Jugendlicher Wiener Rapper beschimpft FPÖ-Chef - Generalsekretär Herbert Kickl: "Hass-Video aus dem Dunstkreis linker SPÖ-Netzwerke"
Wien - Die FPÖ empört sich über ein Musikvideo im Internet, in dem ein
österreichischer Rapper den freiheitlichen Parteichef Heinz-Christian Strache
wüst beschimpft. Nachdem die Tageszeitung "Österreich" in ihrer Sonntagausgabe
auf den via Online-Plattform YouTube zugänglichen Track "Na C.-Strache" des
jungen Rappers "Big DnC" aufmerksam gemacht hatte, sah FP-Generalsekretär
Herbert Kickl in einer Aussendung auch Verbindungen zur SPÖ. Das Video ist
nämlich unter anderem in einem Politik-Blog zu finden, das von einem Mitarbeiter
der SPÖ-Kommunikationsabteilung betrieben wird.
SPÖ weist Vorwurfe zurück
Die SPÖ hat am Sonntag in einer Aussendung festgehalten, dass das Anti-Strache-Musikvideo nicht auf einer SPÖ-Hompage "abzurufen ist und war". Von seinem privaten Web-Auftritt habe es der Mitarbeiter der Kommunikationsabteilung "umgehend entfernt". Der Inhalt des Videos sei "klar zu kritisieren", hieß es in einer Aussendung.
Der SPÖ-Pressedienst betonte zudem, dass "Web-Inhalte von Mitarbeitern auf ihren privaten Web-Auftritten, Facebooks-Profilen und anderen Kanälen" nicht seinem Einfluss unterlägen.
MC disst Strache
"Na C. Strache" ist im Stil eines sogenannten Diss-Tracks gehalten. Darunter
wird in der Rapper-Szene das Herabwürdigen und Schmähen von Gegnern verstanden,
"Dissen" gilt mittlerweile als eigenes Genre. Die Handlung des Musikvideos: Ein
(maskierter) Mann, der offenbar Strache darstellen soll, wird entführt,
gefesselt, ausführlich beschimpft und schließlich zum Selbstmord aufgefordert,
was denn auch in die Tat umsetzt wird. Strache wird unter anderem als "Scheiß
Rassist" bezeichnet, "Fuck Na C.-Strache!" lautet der Refrain.
"Hass-Video aus dem Dunstkreis linker
SPÖ-Netzwerke"
Kickl bezeichnete den rund zehnminütigen Clip als "ungeheuerliches
Anti-Strache Hass-Video eines 'linken Gut-Rappers'". Er stellte in den Raum,
dass "auch die Hersteller und Finanzierer des Skandalvideos im Dunstkreis linker
SPÖ-Netzwerke zu finden sein könnten". Überdies kündigte er "alle zu Gebote
stehenden rechtlichen Schritte" sowohl gegen den Urheber als auch gegen "die
Verbreiter" an. Und schließlich verlangte Kickl eine "öffentliche Distanzierung"
sowie Entschuldigung von der SPÖ und von Bundespräsident Heinz Fischer - auf
dessen Wahlkampf-Homepage wird im nämlichen Blog verlinkt.
Track und Video sind indes nicht neu. Auf YouTube wurde es im Oktober 2008
veröffentlicht und seitdem in zahlreichen Blogs und Foren rezipiert. Im Jänner
2010 hatte sich der "Falter" für eine Geschichte über Anti-Strache-Aktionen von
Jugendlichen auf die Suche nach dem Urheber, den Angaben der Zeitung zufolge ein
15-jähriger Schüler, gemacht. Ursprünglich habe er den Song nur für sich
geschrieben, berichtete dort der Wiener, und zwar als Antwort auf die
Strache-Raps.
Der FPÖ-Chef hat sich ja selbst wiederholt als Rapper versucht, was der
Jugendliche laut "Falter" als vereinnahmende Anbiederung an die Rapperszene
verstand. Dann habe ihn das Bedürfnis überkommen, andere Jugendliche auf die
"Angstpolitik" Straches aufmerksam zu machen, wird er zitiert. (APA)