Computer Bild Spiele hat aktuelle Games und Hardware unter die Lupe genommen
Wer beim Spielen mit dem Internet verbunden ist, muss damit rechnen, dass persönliche Daten an den jeweiligen Spielehersteller übermittelt werden. Das zeigen die Ergebnisse eines Tests der Zeitschrift Computer Bild Spiele (Heft 5/2010). Untersucht wurde der Datenverkehr elf aktueller PC- und Konsolen-Spiele.
Undurchsichtiger Informationsaustausch
Auf den Prüfstand kam der Datenaustausch von PC-Spielen sowie von Konsolen-Titeln für PlayStation 3, Xbox 360 und Wii. Die Tester stellten fest, dass sowohl Spiele als auch Geräte übers Internet Informationen an die Hersteller schicken - sogar dann, wenn der Nutzer nicht online spielt. Speziell Konsolen senden pausenlos Daten, sobald sie mit dem Internet verbunden sind.
Dabei ließe sich kaum ermitteln, welche Informationen die Hersteller erhalten - der Datenverkehr zwischen Spieler und Firma läuft meist verschlüsselt. Ausnahme: Beim Hersteller Electronic Arts ließ sich bei einem Spiel nachweisen, dass persönliche Daten zusammen mit der weltweit identifizierbaren Mac-Adresse des Computers an den Hersteller geschickt werden. Grundsätzlich können es alle Arten von Daten sein, etwa Name, Alter, Mail-Adresse, Lieblingsfilme und -musik, Spieldauer oder Angaben zur Bankverbindung. Wofür die Daten genau genutzt werden, sei offen. Anhand der Informationen können jedenfalls genau Informationen zum Konsumverhalten gesammelt werden. Auch kann die Datenabfrage als Schutz gegen Raubkopien dienen.
Kein Kommentar
Laut Magazin wollten die besagten Hersteller bislang keine Stellungnahme abgeben. Unterbinden kann man den Datenverkehr vorerst wohl nun, in dem man die Konsole oder den PC nicht an das Internet anschließt. Allerdings setzen mittlerweile einige Spiele von Ubisoft und EA eine Netzanbindung voraus, um vor illegalen Kopien geschützt zu sein.
Dass dies nicht unproblematisch ist, zeigt ein aktueller Bericht der IT-Seite Golem.de, wonach über Ostern zahlreiche Spieler nicht das neue "Die Siedler 7" spielen konnten, weil das Online-Kopierschutzsystem versagte.
(red)