Social Media

Wieso Journalisten Twitter nutzen sollten

Anita Zielina, 5. April 2010, 18:47
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    foto: derstandard.at/zielina

    JournalistInnen werden der Frage, ob sie Twitter für sich nutzen sollen, nicht entgehen können. Zumindest versuchen sollten sie es.

Drei gute Gründe: Mehr Kontakte, mehr Infos, mehr Platz für die eigenen Ideen

Wenn es um die Twitternutzung durch JournalistInnen geht, dann meistens darum: Setzen Medienunternehmen ihren MitarbeiterInnen diesbezüglich Grenzen, etwa in Form von Social Media Guidelines? Ist die Nutzung erwünscht oder wird sie eher skeptisch betrachtet? Formelle Abgrenzungen und Anweisungen also, wie mit dem "neuen Ding" umzugehen sei.

Wesentlich seltener wird öffentlich über die Frage diskutiert: Was können JournalistInnen durch Twitter lernen? Wie verändert sich dadurch ihr Arbeitsfluss, ihre Recherchemethode? Was "bringt" Twitter dem einzelnen Redakteur, und was hat das Medium davon?

Drei gute Gründe für Twitter

Dass diese Fragen nur selten offen debattiert werden, ist schade - denn Twitter bietet JournalistInnen ein ganzes Spektrum an Möglichkeiten. Die folgenden drei Punkte sind meine ganz persönlichen Gründe, seit 10 Monaten auf Twitter aktiv zu sein.

1) Twitter als weiterer Verbreitungskanal. Eigene Artikel, Meinungen, Einschätzungen können verbreitet werden, und das Feedback darauf ist unmittelbar und sehr zeitnah. Das ist nicht nur interessant, sondern wirkt sich auch positiv auf den Bekanntheitsgrad aus (den eigenen und den des Mediums).

2) Twitter als Recherchetool. Zugegeben, es dauert einige Zeit, bis man seine Timeline mit den Menschen bestückt hat, die die eigenen Interessen bestmöglich abbilden. Wenn das aber passiert ist, dann dient Twitter als eine Art personalisierter Newsfeed, als ein weiterer Weg, auf dem Infos ihren Weg zu mir finden (neben Telefon, Email, persönlichen Kontakten, Pressekonferenzen, etc). Und sie finden diesen Weg oft schneller als bisher.

3) Twitter als Kontaktepool. Im besten Fall werden aus virtuellen Kontakten - zumindest manchmal - persönliche. Aber auch das virtuelle "Sich Kennen" verändert schon viel: Kaum eine Frage, die man seinen Followern stellt, die nicht irgend jemand beantworten kann - oder an jemanden weiterleitet, der dann die Antwort kennt. Eine Art Mini-Crowdsourcing-Projekt auf persönlicher Basis, sozusagen.

So bitte nicht

Viel Potenzial also, aber was kann man als Journalist auf Twitter denn eigentlich falsch machen?

Dazu sagt Gerald Bäck von Digital Affairs: "Falsch macht man es, wenn man es gar nicht macht. Falsch macht man es außerdem, wenn man stur eigene Sachen twittert, aber nicht auf Reaktionen eingeht." Außerdem schlecht: Geisteraccounts, die monatelang unbenutzt verstauben (Paradebeispiel Dominic Heinzl). Zusammengefasst. "Man muss Mehrwert schaffen". Bisher, so Bäck, seien es vor allem "Einzelaktionen engagierter JournalisInnen". Das Potenzial sei noch bei weitem nicht ausgeschöpft.

Kommentar posten
16 Postings
Hairy Tongue
00
zu dem thema sag ich nur: ass möde!

http://www.youtube.com/watch?v=w1f-Ydjpk-o

alejalaicos
 
00
14.4.2010, 18:51
lediglich eine Option...

1. Danke für den link - Ferguson bringt so manches auf den Punkt. :)
2. Ich denke qualitativer Onlinejournalismus ist ebenso möglich, twitter, FB und CO sind möglicherweise gute Zusatzmöglichkeiten bzw einfach nur weitere Optionen oder Portale um sich Überblicke und Einblicke zu verschaffen. Sich aber nur auf Onlineinhalte zu verlassen wäre schwach-sinnig im wahrsten Sinne des Wortes, ein wenig riskant als auch wissenverflachend....

gubo2.0
01
kann mir jemand

kurz und einleuchtend erklären, was diese
twitter-timeline ist??
ich weiß, ich bin gar nicht so 2.0 wie ich immer tu...

Schnitzelfreund
00

Die chronologische Abfolge deiner abonnierten Tweets.

cyrus virus
11
wer am lautesten schreien kann...

... hat noch lange nicht am meisten zu sagen.

die web2.0-experten freuen sich offenbar am meisten wenn sie in klassischen medien unterkommen.

t-bonesteak
12
klingt wie

ein advertorial von twitter...

tim tim
00
26.4.2010, 14:10

klingt nicht nur so, ist auch eines...

Ulrike Langer25
 
01
Twitter wird für Journalisten immer wichtiger

Die Punkte in dem Beitrag sind richtig und wichtig, aber auch äußerst knapp formuliert. Wer mehr zu diesem Thema wissen will. Ich habe eine Präsentation erstellt, die hier eingebettet ist: http://medialdigital.de/2010/03/2... orum-2010/

daskarmakommtzurück
00
next one:

Warum Journalisten ohne den siamesischen Zwilling mit dem kurzen Kosenamen APA ihr Körberl Geld verdienen sollten

KTHXBYE
25
"Wieso Journalisten Twitter nutzen sollten"

Weil für Recherche und Arbeit mittlerweilen alle zu dämlich sind?

Wasmichstört
01
Na genau, auf Twitter besinnen...

...die Meldungen, Berichte, Recherchen werden dem Getwitter eh immer ähnlicher... die Leserschaft tut sich eh schon schwer mit einem Satz länger als 5 Worte... somit der richtige Weg!

sirnicha
46
besinnung

besser wäre es, die journalisten würden sich darauf besinnen, was journalismus ist, alle!

Hairy Tongue
00

ganz richtig.

z.b. herr nachrichtensprecher xy, der aus dem nachrichtenstudio twittert, welche farb die socken vom bundeskanzler haben.

luke1980
10

bitte erklär es uns.

danke!

sirnicha
02
eigenständigkeit geht total verloren

es gibt nur mehr sogenannte filterungen aus den "beiträgen" oder den fangemeinden und eine daraus kommunizierte meinung, die keine meinung mehr ist sondern eher eine laue strömung. möchte ich ein strömung als news oder einen bericht weitergeben, der aus eigenen recherchen stammt? DAS geht dabei verloren bzw. ist schon fast weg. der umweg ist so groß, dass daraus eine art "stille post" entsteht - sie wissen was da meist herauskommt? das andere ist, es wierden oft vorurteilslos dinge übernommen, die dann eher nach einer versteckt geschalteten anzeige aussehen...

Totaler Durchblicksstrudel
30

Unfug, totaler!

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