Bundeswehr in Afghanistan

Guttenberg laviert zur Kriegsfrage

4. April 2010, 17:52
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    foto: apn/hermann knippertz

    Verteidigungsminister Guttenberg am Sonntag in Bonn. Nachdem drei deutsche Soldaten bei Gefechten ums Leben kamen und die Bundeswehr am Samstag versehentlich sechs afghanische Soldaten tötete, flammt die Debatte um den Afghanistan-Einsatz in Deutschland erneut auf.

"Man kann umgangssprachlich von Krieg reden" - Bundeswehr tötete sechs afghanische Soldaten - Zuvor drei deutsche Soldaten bei Gefechten getötet

Berlin/Kundus - Nach dem Tod von drei deutschen Soldaten bei Gefechten mit radikal-islamischen Taliban in Afghanistan hat der deutsche Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) von "Krieg" in dem Land gesprochen. Bei der Realität in der Region "kann man umgangssprachlich von Krieg reden", sagte Guttenberg am Sonntag vor Journalisten in Bonn. Er hob hervor, "die Perfidie und gleichzeitig auch die Komplexität des Anschlags" machten die Realität in Afghanistan deutlich. Es scheine nicht ganz zufällig der Karfreitag für den Anschlag ausgewählt worden zu sein.

Bei den schweren Kämpfen in der nordafghanischen Region Kunduz waren am Freitag drei deutsche Soldaten getötet und acht verletzt worden, darunter vier schwer. Außerdem wurden durch deutschen Beschuss sechs afghanische Soldaten irrtümlich getötet. Guttenberg machte deutlich, dass dieser Beschuss der befreundeten, afghanischen Kräfte sowohl von deutscher als auch von NATO-Seite untersucht werde. Die deutsche Regierung habe sich bei der afghanischen Seite entschuldigt.

Angriff auf verbündete afghanische Soldaten "ausgesprochen ärgerlich"

Guttenberg zeigte Mitgefühl mit den Familien der am Rande der Gefechte versehentlich durch Bundeswehr-Beschuss getöteten afghanischen Soldaten. Der Vorfall werde jetzt intensiv untersucht, so der Minister. Er nannte es "ausgesprochen ärgerlich, wenn so etwas passiert". Die Bundeswehr müsse alles unternehmen, damit ein solches Aufeinandertreffen Verbündeter vermieden werde, sagte Guttenberg. Allerdings sei dies nie ganz auszuschließen.

Wenige Stunden nach dem tödlichen Angriff auf eine Bundeswehr-Patrouille nahe der nordafghanischen Stadt Kundus hatten deutsche Soldaten am Samstag versehentlich sechs afghanische Soldaten erschossen. Nach Angaben der Bundeswehr fuhren zwei zivile Fahrzeuge auf einen deutschen Konvoi zu und hielten nicht zur Überprüfung an. Daraufhin habe ein Schützenpanzer vom Typ Marder das Feuer auf einen der Wagen eröffnet. Später habe sich herausgestellt, dass es sich um Fahrzeuge der afghanischen Armee gehandelt habe. Die Bundeswehr und die Nato kündigten Untersuchungen des Vorfalls an.

Der Provinzgouverneur von Kundus, Mohammed Omar, sagte "Spiegel Online", die Tötung der afghanischen Soldaten sei vermeidbar gewesen. Die Fahrzeuge mit den Soldaten seien leicht zu erkennen gewesen. Es habe sich um zwei Ford Ranger gehandelt, auf deren Ladeflächen Waffen montiert waren. "Diese Autos kennt doch jeder", sagte der Gouverneur. Zwar hätten die Afghanen die Entschuldigung der Deutschen für den "tragischen Fehler" akzeptiert. "Trotzdem muss die Bundeswehr vorsichtiger sein, wenn sie das Feuer eröffnet", sagte er.

Erneute Debatte um Afghanistan-Einsatz

Die Zwischenfälle haben die Debatte über den deutschen Afghanistan-Einsatz neu entfacht, der in den vergangenen Monaten besonders durch den umstrittenen Luftangriff auf zwei Tanklastzüge mit Dutzenden zivilen Toten in die Kritik geraten ist. Die Grünen-Vorsitzende Claudia Roth erklärte, es zeige sich, dass der von der Bundesregierung verfolgte Ansatz der vernetzten Sicherheit bislang nicht funktioniere. Eine zivile Aufbau- und damit auch eine klare Abzugsperspektive sei nötiger denn je. Linkspartei-Chef Oskar Lafontaine forderte die Regierung auf, den Einsatz der Bundeswehr in Afghanistan zu beenden.

Guttenberg machte am Sonntag klar, dass eine Abzugsperspektive für die Bundeswehr entwickelt werden solle, dies könne aber nicht darin bestehen, "dass man Hals über Kopf" das Land verlasse. "Ein implodierendes, sich selbst überlassenes Afghanistan" hätte Auswirkungen auf atomar gerüstete Nachbarn, auf den Iran und auf ganz Zentralasien, sagte der Minister. Das allein mache schon den Sinn des Einsatzes deutlich, der realistische Zielsetzungen habe.

Kritik an der deutschen Strategie in Afghanistan wies der deutsche Verteidigungsminister zurück. "Wir bleiben in Afghanistan", unterstrich der Minister. Er widersprach auch der Ansicht, die Geschehnisse seien Ausdruck eines Scheiterns der neuen Afghanistan-Strategie der deutschen Regierung. Die neue Strategie solle bis Sommer oder Herbst umgesetzt werden. "Der Einsatz dort ist und bleibt gefährlich", sagte Guttenberg. Auch künftig müsse mit Toten oder Verwundeten gerechnet werden.

Die deutsche Regierung hatte im Februar den Bundeswehr-Einsatz in Afghanistan neu bewertet und völkerrechtlich als "bewaffneten Konflikt" eingestuft. Zuvor war von einem Stabilisierungseinsatz der Bundeswehr die Rede. In einem "bewaffneten Konflikt" ist Gewaltanwendung eher gerechtfertigt, solange dies militärisch notwendig erscheint. Demnach hätten Bundeswehr-Soldaten nicht so schnell mit strafrechtlichen Konsequenzen zu rechnen.(APA/AFP/Reuters)

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Frankensteins Fekternich
03
Wer sind eigentlich die Terroristen?

http://www.spiegel.de/politik/a... 87,00.html

Cet
01
Ups, we did it again?

Ich halte die Spiegel-Überschrift für manipulativ und gehe eher von Absicht denn Versehen aus. Man muss sich nur die hasserfüllte Sprache der Christen in Uniform dort anhören, wenn sie von den Einheimischen reden. Ja, Hass ist die Triebfeder dieses Krieges, da kann Guttenberg lavieren, wie er will, nur so lassen sich die Ergebnisse erklären - an ihren Früchten sollt ihr sie erkennen. Und es sind keine süssen Früchte, die Nachrichten von dort, es sind von Hass vergiftete Früchte. Mag der Hass auch auf Gegenseitigkeit beruhen, man kann niemanden zu Liebe und Verständnis zwingen. Man kann nur abziehen, bevor dieser Hass immer verzehrender und katastrophaler wird. Auch und gerade als Christ.

Der, der es besser weiß
00

In zwei Weltkriegen halten die den Rest der Welt auf Trab und jetzt schaffen sie nicht mal mehr ein rückständiges Nomadenland. Wo sind die nur hingekommen?

Der Superpiefke!
10

Klar, Deutschland war ja am ersten Weltkrieg sooo schuldig, nicht Österreich-Ungarn....

Wasmichstört
12
Wer hat den Deutschen...

...nach zwei verlorenen Weltkriegen eigentlich kein Kriegsverbot für immer und ewig aufgebrummt? - Frechheit sondergleichen, diese Säbelrassler selbst auf Afghanen loszulassen... Malorca sollte eigenlich für die Bande genügen!

evil-twin
10

Und sowas aus dem Mund eines Österreichers. Die waren ja in beiden Weltkriegen auch nur deutsche Opfer.
Haben zwar keine Armee mehr aber immer noch die lgeichen schillernden Führungspersonen wie damals.

DieBo
05
Dem Westen geht die Sprache abhanden. Vielleicht zuviel Fernsehen geschaut.

Der Westen will der Wahrheit nicht ins Auge sehen. Wenn er Menschen erschießt sagt er "ärgerlich". Wenn er in Panzern anrollt und der Gegner hinter Steinen schutz sucht sagt er "hinterhältig". Wenn ein Selbstmordattentäter sein Leben opfert nennt er das "feige". Wenn er selbst aus Flugzeugen Bomben auf Unschuldige wirft sagt er "peinlich".

catfish eyes
04

Er nannte es "ausgesprochen ärgerlich, wenn so etwas passiert".

Ich nenne es ausgesprochen ärgerlich, dass so ein perfides Schwein der Kriegsminister eines sich demokratisch dünkenden Landes ist.

Erwin Wolfram
01

Uebersetzung

... seitx x:xx wird zurueckgeschossen (Kriegstreiberei und duemmlichste Propaganda muten uns die Herren der Welt, die somit ein Terrorregime errichten zu, dabei weiss jedes Kind, dass diese Konflikte seit Jahrzehnten als Waffentestgelaende und fuer testosterondebile Politiker am koecheln gehalten werden). SO NICHT!

Der Alte vom Berge
010
Geht,...

...Bevor ihr Rennen Müsst.

Worauf gründet sich die Nibelungentreue sonst als aus der Tatsächlichkeit das Deutschland mit der über insgesammt grob 1000 Milliarden Erkauften Wiedervereinigung [Ostmillionen Ausgeklammert] an Washington wie Moskau Souveränität bis Dato nicht Erlangt ?

Lufthoheit ?

Der entgegen stehen Tunlichst nicht zu Hinterfragende Personentransporte durch CIA, MI6 und polnischem Dienst, welche in ihrer Gesammtheit ein an Menschenhandel anzugleihendes Model Darstellen.

London denkt laut über die Möglichkeit nach Eigene Besatzungstruppen durch Kontingente Polens zu Ersetzen um strategische Reserven Freizuspielen.


Deutschland ist kein souveräner Staat.

Um so grösser die Lüge, um so eher wird ihr Geglaubt. ^^

Gerhard Appelt
 
20

@der Alte vom Berge,

sollten Sei Pole sein, dann dürfen Sie beruhigt sein. Polen war noch nie ein souveräner Staat und ist es auch heute nicht. Also immer schön vor der eigenen Tür kehren.

Gerhard Appelt
 
20

@Der Alte vom Berge,

stimmt! Deutschland ist kein souveräner Staat. Aber wer ist das heute noch abgesehen von den Supermächten? Was ist denn mit eurem kleinen Österreich ? Ihr glaubt doch nicht , das ihr souverän seid ?
Wirtschaftlich seid ihr doch quasi ein deutsches Bundesland. Habt ihr schon vergessen wie der österreichische Schilling vor Einführung des Euros über Jahrzehnte an die D-Mark gekettet war ? Und schaut Euch die Außenhandelsbilanz von Österreich an. Ohne Deutschland läuft doch bei Euch gar nichts.
Und militärisch ? Euer lächerliches Bundesheer würde sogar die Bundeswehr locker und leicht mit dem Schmetterlingsnetz einfangen.

Kronenzeitungsleser
00
10.4.2010, 09:03
@Appelt

an welchen Biertischen sitzen Sie gerne?

Gerhard Appelt
 
00
10.4.2010, 14:36

@Kronenzeitungsleser,

bestimmt an keinen österreichischen, da können Sie hundertprozentig davon ausgehen.

Im Panorama-Forum werden Postings gelöscht
00

raus aus afgahnistan. gefasel und relativierungen sparen. danke!

Der Alte vom Berge
00
Zum Sieg Zurechtgebogen,...

...nicht durch Parteizeitungen, sondern Mittlerwile parteiische Zeitungen, gerät der Ablauf in jedem Fall zum Triumpf.

Doch lediglich der schwindenden Gläubigen.

^^

dr.no3
05
"Wir bleiben in Afghanistan", unterstrich der

von seinem urlaub in südafrika nach deutschland zurückgekehrte Minister.

Der Alte vom Berge
00
Seit September 08...

...ist dieser Krieg durch seine Initiatoren Verloren Gegeben.

Seither sterben Menschen lediglich Gesichtverlust des "Westens" zu Vermeiden.

Berlin verheizt Soldaten politische Glaubwürdigkeit zu Unterfüttern.

Und zwar nicht mal die Eigene, sondern jene Americas.

--

Der Alte vom Berge
13
Au dessus de la mêlée...

...gebiert sich aus näherer Betrachtung der Situation eine Lageskizze welche selbst bei Verdoppelung der US-Kontigentierung operative Tätigkeit zur Veränderung der Gesammtlage nicht Erlaubt.

Die laufenden Strategien "Coin" und "Civil Defense Initiative" sind Gescheitert,die sich seit August 08 abzeichnende Aufstandsbewegung gewinnt rasch an Boden,der von Msr.Kouchner als "Paschtunenaufstand" bezeichnete Prozess ist längst unkontrollierte Entwicklung.

http://www.youtube.com/watch?v=aoA9JAWjQ3c

Grob 15 Millionen Paschtunen,welche zwischen Belutschistan/Afghanistan/Pakistan über ein als geschlossen zu Bezeichnendes Siedlungsgebiet Verfügen sind im Begriff sich zu Erheben.

Der "Westen" führt Krieg gegen die Mehrheitsbevölkerung. ^^

cendo
01
doppeltes maß

den tod der deutschen soldaten nennt er natürlich nciht "ärgerlich", sondern "tragisch" oder "furchtbar", anscheinend ist ein deutsches menschenleben einfach mehr wert...

Karl Buschina
00
Karfreitagsmotivation auf beiden Seiten?.,.

Der Alte vom Berge
01
Deutschland...

...und Grosbrittannien haben wie alle anderen am Hindukusch vertretenen Fractionen des "Westens" das wachsende Problem am Hals über die Politik der Bevölkerung zu Vermitteln warum sie sich in diesem Krieg befinden.

Selbst in den USA währe die mit wachsender Skepsis beobachtende Bevölkerung mit an Sicherheit grenzender Warscheindlichkeit nicht von einer Konzeption zu Überzeugen welche ein Zeitfenster von grob zwanzig Jahren als Grundlage benötigt um zum Erfolg zu führen.

Von den Truppen ganz zu Schweigen.

Washington stösst mit seiner Vorstellung von Nation Building in Zentralasien auf Hindernisse die es in Europa nach dem letzten Krieg nie gab, die Strategie sich allerdings aus den dortigen Ereignissen ableitet.

Sie Scheitert.^^

eolith421
812

Für all jene 90% der Poster:
Die Taliban sind nicht die heldenhaften Opfer westlichen Terrors, sondern die Täter. Unter Ihrer Herrschaft wurden tausende Menschen verstümmelt oder ermordet weil sie es gewagt haben ohne Kopftuch außer Haus zu gehen, oder lesen und schreiben lernen wollten. Sie zerstörten aus blanker Kulturfeindlichkeit die Buddha-Statuen von Bamiyan, weil diese eine andere Kultur verkörperten. Sie unterstützten mindestens indirekt die Terroranschläge in New York wollen alle anderen Religionen außer dem Islam ausrotten. Habe ich schon erwähnt, dass Mädchen gesteinigt wurden weil sie in die Schule gehen wollten? Vielleicht war es ein Fehler, dass man sich nicht schon früher um sie gekümmert hat.

Bertel Mann
18
Man hat sich schon früher um sie gekümmert - und wie!

Solange es gegen Russland ging, hat man sie nämlich unterstützt.

Und das erste laute Medienecho bei uns gab es nicht, weil Mädchen, die in die Schule gehen wollten gesteinigt wurden, sondern weil die Buddhastatuen zerstört wurden. Man muss eben Prioritäten setzten.

Menschenrechte haben in diesem Konflikt auf beiden Seiten genau keine Rolle gespielt - auch nicht auf der westlichen...

Bertel Mann
01
Man hat sich um sie "gekümmert" - und wie!

Solange es gegen Russland ging, hat man sie nämlich unterstützt.

Und das erste laute Medienecho bei uns gab es nicht, weil Mädchen, die in die Schule gehen wollten gesteinigt wurden, sondern weil die Buddhastatuen zerstört wurden. Man muss eben Prioritäten setzten.

Menschenrechte haben in diesem Konflikt auf beiden Seiten genau keine Rolle gespielt - auch nicht auf der westlichen...

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