Chaos Computer Club warnt vor der "Datenkrake" Facebook

06. April 2010 17:53
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    Facebook-Gründer Mark Zuckerberg

"Lehne Weitergabe meiner Daten ab" - User protestieren gegen geplante Datenschutzrichtlinien

Die deutsche Verbraucherministerin Ilse Aigner fordert von dem Online-Netzwerk Facebook ein sofortiges Signal für mehr Datenschutz. "Ich erwarte, dass Facebook umgehend reagiert, zumal die Kritik vonseiten der Nutzer immer lauter wird", sagte sie am Dienstag in Berlin. "Mit weltweit mehr als 400 Millionen Nutzern sollte Facebook ein Vorbild beim Datenschutz sein, nicht Schlusslicht." Aigner hatte Facebook in einem offenen Brief mit einer Kündigung ihrer Mitgliedschaft gedroht, wenn Daten der Nutzer ohne deren Einwilligung weitergegeben werden.

"Wenn man erstmal drin ist, ist es eine Krake, die sich alles von den Nutzern holt"

Der Chaos Computer Club (CCC) hält soziale Netzwerke für eine "Krake", die Daten von Nutzern sammelt. "Wenn man erstmal drin ist, ist es eine Krake, die sich alles von den Nutzern holt", sagte Sprecher Frank Rosengart. Der Zweck der sozialen Netzwerke sei es letztlich, Geschäfte zu machen. Die Politik hat nach Ansicht des CCC kaum eine Handhabe. "Die Facebook-Nutzer haben mit dem amerikanischen Unternehmen eine Nutzungsvereinbarung", sagte Rosengart. Damit unterliege das Netzwerk nicht europäischem Recht.

"Ich grüble über die Sicherheit meiner Daten."

Mal wieder steht Facebook mit mehr als 400 Millionen Mitgliedern weltweit im Zentrum einer Datenschutzdebatte. "Ich grüble über die Sicherheit meiner Daten." Diese Statusmeldung könnten viele Nutzer derzeit auf ihre Seite des Sozialnetzwerks schreiben. Wo sie sonst berichten, wie sie einen Kinofilm fanden oder ob sie glücklich über das Frühlingswetter sind. Das Online-Netzwerk plant eine umstrittene Änderung seiner Datenschutzbestimmungen, die Aigner nur mit Einwilligung der Nutzer zulassen will.

Kritiker des angeblich laxen Umgangs mit persönlichen Daten monieren vor allem, Facebook wolle Daten an Dritte, sprich Partner- Unternehmen im Internet weitergeben, ohne bei den Mitgliedern ausreichend um Erlaubnis zu fragen. Eine deutsche Sprecherin bestreitet dies - es gehe lediglich um die Weitergabe an Unternehmen, die zu einem engen Netzwerk rund um Facebook gehörten.

Datenschutzrichtlinien

Etliche Nutzer haben bis zum Wochenende von der Möglichkeit Gebrauch gemacht, den Vorschlag für die neuen Datenschutzrichtlinien zu kommentieren. "Lehne jegliche Weitergabe meiner Daten ab. Wir brauchen hier mehr Transparenz! Ich will entscheiden, was ich wem und wie freigebe", schrieb einer von mehreren hundert auf den deutschsprachigen Facebook-Seiten. Viele andere berufen sich auf Paragraf 28 des Bundesdatenschutzgesetzes, nach dem ihre Daten nur an Werbetreibende weitergegeben werden dürfen, wenn sie zustimmen.

Welche "Partner" sollen die Facebook-Daten künftig nutzen können? Facebook-Sprecher Barry Schnitt schreibt in einem Blog-Eintrag, dazu gehörten etwa die Konzerne Yahoo, AOL und der Fernsehsender CNN. Mit jedem Unternehmen werde Facebook klare vertragliche Bedingungen aushandeln. Noch sei nicht genau entschieden, für welche neuen Anwendungen die Daten demnächst genutzt würden, sagt die Facebook- Sprecherin. Doch es müsse den Nutzern auch klar sein, dass sie sich etwa mit ihrem echten Namen im Internet zeigen: "Wir haben uns immer zugutegehalten, dass wir ein authentisches Netzwerk sind."

"Erhebliche Mängel" beim Datenschutz

Das Sozialnetzwerk hält sich selbst zugute, über Änderungen beim Datenschutz - wie bereits im Dezember - offen mit seinen Nutzern zu diskutieren. Doch von der Stiftung Warentest musste sich Facebook vor rund zwei Wochen harsche Kritik gefallen lassen. Sie attestierte dem Unternehmen aus dem sonnigen Computer-Staat Kalifornien "erhebliche Mängel" beim Datenschutz. Wie My Space, Linked In und das Business- Netzwerk Xing hatte Facebook eine Sicherheitsprüfung verweigert. (APA/dpa)

Links

Facebook-Vorschlag zu Datenschutzrichtlinien: http://dpaq.de/8So76

Facebook

Chaos Computer Club (CCC)

Kommentar posten
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Salz Burger
08.04.2010 11:32

Was ist so schlimm daran, wenn Facebook die Daten an andere weiter gibt? Es kostet mich keinen Cent und ist mir auch völlig wurscht.

hanslblasta
09.05.2010 22:03
nix is' gratis

Werbung wird über Produktkosten finanziert - und damit möglichst effizient geworben werden kann, sind Ihre persönlichen Vorlieben bei den Marketingplanern sehr begehrt (nb: jeder ist "ansprechbar");

stellen Sie sich vor, Sie fänden auf Ihren Lieblingsinternetseiten nur mehr Werbung, die Sie interessiert - was es da auf einmal alles zu kaufen gäbe!

mich zB interessiert Server-Virtualisierung über MS-Produkte nicht; aber wenn ich mir vorstellte, gleich rechts auf dieser Standardseite erschiene ... nun, was da erscheinen sollte, geht keinen was an;

Mr. Spock
15.04.2010 16:19
Unter ihrem echten Namen posten Sie aber interessanterweise nicht.

kein weiterer Kommentar noetig.

godheadsilo
09.04.2010 00:46

ahhh einer meiner guten bürger! :) *tätschel

Ro_bert
09.04.2010 10:07

Das worauf sie da anscheinend anspielen wuerd ich auch nicht am Telefon erwaehnen.
Trotzdem schimpft niemand uebers telefonieren, bestenfalls ueber den Ueberwachungsstaat, was den Kern der Sache eher trifft.

derschonwieder
08.04.2010 17:19
Wie, es kostet sie nichts?

Soll das heißen sie würden auch noch bereitwillig für ihre eigene Überwachung zahlen?

Salz Burger
08.04.2010 18:09

Wieso sollte ich für meine Überwachung zahlen? Ich habe keinen Bedarf daran und ich bezweifle auch, dass mich jemand überwachen will. Sollte es doch jemanden geben, ersuche ich um Zusendung der Protokolle. Vielleicht kann ich mir irgendwann das Schreiben des Fahrtenbuches sparen.

maCCam
08.04.2010 08:40

Guter Blog Post der versucht die Sache aus einem anderen Blickwinkel zu sehen. Wirklich interessant bit.ly/aV2fA3

maCCam
08.04.2010 11:34
sorry diesmal wirklich der link

http://bit.ly/aV2fA3

Bitte nicht hinterm Gartenhaus.
07.04.2010 22:15

Ja, und Ministerin Aigner sollte vielleicht mal links und rechts schauen, was ihre Regierungskollegen so für Überwachungsideen haben. Vielleicht mal Herrn Schäuble auf die Finger klopfen, der ist da besonders kreativ.

Bitte nicht hinterm Gartenhaus.
07.04.2010 22:14

Es ist doch naiv zu glauben, dass Facebook und Andere das aus Liebe zu seinen Usern machen. Da muss man halt aufpassen, WAS man von sich preisgibt.

Der Punkt ist: Anonymität ist in der heutigen Welt sowieso ein Wunschtraum. Wie viele Kameras erfassen mich, wenn ich durch die Stadt bummle, wem wird aller mitgeteilt, wann ich meine Stromrechnung zahle - und was geht erst ab, wenn ich sie einmal nicht zahle. Da ist es vollkommen egal, ob FB da auch noch mit abgreift oder nicht. Bisschen aufpassen, das sollte reichen. Und sich immer bewusst sein, dass viele Augen mitlesen. Bei FB & Co. kriege ich wenigstens eine Gegenleistung und mache freiwillig mit. Beim staatlichen Überwachungswahn ist dem nicht so.

1011011
07.04.2010 18:53

" Aigner hatte Facebook in einem offenen Brief mit einer Kündigung ihrer Mitgliedschaft gedroht, wenn Daten der Nutzer ohne deren Einwilligung weitergegeben werden "
Zuckerberg wirds egal sein, die Daten hat er schon ;-))

wolf_vienna
07.04.2010 17:57
Ich grüble über die Sicherheit meiner Daten

Ist ja wohl ein dermaßen dämlicher Ausdruck, der nicht einmal ins Englische übersetzt werden kann. Ein bißchen einfacher und klarer wär's schon gegangen - oder?
Denn wenn's beim Grübeln allein bleibt, wird es facebook kaum scheren.

Freak Kazoid
07.04.2010 16:38
An alle "SindSelbstSchuld" Schreiber....

Klar ist man selbst schuld wenn man bei Facebook und co dabei ist.....aber es ist auch eine Frage des Alters. Wer bitte hat in der Pupertätsphase keinen Schabernack getrieben und hat Sachen toll gefunden, wo man sich als Erwachsener nur auf den Kopf greift???
Und ein 14 jähriger wird sich kaum Gedanken machen, was er da eigentlich tut. Hauptsache die "Saufbuidln" sind cool und für alle sichtbar.

Und für Eltern ists heut zu Tage ein bischen schwer, alles zu kontrollieren was Tochter/Sohn so alles macht.

Man ist in einem Forum ja auch genauso ausgeliefert, immerhin schreibt man hier seine Meinungen zu Themen nieder, die noch weit interessanter sind (und damit auch relevanter für den zukünftigen Chef !?).

Joe_Chip
08.04.2010 09:49
jo

aber wenn ein Arbeitgeber einen Angestellten sucht und glaubt er kann einen Österreicher finden der als Teenie nie angsoffen war hat er sich eh getäuscht.

Ro_bert
07.04.2010 17:39

Sie meinen ernsthaft wenn man outet, mit 16 einen Rausch gehabt zu haben, bekommt man sein Leben lang keinen Job???

Michl52
08.04.2010 23:25

Falls einer nach 5 oder 10 Jahren auf die Idee kommen sollte, sein weiteres Leben in den USA zu gestalten zu wollen, könnte so ein Facebookeintrag die weitere Lebensplanung doch entscheidend beeinflussen.

Bitte nicht hinterm Gartenhaus.
07.04.2010 22:06

Nein. Problematisch wirds nur, wenn der Rausch zwei Tage vor dem Vorstellungsgespräch war und man offensichtlich stolz drauf ist - und sich aufs 'nächste Mal' freut ;)

Salz Burger
08.04.2010 11:34

Ja, aber in so einem Fall ist es doch eh besser, den jungen Menschen, der offensichtlich am Beginn einer Alkoholiker-Karriere steht, nicht einzustellen, wenn Alternativen zur Verfügung stehen, die nicht saufen. Bringt nachher nur Schwierigkeiten.

Ro_bert
08.04.2010 08:01

So einfach ist der Zugang zu fremden Facebookseiten auch wieder nicht. Wenn man selbst kein "Friend" ist muß man zumindest einen kennen, der's ist und der einen kurz mal reinschaun läßt. Also eher eine theoretische Gefahr denn eine praktische.

Und abgsehen davon, waren sie noch nie mit Ihrem Chef einen heben?

Mathias
 
09.04.2010 09:19
Und abgsehen davon, waren sie noch nie mit Ihrem Chef einen heben?

Ob man beim Chef ein gutes Bild hinterlässt, wenn man sich regelmäßig unter den Tisch trinkt?

Genausowenig haben Kunden ein Verständnis dafür, wenn bei Geschäftsterminen jemand sich sinnlos betrinkt.

Sowas mag im Freundeskreis "cool" wirken, im Geschäftsleben sieht man das als unprofessionel an.

PS: Weihnachtsfeiern sind natürlich was anderes ;-)

Ro_bert
09.04.2010 09:45

Natuerlich sollte man den Chef unter den Tisch trinken und nicht sich selbst!

Freak Kazoid
07.04.2010 19:04

Habe ich so nicht drin stehen.
Ich möchte damit nur sagen, dass es manche einfach noch nicht wissen was sie da machen und erst später drauf kommen und dass in einem gewissen Alter einfach mal Fehler passieren. Und genauso kann es mit Facebook und co sein.....da wird dann schnell mal das ein oder andere Bild hochgeladen, dass den zukünftigen Chef eventuell beeinflusst.

Ro_bert
07.04.2010 20:43

Ihre Kinder haben vielleicht eine Kontrollfreak als Vater - das kann man sich nicht aussuchen. Beim zukünftigen Chef werden Sie hoffentlich wählerischer sein.
In anderen Worten: einen Chef der Mustergültigkeit in der Freizeit/Jugend verlangt sollte man sowieso meiden.

Freak Kazoid
07.04.2010 22:51

Wie kommen Sie darauf dass ich Kinder habe? Und wie kommen Sie darauf dass ich ein Kontrollfreak bin?
Wenn ich in Zukunft welche haben werde, werde ich logischerweise versuchen ein Auge darauf zu haben, was sich mein Kinder im Netz ansehen, welche Spiele sie spiele ect.....oder sollte ich meinen 13 jährigen Sohn "Killerspiele" spiele lassen? Damit man dann wieder ein Verbot herbeiführen muss damit so etwas nicht geschieht?

Des weiteren kann ich mir in der jetzigen Lage keinen Chef aussuchen, so viel Angebot an Arbeit ist nicht wirklich vorhanden. Des weiteren weis man nicht ob der "zukünftige" Chef einen wegen Facebook Einträgen eher einstellt oder nicht. Richtig ist es nicht aber was soll man dagegen machen?!

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