Schumacher hat dem Motorradsport den Rücken gekehrt und ist zurück in der Formel 1. Könnte dann nicht Lauda zu den Motorradln wechseln?
Für den Motorradsport war das, als ob ein Schaufellader von hinten anschiebt, als die ersten Bilder von Michael Schumacher am Pannoniaring durch die Presse spukten. Wenig später war er offiziell Teamkollege von Martin Bauer und hetzte die Holzhauer Honda über die IDM-Rennstrecken, dass die Funken sprühten. Ein paar Mal hat die Startnummer 77 schon dreckig und schotternarbig aus der Wiese geschaut, während Schumi sich den Staub aus dem Leder klopfte. Und nur weil Schumacher in der IDM startete, stieg der Bekanntheitsgrad von Martin Bauer, obwohl der schon in der Vergangenheit den anderen IDM-Racern um die Ohren gefahren ist, dass die nicht wussten wo, vorne und hinten ist.

Jetzt fährt Schumacher wieder in der Formel 1.
Motorradlegende Valentino Rossi fährt auch gerne einmal ein paar flotte Runden auf vier Rädern. Immer wieder gab es in der Vergangenheit Gerüchte darüber, dass Vale bald in einem "Formula Uno"-Cockpit sitzen könnte. Gesehen hat man ihn aber nicht nur im F1-Ferrari, sondern auch im Subaru Impreza. Und im Jänner hat, laut Handelsblatt, Ferrari-Teamchef Stefano Domenicali gemeint, dass es für ihn durchaus denkbar wäre, dass Rossi bei Ferrari unter Vertrag komme. Das wäre bitter für die MotoGP.
Darum denke ich, es wäre Zeit, dass endlich ein Auto-Rennfahrer auf ein Motorrad steigt und Rennen fährt. Überflieger Niki Lauda fällt mir da ein. Das wäre was, wenn der Niki Moped fahren würd, hm? Vielleich auf einer KTM?
Doch Motorjournalisten-Legende Peter Urbanek bremst meinen Enthusiasmus schnell. "So gut fährt der Lauda nicht! Das wird nix!"
Urbanek kramt im Archiv
Ich frage ihn, wie er auf die Idee kommt. Peter Urbanek dreht sich um, wühlt kurz und zieht ein Schwarz-Weiß-Foto hervor, legt es auf den Tisch und sagt: "Schau in das Gesicht vom Lauda. Findest du, dass der da begeistert dreinschaut?"
Das Foto, das Peter Urbanek aus seinem schier unerschöpflichen Archiv gerissen hat, „ist aus 1973 oder 1974. So genau weiß ich das jetzt gar nicht. Jedenfalls war es im Oktober – während der Ölkrise – beim Saisonfinale. Am Österreich-Ring."
KTM machte damals eine Promotion-Veranstaltung und lud dazu auch Renn-Profis, die normalerweise auf vier Rädern unterwegs waren. Wie eben Niki Lauda, Kurt Rieder, der ja auch in Formel 1-Autos saß, oder Dieter Quester.
Quester statt Lauda
"Der Quester, der ist gut gefahren", sagt Peter Urbanek, "der war sowieso immer und mit allem schnell. Ganz egal, ob mit dem Auto, Motorboot, Fahrrad oder dem Motorrad. Aber dem Niki Lauda hat das nie so getaugt." Aha, also der Dieter Quester könnte uns vielleicht rausreißen – der Niki Lauda eher nicht. Obwohl, wenn der Lauda mit der Regelmäßigkeit eines Schumacher sein Moped von der Strecke wirft, dann könnten wohl nicht einmal verdoppelte Eintrittspreise die Leute daheim am Sofa halten. (Guido Gluschitsch)