Mord in Südafrika

Gefährliche Spiele

5. April 2010, 18:05

Statt wie Nelson Mandela zu Zeiten der legendären Rugby-Meisterschaft 1995 auf Einheit zu setzen, scheint Zuma den Zwist zu legitimieren - von Julia Raabe

Die Ermordung des Rechtsextremisten Eugene Terreblanche kommt für Südafrika auch noch zu einem denkbar schlechten Zeitpunkt. Seine Afrikaner Weerstandsbeweging ist zwar eine Randerscheinung, die von den meisten Weißen im Land nicht unterstützt wird. Doch der Mord rückt die weitverbreitete Gewalt und die horrende Kriminalitätsrate in grelles Scheinwerferlicht - und nährt so die ohnehin großen Zweifel, ob das Land während der Fußball-WM die Sicherheit gewährleisten kann.

Auch 16 Jahre nach dem Ende der Apartheid sind die Gräben zwischen den Bevölkerungsgruppen immer noch tief. Viele Weiße fühlen sich von den politischen Entscheidungen ausgeschlossen und wirtschaftlich bedrängt. Von den Fördermaßnahmen für Schwarze profitiert aber auch nur eine Minderheit. Die Bewohner der Armensiedlungen haben keinen Zugang zur neuen Elite und fühlen sich von der Regierung betrogen. Das birgt ein hohes Gewaltpotenzial, das sich immer öfter auch entlädt.

Präsident Jacob Zuma hat bisher nicht den Eindruck vermittelt, als wolle er daran substanziell etwas ändern. Den ANC-Jugendführer Julius Malema hat er nicht zurückgepfiffen, als dieser "Tötet den Buren" sang und jüngst die Enteignungspolitik Simbabwes lobte. Das ist gefährlich. Statt wie Nelson Mandela zu Zeiten der legendären Rugby-Meisterschaft 1995 auf Einheit zu setzen, scheint Zuma den Zwist zu legitimieren. (Julia Raabe/DER STANDARD, Printausgabe, 6.4.2010)

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12 Postings
Ludmilla von Country de la Musica
01
wieso wurde frau avas kommentar gelöscht?

der war nicht rassistisch, sondern beinhaltete kritik am artikel.

jos
20
Die WM-Tragödie rückt näher

-und jeder ignoriert es. Der südafrikanische Exportschlager der Saison werden wohl Urnen und Särge mit Fussballfans sein. Leider kann sich die dubiose und korrupte FIFA immer noch nicht von ihrem Wahnsinnsprojekt trennen. Naive Fußballfans aus der ganzen Welt werden der Propaganda des Gasttgeberlandes auf den Leim gehen- und dran glauben müssen.

sepp schilehrer
25

Nelson Mandela schaffte es, die Weissen für den neuen Staat zu gewinnen und er erkannte, dass Südafrika nur auf seinem hohen Standard bleiben kann, wenn es die Weissen mit im Boot hat. Beispielsweise sprach er sehr oft auf Afrikaans....

Zuma kann nicht vereinen, er kann nur Gräben aufreissen. Daher wird auch Südafrika den Weg alles Afrikanischen gehen: Zerfall, Zersetzung, Tod......

Frau Ava
12
schilehrer bleib bei deinen schi

Voellig unrichtig diese Bewertung.
Zuma hat eine wichtige Rolle zur Befriedung zwischen IPF und ANC gespielt,wo viele Menschen unkamen.Das war auch fremdgesteuert die kein friedliches SA wollten.Auch seit seiner Praesidentschaft ist er immer wieder auf die weissen Afrikaaner zugegangen und auch jetzt ist er ausgleichend sowie auch die ganze Regierung bemerkenswert bemuht ist.Das ich den Zuma jetzt noch verteidigen muss...aber dass sind seine starken Seiten.

Igor Gassner
22
Welches friedliche Südafrika

Höchste Mordraten noch dazu ein deutig gegen Weisse Farmer gerichtet. Schon jeder 5 Farmer wurde Opfer eines Gewaltverbrechens und auch zwischen den Schwarzafrikanern ein latenter Bürgerkrieg und die höchsten AIDS Raten und eine unfähige Wirtschaftspolitik und unkontrollierte Zuwanderung aus der ebenso kaputten Nachbarschaft stirbt Mandela ist das Land reif für einen Krieg. Die Frage ist nur wo und wieso wird er ausbrechen.

tramezzino
44
zuma

ist eine witzfigur und wird das land engültig in den ruin treiben. die weißen wandern eh schon freiwillig aus.

Ludmilla von Country de la Musica
00
"die weißen wandern eh schon freiwillig aus."

dann ist ja ok.

ich bin's
21
wer zur wm runterfährt, muss lebensmüde sein.

ich würd das abblasen. die wollen das anscheinend gar nicht. sonst würden sie nämlich was tun gegen die kriminalität.

Fisch^^Fisch
04

Man muss halt ein bisschen über gesunden Menschenverstand verfügen.

Wenn man sich in den Fanzonen aufhält, Slums meidet, teure Hotels bucht und seinen Sexualtrieb soweit unter Kontrolle hat, dass man nicht um 3 in der Nacht nach Prostituierten in Seitengassen suchen geht, dann ist das kein Problem.

Normalerweise funktioniert das in diesen Ländern ja auch, weil meistens eine spezielle (denkende) Art von Touristen da hin fliegt. Ich befürchte nur, dass durch die WM leider auch genug Leute hinkommen, die bis dato maximal in Mallorca waren. Mit den entsprechenden Konsequenzen,...

till ulenspiegel
02
ich..

..bin geborener südafrikaner und musste, als ich ihren kommentar las, darum laut auflachen, weil er's so genau trifft. sollte der ballermann tatsächlich irgendwo auf "südafrika real" treffen, na dann gute nacht...

Bafana Bafana
12
ich hoffe es fahren trotz negativer berichterstattung möglichst viele zur wm

natürlich ist es nicht so sicher wie hier, aber es ist bei weitem nicht so gefährlich wie viele glauben.

es ist schade, dass die vielen schönen seiten des landes nicht annähernd soviel aufmerksamkeit bekommen wie die kriminalität.

aids, kriminalität, korruption und ob die stadien rechtzeitig fertig werden ... alles themen die sich mit de stereotypen Eigenschaften des Afrikaners drehen - faul, korrupt und riesenschw**z.

es wäre an der zeit, dass der fokus der berichterstattung über afrika über diese themen hinausgeht.

fischkopp
10

Also ich finde diese Themenabdeckung vollkommen ausreichend. Mehr will ich gar nicht wissen.

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