Verfolgung im Indischen Ozean

Südkoreanischer Zerstörer erreicht entführten Tanker

06. April 2010 15:53

Öltransporter mit 170 Millionen Dollar-Ladung unterwegs zur somalischen Küste

Seoul - Der südkoreanische Zerstörer Chungmugong Yisunshin hat im Indischen Ozean zu einem von Piraten entführten Supertanker aufgeschlossen. Das Schiff der Marine kreuze in der Nähe des mit Rohöl im Wert von 160 Millionen Dollar (118,8 Millionen Euro) beladenen Tankers, erklärte das Außenministerium in Seoul am Dienstag. Die Chungmugong Yisunshin hat eine Besatzung von 300 Mann und kann Ziele in einer Entfernung von bis zu 32 Kilometern angreifen und ist mit einem Hubschrauber ausgerüstet.

Der Tanker "Samho Dream" aus Südkorea sei auf dem Weg vom Irak in die USA gekapert worden, teilte das Außenministerium in Seoul am Sonntag mit. Das Schiff habe Öl im Wert von 170 Millionen Dollar transportiert. Dies entspricht der Menge, die im Irak an einem Tag gefördert wird. Die 24 Besatzungsmitglieder - fünf Südkoreaner und 19 Philippinos - würden als Geiseln festgehalten. Der 333 Meter lange 320.000-Tonnen-Tanker gehört dem US-Ölkonzern Valero Energy.

Immer größere Schiffe

Eine Seefahrer-Organisation mit Sitz in Nairobi sagte, das Schiff sei von somalischen Piraten gekapert worden. Ein Sprecher der Piraten, der nur seinen Vornamen Mohamed nannte, gab bekannt, die "Samho Dream" sei auf dem Weg zum von Piraten kontrollierten Hafen Haradheere in Somalia. Dort liegen bereits zahlreiche andere Schiffe, die Piraten in den vergangenen Monaten in ihre Gewalt gebracht haben. Die Entführung eines so großen Tankers sehen Experten als Zeichen dafür, dass die Piraten jetzt nach größerer Beute aus sind.

Niederländer befreien deutsches Handelsschiff

Die niederländische Marine hat ein deutsches Handelsschiff mitsamt 15 Mann Besatzung aus den Händen somalischer Piraten befreit. Das teilte am Montag das niederländische Verteidigungsministerium mit. Ein Hubschrauber habe die Brücke des Schiffes "MV Taipan" beschossen. Danach seilte sich eine Kommandoeinheit auf das Schiff ab. Zehn Piraten, die am Montag das Schiff in ihre Gewalt gebracht hatten, wurden den Angaben zufolge festgenommen. Die Besatzungsmitglieder des Schiffs hatten sich in einem sicheren Bereich verschanzt und blieben unverletzt. Ein niederländischer Soldat wurde leicht verletzt.

Die Piraterie am Horn von Afrika gilt als Folge der Anarchie in Somalia. Ende 2009 hatten somalische Piraten dem International Maritime Bureau (IMB) zufolge mindestens zwölf Schiffe mit 263 Besatzungsmitgliedern in ihrer Gewalt. Oft werden die Schiffe nach der Zahlung von Lösegeld wieder freigegeben. Anfang 2010 konnte der Öltanker "Maran Centaurus" mit seiner Besatzung nach der Zahlung einer Summe zwischen 5,5 und 7,0 Millionen Dollar wieder abfahren. Der unter griechischer Flagge fahrende Tanker war mit zwei Millionen Barrel Öl beladen und am 29. November 2009 entführt worden. (red/Reuters)

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Mario Rutar
07.04.2010 12:00
Von den Pipifax-Problemchen der westlichen Welt...

Man schicke 1-2 Geschwader B52-Bomber, vollbeladen mit Phosphor- und Napalm-Bomben und das "Problem" mit den Piraten wird fürderhin nur mehr eine amüsante Anekdote im Geschichtsbuch (vor allem deren "heisser" Abgang). Ist doch nicht so schwer, man muss eben nur wollen. Aber genau daran scheitert es derzeit einfach. Man zahlt lieber Tribute an die Banditen, um sich nur ja nicht anstrengen zu müssen...

natoll
07.04.2010 13:11

naja, so ein einsatz ist aber auch nicht geschenkt. den müssten steuerzahler zahlen, das lösegeld die reedereien. das ist der kleine, aber feine unterschied.

Mario Rutar
07.04.2010 16:06

Das Lösegeld ist aber meines Wissens durch Versicherungen gedeckt. => die Kosten (einerseits höhere Versicherungsbeiträge, andererseits höhere Kosten für Konsumgüter, die per Schiff transportiert werden) werden also indirekt früher oder später auch den Bürger treffen. Bei einem schönen Bombardement hat man zu den Kosten wenigstens ein bißchen Entertainment...

FrantaPudlik
28.04.2010 14:13
Piraten - sind das nicht Symptome der vielen anderen Problemen?

Interessant dazu:

http://www.huffingtonpost.com/johann-ha... 55147.html

Nicolas Castillo
08.04.2010 09:25
Entertainment?

reichen Ihnen Ihre Videospiele nicht mehr?

die_eidechse
07.04.2010 11:27
warum wollen die einen tanker - über 32 km weg - angreifen? der explodiert doch, oder?

Leonardo Basil
07.04.2010 13:34

sie wollen nicht, sie könnten.

rough_rider
07.04.2010 11:16
jetzt müssen die piraten nur aufpassen,

dass sie nicht den zerstörer angreifen. ist ja erst unlängst passiert, dass piraten ein kriegsschiff angegriffen haben...

vielleicht sollt ich als consulter nach somalia gehen und den burschen erklären, welche schiffe

a.) GUT bzw.
b.) SCHLECHT

zu kapern sind :-/
des weiteren hätt ich dann vielleicht ne puppe wie keira knightley an meiner seite und gemeinsam eroberten wir die weltmeere und noch viel mehr!

sind wir nicht alle piraten? NEIN, das sind wir nicht *sing*

theEdge
 
07.04.2010 09:03

Wow, ist es so billig, einen koreanischen Zerstörer auf eine lange Verfolgungsjagd zu schicken, oder sind vielleicht noch andere Werte an Bord?

Redwraithvienna
07.04.2010 10:28
Billiger als den Piraten

das schiff zu überlassen, den handel zwischen südkorea und europa via das Kap der Guten Hoffnung abzuwickeln etc etc etc ...

Da geht es ja nicht um den reinen wert der landung. da geht es hauptsächich drum um den piraten zu zeigen das man den schiffsverkehr in der gegend schützt.

mika33
07.04.2010 10:07
Der Zerstörer ist so und so auf See, also keine Mehrkosten.

Herzerzog Johann
07.04.2010 10:01

Wow.
Wenn keine passende Verschwörungstheorie vorhanden ist, deutet man eine an und wirft eine Frage ins Forum. Und dann ist man gleich furchtbar wichtig.

animal love affair
07.04.2010 11:59

aha, und die straßenbahn fährt sowieso, also ist schwarzfahren legitim.

Roter Baron
07.04.2010 09:35

billiger als 170 mio usd offensichtlich

alterschweizer
07.04.2010 08:54

Früher oder später...
Wird sich die Weltgemeinschaft mal überlegen müssen, was sie eigentlich mit Somalia zu tun gedenkt. Dieses Land muss von internationalen Truppen besetzt, aufgebaut und mit einer Verhandlungsfähigen Regierung versehen werden.

animal love affair
07.04.2010 12:02

somalia 2.0?
erfolgreich wie afghanistan und der irak?

stimme ihnen grundsätzlich zu, aber die aktuellen bündnisse uns strategien machen diese nicht sinnvoll möglich.

Redwraithvienna
07.04.2010 10:33
Das hat man schon mal versucht ...

das ergebnis war das bis auf die USA so gut wie keiner ernsthaft mitgemacht hat, (UNITAF bestand zu 2/3 aus US Truppen) und die sich zurückgezogen haben als die Meinung im Land in Richtung "wir sollen die scheisse ausbaden die die Europäer hinterlassen haben" umschlug.

Herzerzog Johann
07.04.2010 10:02

Niemand wird sich dort die Finger schmutzig machen. Jeder wäre blöd, würde er es tun. Käseglocke drüber und ignorieren.

FabulousX
06.04.2010 19:10
Wie wär's damit

die von den Piraten genutzen Häfen, einmal die Woche, dem Erdboden gleich zu machen. Für diverse Kampfflugzeug Crews wär das zusätzlich eine nette Übung ;)

fabu
06.04.2010 22:51
hast du ne Ahnung wieviel Unschuldige

dabei sterben würden???

Lass nen Tiger aus dem Käfig, er wird nicht nur deine Feinde töten.

Jim Kirk
06.04.2010 23:24

Na auch nicht mehr als im irak.

gelolepsie
07.04.2010 11:19
...

reicht doch schon, oder?

aereo
06.04.2010 17:47

Die Fracht ist 170 Mio Dollar wert, für die 24 Mann Besatzung gibts vielleicht 170 Dollar in der Stunde.

Toni Blaher
 
06.04.2010 22:53

170$ in der Stunde? Also da wird sogar der Informatiker neidig. Wem muss ich f*****?

Ober gscheit
06.04.2010 20:33
170 Dollar die Stunde?

Da werd ich auch Matrose.

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