Öltransporter mit 170 Millionen Dollar-Ladung unterwegs zur somalischen Küste
Seoul - Der südkoreanische Zerstörer Chungmugong Yisunshin hat im Indischen Ozean zu einem von Piraten
entführten Supertanker aufgeschlossen. Das Schiff der Marine kreuze in der Nähe
des mit Rohöl im Wert von 160 Millionen Dollar (118,8 Millionen Euro) beladenen
Tankers, erklärte das Außenministerium in Seoul am Dienstag. Die Chungmugong Yisunshin hat eine Besatzung von 300 Mann und kann Ziele in einer Entfernung von bis zu 32 Kilometern angreifen und ist mit einem Hubschrauber ausgerüstet.
Der Tanker "Samho Dream" aus Südkorea sei auf dem Weg vom Irak in die USA gekapert worden, teilte das Außenministerium in Seoul am Sonntag mit. Das Schiff habe Öl im Wert von 170 Millionen Dollar transportiert. Dies entspricht der Menge, die im Irak an einem Tag gefördert wird. Die 24 Besatzungsmitglieder - fünf Südkoreaner und 19 Philippinos - würden als Geiseln festgehalten. Der 333 Meter lange 320.000-Tonnen-Tanker gehört dem US-Ölkonzern Valero Energy.
Immer größere Schiffe
Eine Seefahrer-Organisation mit Sitz in Nairobi sagte, das Schiff sei von somalischen Piraten gekapert worden. Ein Sprecher der Piraten, der nur seinen Vornamen Mohamed nannte, gab bekannt, die "Samho Dream" sei auf dem Weg zum von Piraten kontrollierten Hafen Haradheere in Somalia. Dort liegen bereits zahlreiche andere Schiffe, die Piraten in den vergangenen Monaten in ihre Gewalt gebracht haben. Die Entführung eines so großen Tankers sehen Experten als Zeichen dafür, dass die Piraten jetzt nach größerer Beute aus sind.
Niederländer befreien deutsches Handelsschiff
Die niederländische Marine hat ein deutsches Handelsschiff mitsamt 15 Mann
Besatzung aus den Händen somalischer Piraten befreit. Das teilte am Montag das
niederländische Verteidigungsministerium mit. Ein Hubschrauber habe die Brücke
des Schiffes "MV Taipan" beschossen. Danach seilte sich eine Kommandoeinheit auf
das Schiff ab. Zehn Piraten, die am Montag das Schiff in ihre Gewalt gebracht
hatten, wurden den Angaben zufolge festgenommen. Die Besatzungsmitglieder des
Schiffs hatten sich in einem sicheren Bereich verschanzt und blieben unverletzt.
Ein niederländischer Soldat wurde leicht verletzt.
Die Piraterie am Horn von Afrika gilt als Folge der Anarchie in Somalia. Ende 2009 hatten somalische Piraten dem International Maritime Bureau (IMB) zufolge mindestens zwölf Schiffe mit 263 Besatzungsmitgliedern in ihrer Gewalt. Oft werden die Schiffe nach der Zahlung von Lösegeld wieder freigegeben. Anfang 2010 konnte der Öltanker "Maran Centaurus" mit seiner Besatzung nach der Zahlung einer Summe zwischen 5,5 und 7,0 Millionen Dollar wieder abfahren. Der unter griechischer Flagge fahrende Tanker war mit zwei Millionen Barrel Öl beladen und am 29. November 2009 entführt worden. (red/Reuters)