Obamas neue Nuklearstrategie

Iran und Nordkorea bleiben im Visier

7. April 2010, 10:41
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Kein Nuklearangriff gegen Staaten, die keine Nuklearwaffen besitzen und Sperrvertrag einhalten - Atombomben in Europa bleiben vorerst

Washington - Die USA wollen künftig einen atomaren Angriff gegen alle Länder ausschließen, die selbst keine Nuklearwaffen besitzen und die Bedingungen des Atomwaffensperrvertrages anerkennen. Ausnahme seien Länder wie Iran und Nordkorea, welche den Vertrag verletzen würden, sagte US-Präsident Barack Obama am Montag. Die USA sollen künftig selbst im Falle eines Angriffs auf ihren Staat mittels biologischer oder chemischer Waffen oder einer Cyberattacke nicht mit Atomwaffen zurückschlagen.

Obama kündigte an, einen neuen Abrüstungsvertrag mit Russland auszuhandeln, der über die bisherigen hinausgehen soll. Die mehr als 200 Atomwaffen, die die USA in Europa stationiert haben, sollen jedoch vorerst hier bleiben. Und die USA wollen - als Ersatz für die Atomwaffen - ihre konventionellen Streitkräfte stärken.

UN-Generalsekretär Ban Ki-moon begrüßte Obamas Ankündigung als "visionären Schritt", der als "Symbol der Hoffnung auf eine nuklearwaffenfreie Welt" gelten könne. Er rief Obama und die russische Führung dazu auf, alle Nuklearwaffen aufzugeben.

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Washington - Weniger Atomwaffen, weniger potenzielle Ziele, dafür aber konventionelle Aufrüstung und ein scharfes Auge auf Staaten, die gegen internationale Regeln verstoßen - so lässt sich Barack Obamas Revision der amerikanischen Nuklearstrategie zusammenfassen. Damit will der US-Präsident sein Wahlversprechen eines Anlaufs zur weltweiten Abrüstung einlösen.

Künftig sollen US-Atombomben nicht mehr gegen Staaten eingesetzt werden können, die sich an die internationalen Verträge zur Verhinderung einer nuklearen Aufrüstung halten und selbst über keine Atomwaffen verfügen, kündigte Obama in der New York Times am Montag an. Länder an der Schwelle zu einer atomaren Bewaffnung, wie Iran oder Nordkorea, blieben aber auf der Zielliste für atomare Militärschläge. Der Westen wirft Teheran und Pjöngjang vor, heimlich am Bau einer Atombombe zu arbeiten.

"Ich werde alle Instrumente erhalten, die nötig sind, damit die Amerikaner sicher sind" , sagte der US-Präsident kurz vor der offiziellen Vorstellung der neuen Nuklear-Doktrin. Um auf Staaten zu reagieren, von denen ein Angriff mit chemischen oder biologischen Waffen drohe, gebe es eine Reihe militärischer Antworten jenseits eines Nuklearschlags, sagte Obama.

In dem etwa 80 Seiten langen Überprüfungsbericht der Nuklearstrategie, zu dem die Regierung turnusmäßig verpflichtet ist, würden fünf wesentliche Ziele der USA festgeschrieben, sagte ein Verteidigungsexperte. Neben den Bedingungen, unter denen die USA zum Einsatz von Atomwaffen bereit ist, sollten die Gefahr der Weiterverbreitung thematisiert und die Sicherheit des Arsenals garantiert werden. Zudem wolle Washington seinen Verbündeten Sicherheiten anbieten und den Willen zu einem atomaren Gleichgewicht mit Russland und China betonen.

Ein Vertreter der US-Regierung erklärte zudem, künftig sollten auch keine neue Atomwaffen entwickelt werden. Zudem soll das Aussondern alter, ineffektiver Atomsprengköpfe für Raketen forciert werden. Dafür sollen entsprechende Laboratorien ausgebaut werden. Diesen Ankündigungen folgt morgen, Donnerstag, in Prag die Unterzeichnung des Start-Vertrags mit dem russischen Präsidenten Dmitri Medwedew zur Verringerung des Nukleararsenals um ein Drittel. Zudem steht in der kommenden Woche ein Gipfeltreffen zur atomaren Sicherheit in Washington an.

Mit der Bereitschaft, Atombomben nicht gegen Staaten einzusetzen, die selber keine haben, rückt Obama vom Nuklearkonzept seines Vorgängers George W. Bush ab. Allerdings will Obama offenbar die Option eines Erstschlages nicht aufgeben und provoziert damit die Enttäuschung von ihm nahestehender liberaler Kreise. Konservative Kritiker halten ihm dagegen vor, eine naive Politik zu verfolgen und die Sicherheit der Vereinigten Staaten zu gefährden.

Obama hatte sich kurz nach seiner Wahl zum Präsidenten für eine atomwaffenfreie Welt und eine Abkehr von der Denkweise des Kalten Krieges ausgesprochen. Für sein Eintreten für globale Abrüstung hatte der Präsident den Friedensnobelpreis erhalten. (Reuters, red/DER STANDARD, Printausgabe, 7.4.2010)

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Mostbluzza
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tolle doktrin

"Zu keiner Zeit und unter keinen denkbaren Umständen werden wir Atomwaffen als erste einsetzen. Wir werden sie auch nicht gegen andere Staaten oder Regionen verwenden, die über keine Atomwaffen verfügen"

tolle doktrin, da gibts wenig herzumzulavieren, wenns soweit wäre.

gut und schlecht, das ist die chinesische, nicht die des landes vom friedensnobelpreisträger.
http://de.rian.ru/world/201... 22872.html

Student der Magie
21
auch nur auf die Idee zu kommen irgend ein Land,

und damit meist Millionen von unschuldigen Menschen mittels Atomwaffen einfach auszulöschen zeigt welch Geistes Kinder derartige "Menschen" sind, die so etwas planen und durchführen.

Eigentlich müsste sich die ganze Welt gegenüber dem Schurkenstaat USA so verhalten, und noch wesentlich stärker genau genommen, wie sich die Nato oder der Westen gegen die ausgerufenen Schurlenstaaten verhält.

Traurig auch, dass man aus der Geschichte nichts gelernt hat: sind zwei abgeworfene Atombomben nicht ausreichend um zu lernen?

Die Politik der USA richtet sich primär gegen Menschen. Das genaue Gegenteil wäre aber nötig um ein friedliches Miteinander auf diesem Planeten überhaupt erst zu ermöglichen.

pA

dr.no3
13
es gibt nur eine nuklearterrornation

auf diesem gefängnisplaneten

Mostbluzza
00
und die sagt uns an, was bevor steht

http://de.rian.ru/society/2... 08237.html

Ein globaler Atomkrieg ist heute laut US-Vizepräsident Joe Biden wahrscheinlich wie noch nie zuvor.

„Die atomare Bedrohung durch Terroristen und Nicht-Atommächte, die Kernwaffen in ihren Besitz bringen wollen, ist heute ernsthaft wie nie zuvor“, kommentierte Biden in der Zeitung Los Angeles Times die neue Nuklearstrategie der Vereinigten Staaten,

Odo
00
Dass die geplanten Änderungen der US-Nuklearstrategie nicht der von Präsident Obama gewünschte "große Wurf" sind, sieht man schon an der Tatsache, dass die geänderte Strategie nicht vom Präsidenten selbst, sondern von den

Außen- und Verteidigungsministern vorgestellt wurde. Normalerweise lässt sich Obama ja so eine Chance zur medialen Selbstinszenierung nicht entgehen.

5 Sterne General
02
Und wenn er von heute auf morgen mit einem Fingerschnipp alle Atomwaffen wegzaubern könnte würde hier im Forum wieder die Hölle los sein.

Wieso nicht Chemiewaffen, wiso nicht Alle Waffen, wiso nicht den Klimawandel usw.. man kann auch einmal anfangen mit dem zufrieden sein mit dem was Obama tut. Ich meine einige hier im Forum tun so als ob Obama gerade zu die Atombombe erfunden hätte und die Massenproduktion dieser Waffen angeordnet hätte. Und das man solche Waffen die nunmal für Nationen wie die USA sowas wie eine Nichtangriffsversicherung sind nicht einfach von heute auf morgen vernichten kann wird wohl jeden einleuchten. Weil wenn ein Chavez meinem Land ständig droht und wenn ein Ahmadinejad ständig von der Auslöschung des einzigen Jüdischen Staates der Welt redet usw.. dann würde kein normaler Präsident auf seine stärksten Waffen verzichten wenn nicht andere mitziehen.

zwergleviathan
11
so ist es ja auch....

die USA haben die Atomwaffen als erstes eingesetzt und ihre Massenherstellung angeordnet...

und wie sich gezeigt hat ist Obama's Agenda auch nicht jene die er der Öffentlichkeit vorgaukelt

keine Abkehr von der Erstschlagsoption, nukleare Abrüstung zugunsten konventioneller Aufrüstung, Ressourcenkriege in Nahost....

Obama hat eher was von einem Afghanischen Warlord denn einem demokratischen Präsidenten...

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01

"Obama hat eher was von einem Afghanischen Warlord denn einem demokratischen Präsidenten..."

Nur das ein Afghanischer Warlord niemals den Friedensnobellpreis bekommen würde.

Chris Quast
11

genauso ist es. es beginnt ja schon beim standard selbst, statt das total positive herauszukehren.
die weitgehende abkehr von der erstschlagsdoktrin, muß der aufmacher natürlich lauten "iran und nk bleiben im visier".

Odo
00
"die weitgehende abkehr von der erstschlagsdoktrin"

Das ist das eigentliche Ziel Präsident Obamas einmal gewesen. Das steht in der neuen Nuklearstrategie aber nicht drin. Obama schließt neben den Atommächten einen Atomwaffeneinsatz beispielsweise nicht gegen Staaten wie Nordkorea oder den Iran aus, auch wenn diese die USA nur konventionell angreifen würden. Und die Staaten, für die die neue Nuklearstrategie gilt, von denen sind alle in absehbarer Zeit entweder gar nicht in der Lage die USA anzugreifen oder haben keinerlei Motiv dazu.

Im übrigen muss man eines auch bedenken: Diese geänderte Strategie kann jeder US-Präsident, ob Obama selbst oder einer seiner Nachfolger, jederzeit wieder abändern. Insofern bleibt abzuwarten, wie lange sie Bestand hat.

Chris Quast
00

mag sein, ich laß die auch die nachricht auch nicht zu gänze bevor ich postete. im mittagsjournal am dienstag, sprachen sie aber noch vom abgehen von der erstschlagsdoktrin.

länder ohne atomwaffen, aber mit anderen wmd, wären:
albanien
algerien
argentinien
australien
brasilien
canada
deutschland
iran (ausgenommen)
irak
japan
niederlande
polen
rumänien
saudiarbien
südafrika
schweden
syrien (da wäre zb ein angriff/oder verteidigung mit chemischen waffen schon denkbar, und das da dann nicht wie wild atomar zurückgeschossen wird ist schon ein fortschritt)
aber wirklich viele länder wo ein gewisses gefahrenpotential ausgeht gibt es nicht

schweden vielleicht :-)

Entenbemaler
00
ich glaub es war der...

schlechteste First Pitch eines Präsidenten in der Geschichte der First Pitches ;)

Walter KURTZ
 
00

Auch wenn Obamas Präzision an die Figur "Nuke Laloosh" aus Bull Durham erinnerte, zum Bürgermeister von Cincinnatti reicht's noch nicht ;).

Odo
00
Präsident Obama sollte halt doch besser bei Basketball oder Golf bleiben.

Walter KURTZ
 
00
Also da muß man Obama verteidigen:

sowas ist nicht so leicht wie es aussieht, v.a. wenn man nicht ordentlich aufgewärmt ist (auch Profis wärmen sich auf und werfen sich über sukzessive länger werdende Distanzen ein. Dazu hat Obama wie er selbst zugegeben hat, nie in einem Team Baseball gespielt, wodurch seine Technik wahrscheinlich nicht sonderlich gut ist. Außerdem wollte er offenbar auf keinen Fall einen Bounce riskieren (so wie beim Allstar-Game als ihn Albert Pujols noch "gerettet" hat) und hat den Ball viel zu früh ausgelassen.
Aber gut, es gehört zum guten Ton, sich als Baseballfan zu präsentieren (der Witz mit dem White Sox Kapperl war aber wieder typisch Obama) und bei anderen Sportarten (insbesondere Basketball) ist er wesentlich kompetenter.

dor gold
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naja

frei nach wikileaks, könnte es irgendwann dann so aussehen ?
hey here crazyhorse to bushmaster, were observing suspicious activity in area X, should we engage ?
wait until u see a nuke, if u see one, then engage
roger
hey, i see something that looks like a ... nuke. roger, crazyhorse get em .... BLAAAST.

flednix
03

und ich dachte immer das wort heißt NUKULAR!

insertnamehere
 
00
"Der Westen wirft Teheran und Pjöngjang vor, heimlich am Bau einer Atombombe zu arbeiten."

Wenn ich mich jetzt nicht sehr täusch, protzt Nordkorea sogar selber damit?

chg4711
02
Das ist die Lösung

A-Bomben nur auf die Bösen werfen.
- Ein weiser Entschluss !

Mostbluzza
00
genau wie im kalten krieg, drum neue a-waffen in brd

die pläne die brd und auch österreich atomar zu verseuchen, um die bösen russen aufzuhalten, entspräche dann auch ihrer definition.
da kann er heute heulen was er will, wenns notwendig wäre, sind wir asche.

dass das nicht passiert, ... dem begegnet jetzt obama mit der auf- und umrüstung der alten atomaren B-61 sprengköpfe in z.b. der brd.

...Für rund zwei Milliarden Dollar sollen in den nächsten Monaten neue Atomwaffen nach Europa geschafft werden. Sie gelten den Amerikanern als Rückversicherung gegen mögliche künftige Bedrohungslagen aus Russland.

GreyPaladin
01

Schöne Baseball Bilder vom Mr. O während eigentlich über Massenmordmittel gesprochen werden sollte.

Feldschwirl
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ich glaub kaum

das der präsident einfluss darauf hat, welche bilder die artikel schmücken, in denen er erwähnt wird.

GreyPaladin
00

Ich hätte auch nicht angenommen das irgendwer annimmt das ich annehme das der Herr O. hier im Standard die Postings liest und sich denkt "oh.. das ist aber echt doof".
Eigentlich hätte ich angenommen dass das ein jeder versteht dass dies eine Spitze gegen die Artikelverfasser ist.

Feldschwirl
00
beim schnellen blick auf

das foto dachte ich es handelt sich um tiger woods... der ist ja auch irgendwie abgerüstet worden

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