem in einer Abteilung angesiedelt, die für die schnelle
Entwicklung von Kampfunterstützungs- und Waffensystemen zuständig ist. 2008 hieß
es, der Raumgleiter sei für verschiedene, nicht näher bezeichnete Versuche im
Weltraum vorgesehen.
Eine Luftwaffensprecherin kündigte zwar an, außer einigen technischen Daten,
dem Starttermin und dem Landeort würden bald mehr Informationen veröffentlicht.
Doch von da an schwieg die Luftwaffe auch auf Nachfrage. Die genauen Kosten und
vor allem der Zweck des Raumgleiters sind also weiter ein Rätsel.
Rätseln über geringe Traglast
Während sich ein Spaceshuttle mit einem Lastwagen vergleichen lässt, der viel
Nutzlast ins All befördern kann, ähnelt der X-37B eher einem
Sportwagen, dessen Kofferraumkapazität beschränkt ist. Was genau der Nutzen
einer so geringen Traglast sein kann, ist unklar. Peter Wilson von der
Denkfabrik Rand Corp. in Washington bezweifelt, dass das System einen großen
Nutzen für kleine Militärsatelliten hätte. "Es ist rätselhaft, ob der Testflug
eher der Anfang oder das Ende eines Entwicklungsprogramms ist."
Die Luftwaffe spricht davon, eine breit angelegte Entwicklung fortzusetzen.
X-37B kann bis zu
270 Tage im Weltraum bleiben, auf einem Luftwaffenstützpunkt nordwestlich von
Los Angeles soll der Prototyp nach dem Testflug irgendwann landen. Alle weiteren
Informationen sind - natürlich - geheim. (red/APA/apn/John Antczak)
naja seit dem man stationäre satelliten "recht leicht" abschießen kann braucht man halt irgendwas mobiles für den notfall, und wenn die dinger im all schon fliegen können müssen.. kann man sie auch gleich wieder landen lassen... voll mysteriös
ich erinnere mich an mein maturathema... ab den 70ern hatten die USA verstärkt auf die entwicklung orbitaler abschussrampen für atomsprenkköpfe gesetzt da diese angeblich "unverwundbar", im gegensatz zu stationären raketensilos wären. das hört sich fast wie ein cold-war-relikt im verteidigungsbudget an.
wieder verwendbarer Spionagesatellit, lässt sich bergen und wiederverwenden. Offensichtlich gibt es einen Grund dafür dies zu tun. Rücktransport von hochauflösenden Filmen so wie bei den ersten Spionagesatelliten ist ja nicht mehr notwendig.
Nuklearsprenköpfe in dem Ding wären auch eine Möglichkeit
damit man nicht erst von der Erde aus starten muss, falls Notwendigkeit dafür bestehen sollte.
So ist man beweglich im All und nicht so leicht vernichtbar, wie am Boden.
Abschreckung für "Schurkenstaaten"?
aber jedes abwehrsystem das im moment entwickelt ist rechnet mit einem angriff aus einer richtung. Sprich die dinger sind nutzlos wenn der angriff aus einer anderen als der erwartetetn richtung kommt.
die sowjets hatten als antwort auf das star wars programm ja mal eine ICBM entwickelt die einen satelliten in die umlaufbahn bringt der dann wieder seinen angriffsvektor frei wählen kann...
http://en.wikipedia.org/wiki/R-36... missile%29 The development of the R-36 missile complex for use with the 8?69 fractional-orbit missile ("FOBS") began on April 16, 1962.
...
The first (and the only) regiment with 18 launchers was deployed on August 25, 1969. The R-36orbs (8?69) were retired from service in January, 1983 as a part of SALT II treaty (they were considered "space-based" nuclear weapons).
Dafür braucht man aber keinen wiederverwendbaren Raumgleiter. Ich halte das ganze eher für ein Testvehikel für größere Shuttles. Das Space Shuttle war wahrscheinlich ein paar Jahre zu früh dran, aber dennoch glaube ich, daß Shuttles auf lange Sicht zum Standard werden. Natürlich ist auch das Militär daran interessiert, vielleicht so wie von einem anderen Poster weiter unten erwähnt als Aufklärer bei unbekannten Satelliten, etc.
Wäre nichts Neues einen Prototypen maßstäblich kleiner herzustellen. Das ist wesentlich billiger.
Auf der Basis könnten dann etliche Kinderkrankheiten bereits geheilt sein, bevor man den eigentlich anvisierten Maßstab umsetzt.
Das Gerät wiegt auch nur 5 tonnen. Eine Atlas Rakete hebt bis zu 25t ins All.
schafft 10-12 tonnen. grund für die atlas ist aber nicht die nutzlastkapazität, sondern die nutzlastverkleidung, die bei einer kleineren delta II nicht mehr das raumfahrzeug umschlossen hätte.
das führt aber zu ungewollten aerodynamischen kräften, wenn da ein geflügeltes ding an der raketenspitze sitzt. darum wirds in der größeren atlas v verstaut.
... will nun für sich das Weltall erobern, während die Nasa ihre Raumgleiterprogramme auf Sparflamme runterfährt. Die US Army hat eindeutig zu viel Geld.
ich antizipiere: es ist ein testfliegr für den plsamaantrieb, mit interstellarem magnet-leitsystem, kostet fast gar nichts, da es nicht in die vom pentagon erfundene budget-weltwirtschaftskrise-ölöpreis-schwindel-bilderberger-verschwörung fällt und kann schneller als das licht fliegen, 15 tonnen nutzlastbefördern, schmeckt wie hühnchen, kocht einem kaffee und kennt 500 familientaugliche witze.
vorteile dieser lösung gegenüber herkömmlichen spionagesatelliten:
rücktransportfähigkeit des spionageequipments, relativ lange verweildauer (270 tage) und dennoch große treibstoffreserven um die umlaufbahn je nach bedarf kurzfristig zu ändern, technologieerprobung
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