Das Fax - im Zeitalter des Internets

Markus Drenckhan, 5. April 2010, 16:44
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    foto: dpa/xerox/archiv; montage

    Vom ersten Kopierer zum Faxdienst auf dem PC.

Manche Erfindungen überleben jeden prophezeiten Untergang - Vom Faxgerät zum Faxdienst

Es gibt technische Erfindungen, die sind einfach nicht totzukriegen. So wie der Videorekorder sein prophezeites Aussterben mehr als 20 Jahre lang überlebte, kämpft auch das telekommunikative Fernkopieren länger als erwartet gegen das Ende. Inzwischen hat die Technik als Online-Fax, Fax2Mail oder Mail2Fax sogar ihren Weg ins Internetzeitalter gefunden.

In den meisten Klein- und Mittelbetrieben gehört das Faxgerät immer noch zur Standardausstattung. Mit gutem Grund, denn es bietet eine anerkannte Übermittlungsform für unterschriebene Verträge oder Aufträge. Die Zustellung einer Faxnachricht lässt sich mit dem Sendebericht dokumentieren und kann im Zweifelsfall über den Telefonnetzbetreiber nachvollzogen werden. Für die Übertragung einer rechtsgültigen Unterschrift per E-Mail bedarf es einer qualifizierten elektronischen Signatur - mit entsprechend höherem Aufwand.

Vom Faxgerät zum Faxdienst

Eine gute Alternative zum eigenen Faxgerät sind Online-Faxdienste. Diese Angebote verbinden die Vorteile eines Faxes mit der einfachen, mobilen Erreichbarkeit einer E-Mail. Vor allem für Nachrichten, die mit Officeprogrammen oder anderen Anwendungen erstellt werden, bietet sich der direkte Versand entweder per Hochladen der Datei oder über eine Faxschnittstelle an.
Wie bei anderen virtuellen Diensten hat auch diese Lösung den Vorteil, dass sie entsprechend den Anforderungen angepasst werden kann. Je nachdem, ob man im Unternehmen nur gelegentlich Faxe versendet, ob man einen regelmäßigen Ein- und Ausgang von Faxnachrichten hat oder ob der Faxverkehr den Hauptteil der Unternehmenskommunikation ausmacht, findet sich der passende Anbieter.
Kern aller Online-Faxdienste ist ein Faxserver, der Faxe versendet, eingehende speichert oder weiterleitet und als Gateway zwischen E-Mail und Faxnachricht dient. Nur für Unternehmen, die viele Faxe verschicken oder empfangen, bietet sich ein eigener Faxserver an - mit den damit verbundenen Aufwänden für Betrieb und Wartung. Online-Dienste stellen diesen Faxserver als Dienstleistung zur Verfügung
Wer seinen Faxdienst ins Internet verlegt, darf allerdings den Sicherheitsaspekt - vor allem beim Fax2Mail oder Mail2Fax - nicht vergessen. Für sensible Firmendaten gelten die gleichen Einschränkungen wie für den E-Mail-Verkehr.

Einfacher Einstieg für Gelegenheitsfaxer

Die einfachste Variante für den Gelegenheitsfaxer ist der Faxversand über einen Internetbrowser. Fast alle Internetdienste bieten diese Einstiegsmöglichkeit an. Oft ist es Teil eines Unified Messaging-Dienstes wie bei GMX oder 3box.de in dem alle Sprach- und Textübermittlungsangebote zusammengefasst sind.
Der Sender stellt das Fax online zusammen, indem er Text eingibt und ein Deckblatt gestaltet. Mehr Komfort bieten zum Beispiel die Angebote von www.fax.de, www.faxonline.at, www.onlinefax.at oder www.simple-fax.de. Auf diesen Seiten kann der Absender nicht nur online Inhalte erstellen, sondern auch vorbereitete Dateien hochladen und als Faxe versenden. Unterstützt werden meistens die gängigen Bildformate wie TIF oder JPG sowie verschiedene Office-Formate und PDF.
Zum Teil ist mit diesen Einstiegsangeboten aber nur der Faxversand möglich. Dafür ist das Service aber weltweit verfügbar und kann von jedem Computer mit Internetanschluss aus genutzt werden. Bezahlt werden kann mit Kreditkarte, Überweisung oder mit Bankeinzug; oft wird auch PayPal akzeptiert.

Fax-/Mail-Kombination: Fax2 oder 2Fax

Die meisten dieser Internetdienste bieten auch die zweite Möglichkeit des Online-Faxverkehrs an: Fax2Mail oder Mail2Fax. Der Absender sendet entweder eine Faxnachricht, die über einen Faxserver und ein Gateway als E-Mail-Nachricht weitergeleitet wird, oder er schreibt eine E-Mail, die als Faxnachricht zugestellt wird. Mit diesen Diensten ist auch ein Faxempfang möglich. Einige große Anbieter dieser Fax/Mail-kombinierten Services sind www.efax.com, www.interfax.net oder www.popfax.com.
Der Absender erhält eine Benachrichtigung über die Zustellung der Nachricht in Form eines Sendeberichtes. Die Empfangsnummern sind für verschiedene Länder verfügbar. Damit ist es für kleinere Unternehmen möglich, eine Faxnummer in anderen Ländern anzubieten, die zum Ortstarif beziehungsweise Landestarif erreichbar ist, ohne eine feste Firmenadresse einrichten zu müssen.
Die Einschränkung des Fax2Mail-Services ist, dass der Absender über ein Faxgerät verfügen muss, um die Nachrichten zu verschicken. Besonders geeignet ist der Dienst für Unternehmen, die ihre Außendienstmitarbeiter oft per Faxnachricht erreichen wollen. Die Zentrale sendet ein Fax, das der Mitarbeiter einfach per E-Mail an jedem Ort erreichen kann.

Faxversand mit direkter Schnittstelle

Für Firmen mit höheren Anforderungen an die Faxkommunikation gibt es Möglichkeiten, Faxnachrichten direkt aus Office-, E-Mail- oder anderen Computeranwendungen zu versenden. Das Fax wird wie ein Drucker installiert und kann für die Ausgabe von Dokumenten aus allen Programmen genutzt werden. Voraussetzung dafür ist eine ISDN-Verbindung und Hardware. Die meisten der genannten Anbieter unterstützen auch diesen Dienst; Anmeldung vorausgesetzt. Auch der VoIP-Dienstleister www.sipgate.at hat ein entsprechendes Faxangebot im Portfolio. Mit solcher Ausstattung kann man sogar Faxe direkt aus Outlook verschicken.
Einfache Softwarelösungen für den direkten Faxversand vom Computer ist zum Beispiel der Klassiker WinFax Pro oder PCPhone Fax-Office. Auf der Grundlage einer CAPI-Schnittstelle sind sogar komplexe Anbindungen beispielsweise an ERP-Systeme möglich.

Faxgeräte vor dem Aus

Auch wenn Faxgeräte virensicher sind und aufgrund der Anruferkennung einen brauchbaren Schutz gegen Spam bieten, droht das Schicksal der reinen Videorekorder auch den Geräten mit ausschließlicher Faxfunktion. Seit einigen Jahren sinken die Verkaufszahlen massiv; im letzten Quartal 2009 gingen die Verkäufe laut GfK um über zehn Prozent zurück. Bis sich die digitale Signatur flächendeckend durchgesetzt hat, wird aber die Faxfunktionalität weiter gefragt bleiben.

(Markus Drenckhan)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 60
1 2
ArtieM
00
16.10.2011, 14:52
Re:

Beim Faxversand benutze ich nur die [URL= http://de.popfax.com/Fax%20onl... iffs.html] Fax Online [/URL] Dienstleistungen. Für mich ist es viel leichter, und ich habe noch nicht Probleme gehabt.

mfgmfg
00
11.1.2011, 00:00
was ich am Fax "liebe"

sind die ständig blöden Spams
- Geldanlagen
- sündteure Eintragungen in obskure Verzeichnisse
- fragwürdige Angebote (Radarwarner + Co) aus der Karibik...

usw.
Wann kann man endlich unidentifizierte Anrufe bzw. Faxe sperren?

the other side
00
21.12.2010, 11:44
Zun den konstitutiven merkmalen eines jeden Unternhmens gehören

Telefonnummer
Faxnummer
eine emailadresse mit domainnamen des Unternehmens - also nicht pipifax@aon.at
eine Webseite mit einer kurzen Tätigkeits beschreibung.

Wer das nicht hat braucht sich auch nicht wundern wenn es mit dem Geschäft nicht so optimal klappt.

RS69
 
00
21.12.2010, 17:21

stimmt.

Telefon ist eh klar, ohne Email geht heutzutage nichts mehr.

Bei Fax bin ich immer weniger sicher - ich bekomm keine 5 Faxe im Jahr - aber wenn wer will, kann er mich grundsätzlich auch so erreichen.

Hugo Stiglitz
00
14.4.2010, 14:19
What the fax

Das ist für mich so ein Fall, wo man versucht Tote künstlich am Leben zu erhalten. Wenn jeder mitspielt und es unterstützt wird es wohl nie verschwinden. Ähnlich wie beim IE 6.

mfgmfg
00
11.1.2011, 00:02
Ärzte erhalten das FAX am Leben

sie dürften lt. GTELV längst keine persönlichen Daten mehr faxen - tun es aber mit höchster Billigung unter teils obskuren Umständen noch immer.

next thinktank
00
opolis.eu

Für das garantiert sichere Versenden von vertraulichen Dokumenten gibt es www.opolis.eu

Martin Hiltmann
00
Aha.

Abgesehen von so fehlenden Kleinigkeiten wie einem Impressum etc. - sind Sie selbst dort angestellt, oder gar Hr. Wiesenfeld persönlich?
Warum sollte man gerade diesem Unternehmen vertrauen?

Didi Xyz
12

bei uns in der kanzlei werden vertrauliche informationen ausschließliche per fax verschickt. das internet ist dafür viel zu unsicher. und ein verschlüsselungsprogramm schaffen die meisten klienten nicht zu installieren (und bis man einen edvler bei denen hat, hat man bereits hunderte seiten gefaxt ;)

Flaschenpost
01
Das Problem ist...

immer mehr Firmen gehen dazu über digitale Faxlösungen in ihr EDV-System zu integrieren (Fax direkt aus Word oder Outlook) und das geht dann halt doch wieder, je nach gewählter Lösung, übers internet.
Da scheint mir der mailversand einer verschlüsselten pdf-Datei als die effizienteste Lösung, den reader hat wirklich jeder, das passwort wird möglicherweise bei Beginn der Geschäftsbeziehung festgelegt, oder bekommt der Kunde per Telefon oder in einer gesonderten mail, oder...

Cyco
01
.. oder per Fax

Taran Seven
12
Leider kann und wird das Fax im Klartext beim abhöhren einfach mitgelesen... ein mit Adapter parallel geschaltetes Faxgerät druckt dann alle ein und ausgehenden Faxe mit aus...

Wie ich gelesen habe wird gerade bei Firmen-Fax druch US-Geheimdienste viel Industriespionage gemacht...
eben einfacher als ne verschlüsselte email

the other side
00
21.12.2010, 11:45
dass kann der CIA bei mir gerne machen!

linker Antichrist
10
Spätestens dann

wenn die EU wirklich die elektronische Signatur bei elektronischen Rechnungen abschafft wird auch das Fax in der derzeitigen Form verschwinden.

Didi Xyz
02

würd eher sagen, spätestens wenn faxrechnungen nicht mehr zum vorsteuerabzug berechtigten, gibts keine faxrechnungen mehr ... ;)

(dzt. läuft die verlängerung für die annerkennung bis 31.12.2010)

epek
00
[ ] Telex

Für die Wiedereinführung des Telex uz over IP ;-)

Pogled
00

Ende der 80iger hatte ich ein direktes Interface PC to TELEX.
War eine tolle Sache, da völlig rechtsverbindlich. Das Telexgerät lief als Protokolldrucker mit und die Archivierung erfolgte in Papp-Rollen ...

epek
00
Fax-API für Outlook

Wenn der Autor genau recherchiert, wird er die "Druckerschnittstelle" auf dei faxonline gegen geringen Aufpreis entdecken.
Das mobile Festnetz von Orange scheint mit dem oben genannten Dienst ident zu sein, mit dem Unterschied, dass man die Festnetzrufnummern portieren kann, was die "reinen" Fax2Mail-Gateway-Firmen nicht machen.

Ab Null Euro
021
Fax ist unerläßlich!!

wenn man an der ORF Wahl teilnehmen will;-)

Karma Thrinley
00

Nur, wer will das schon?

Einzig die Frage "Wollen sie in Zukunft Rundfunkgebühren zahlen?", wäre eine Teilnahme wert.

Lexibald
00
Leider

brillanter Beitrag.

Kritifaxe
00

Fix & Foxi

Raffzahn Gianni
 
00
Nur kane Faxn...

---

The Glenturret
 
00
fritzbox ??

eine frage an alle die eine avm fritzbox ihr Eigen nennen:

kann, da die fritzbox ja auch als telefonanlage dienen kann, über die besagte box mittels wlan gefaxt werden?

das wäre für zuhause nämlich so ziemlich der idealste zustand, überhaupt wenn das gerät noch einen faxspeicher hätte. früher hatten einige der 56k modems so einen speicher eingebaut.

Weiss jemand was darüber?

weissbrot
00
15.4.2010, 14:06
Fritz!fax ist eine tolle sache

und eigentlich auch total easy zu installieren. nur das konfigurieren hat bei mir ein weilchen gedauert - bis ich die richtige anlaufstelle im netz gefunden habe.
http://www.ip-phone-forum.de/forumdisp... .php?f=520
und hier das how-to:
http://www.ip-phone-forum.de/showthrea... p?t=208276

wenn man sich nicht all zu "patschert" anstellt hat man das relativ fix konfiguriert.

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