Fahrsicherheits-Training für Radfahrer

Guido Gluschitsch, 04. April 2010 16:39
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    Foto: karin-jung pixelio.de

    Nicht alle bewegen sich so sicher in der Stadt wie die Fahrradboten. Mit einem Fahrsicherheits-Training will die IG-Fahrrad helfen, selbstbewusster zu werden.

Die IG-Fahrrad will das Selbstbewusstsein von Radfahrern stärken und sie so zu Alltags-Radlern machen

In Österreich ist es ein Pilotprojekt – "In Deutschland und der Schweiz gibt es das schon lange, und das brachte uns auf die Idee, sowas auch in Österreich anzubieten", erklärt Alec Hager, Obmann der IG-Fahrrad, die Beweggründe ein Fahrsicherheits-Training "FahrSicherRad" in Wien anzubieten. Doch brauchen Radfahrer so ein Training überhaupt - oder besser gefragt: Wissen die Radfahrer, die so ein Training brauchen, das überhaupt?

"Wir hören immer wieder von Leuten, dass sie zwar gerne in der Freizeit radeln, auf der Donauinsel zum Beispiel, oder einen Ausflug aufs Land machen, aber Angst davor haben, im Alltag mit dem Rad zu fahren." Genau an diese Menschen richtet sich der Kurs der IG-Fahrrad, denn, so erklärt Alec Hager, "es gibt nur zwei Möglichkeiten, diese Angst wegzubekommen: Entweder man ändert die Infrastruktur, oder man lernt besser Rad zu fahren." Und weil ersteres ja eher schwer für jeden Einzelnen geht, setzt Hager mit seinem Team bei der Fahrsicherheit an.

Die Trainer versuchen mit seinem Kurs, das Selbstbewusstsein der Teilnehmer zu stärken. "Eingeschüchtert mit dem Fahrrad am Fahrbahnrand zu fahren, ist natürlich falsch. Wichtig ist es, sich seinen Platz auf der Fahrbahn zu nehmen." Und Hager ist schon bewusst, dass dies nicht allen Autofahrern schmeckt, doch "wir sind alle Verkehrsteilnehmer" und jeder braucht seinen Platz.

Radweg und Mehrzweckstreifen
Aber nicht nur auf Straßen ohne Radweg gibt es Unsicherheiten, die ausgemerzt gehören. "Dort, wo Radwege in Kreuzungen münden, wissen nicht alle Radfahrer, wie man sich richtig verhält. Das gehört einmal erklärt und dann trainiert." Tückisch sind auch die Mehrzweckstreifen, weil da die Autotüren aufgerissen werden als wären sie überdimensionale Fliegenklatschen für Radfahrer.

Das Fahrsicherheits-Training "FahrSicherRad" der IG-Fahrrad ist in drei Stufen angelegt, die jeweils an einem eigenen Samstag stattfinden: „Am ersten Wochenende gibt es erst einen theoretischen Vortrag, und dann üben wir auf einem geschützten Raum. Wir machen Gleichgewichtsübungen und lernen, richtig zu bremsen." Am zweiten Samstag wird in die Praxis umgesetzt, was am Samstag davor unterrichtet wurde. "Wir fahren in verkehrsberuhigten Zonen – erst am dritten Samstag fahren wir im ,Normalraum‘."

Den Kurs leiten geschulte Alltags-Radfahrer und Sportwissenschafter. „Eine eigene Ausbildung für so einen Kurs gibt es in Österreich noch nicht, aber wir arbeiten daran, das zu ändern. In Deutschland etwa ist die Nachfrage nach solchen Fahrsicherheits-Trainings enorm und die Teilnehmer zahlen dafür mehrere hundert Euro."

30 Euro pro Kurstag
Bei der IG-Fahrrad kostet ein Kurstag 30 Euro - 25 Euro für IG-Fahrrad-Mitglieder und Mitarbeiter der AK – macht also in Summe 75 bis 90 Euro. Ist das nicht viel Geld für so einen Kurs? "Nein. Damit arbeiten wir noch nicht einmal kostendeckend und könnten ohne Unterstützung den Kurs so gar nicht anbieten."

Leih-Fahrräder gibt es vor Ort gegen einen Aufpreis zu mieten, "es ist aber natürlich schon gescheiter, mit dem eigenen Fahrrad zu kommen." Die IG-Fahrrad bietet auch Vorkurse an, für Menschen, die noch gar nicht Fahrrad fahren können. Und auch neuen E-Fahrrad-Besitzern legt Hager so einen Kurs ans Herz: "An die hab ich jetzt noch gar nicht gedacht, aber ja: Auf den E-Bikes sitzen manchmal Leute, die jahrelang nicht mehr Rad gefahren sind. Die Räder sind schwerer als normale Fahrräder und die E-Bikes beschleunigen ja stark."

Sieben Termine wird es übers ganze Jahr verteilt geben – der erste Kurs beginnt am 24. April. Noch sind Plätze frei. (Guido Gluschitsch)

Informationen und Anmeldung:
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1337 camp0r
19.04.2010 18:06
5 dinge die wichtig sind beim innerstädtischen fahren.

1. defensiv fahren - nie nie nie annehmen der andere wird eine deine gesundheit schützende aktion treffen.

2. nie schneller als 15- max 20 (wenn kein verkehrsteilnehmer, oder parkende autos in sicht sind) kmh fahren
3. mindestens 2 besser 4 finger auf den bremsen haben beim fahren.
4. helm kommt ganz gut wenn man mal in eine türe bremmst.
5. fahren sie nur wo sie sich auskennen - oder super vorsichtig wenn man die gasse gerade nicht kennt.

ljack
30.10.2010 13:50
Ich seh' das anders:

1.) Offensiv fahren - Die Autofahrer müssen annehmen, dass du deine Rechte als Radfahrer und Verkehrsteilnehmer wahrnimmst.
(Dass man natürlich trotzdem so fährt, dass man jederzeit auf Autofahrer reagieren kann die das Gesetz brechen, ist eh klar...)
2.) Fahr so schnell wie es für dich angenehm ist und für die Situation passt. Durch den Stau sind vielleicht schon 10km/h zu viel, bergab geht es bei guter Verkehrslage schnell mal mit 50km/h.
3.) 2 Finger reichen bei guten Bremsen locker aus.
4.) Fahre mit so viel Abstand zu parkenden Autos, dass dich Türen nicht treffen können (so verlangt es die StVO!).
5.) Denke an den Rechtsvorrang und schau auf die Verkehrszeichen, dann ist egal ob du dich super auskennst...

Sigi Miniman
15.04.2010 09:22
autofahrer? fussgänger!!!

also bin auch viel mit dem rad innerstädtisch unterwegs, sehe aber nicht die autofahrer als großes problem - mich faszinieren eher die fussgänger mit denen man auf einem radweg gefühlte 10s Blickkontakt hat und diese trotzdem keine platz machen, von skatenden pärchen gar nicht zu reden

mediocrity
05.04.2010 20:08
Die Infrastruktur fuer Radler in Wien ist Mist

und die erlaubten Geschwindigkeiten fuer Autos viel zu hoch, abgesehen davon, dass nie kontrolliert wird.

Kein Witz
05.04.2010 07:56
Fahrradführerschein -

und damit meine ich nicht diesen Kinder-Fahrradführerschein, darauf warte ich schon lange!
Ein paar geldgierige Experten, die uns klar machen, dass wir eigentlich gar nichts können und los geht´s!
Es gibt doch immer ein paar Typen, die uns idiotische Ösis abkassieren wollen und recht geschieht es uns!
Was sagen die Grünen eigentlich? Verpflichtend!

¤
04.04.2010 18:37
Gleich einmal zwei Fragen an die Experten:

Zählt ein Radstreifen (am rechten Fahrbahnrand) als eigene Fahrspur oder als dieselbe Fahrspur? Darf ich am Radstreifen wenn ich schnell unterwegs bin rechts an fahrenden Autos vorbeifahren, oder muss ich links überholen?

Und was ist wenn ich am Radstreifen fahre und links abbiegen will? Habe ich dann Vorrang, so dass hinter mir fahrende Autofahrer als Reaktion auf mein Handzeichen warten müssen? Oder bin ich da im Nachrang und muss drauf warten, bis ein Autofahrer einmal so nett ist und nicht weiter überholt?

tramezzino
07.04.2010 10:59

eh ein wunder, dass du noch am leben bist, bei deiner fahrweise.

ljack
05.04.2010 14:30
Frage eins ist schnell beantwortbar:

Da ja die Radwegbenutzungspflicht besteht, ist das Verlassen den Radstreifens (außer für Richtungswechsel) nicht zulässig. Weil zusätzlich das Recht besteht, an stehenden Autos vorbeizufahren (wenn genug Platz vorhanden ist, was am Radstreifen ja der Fall sein muss) darf definitiv rechts vorbeigefahren werden. Übrigens ist die Seite egal, da sie in der StVO nicht geregelt ist. (§12 Abs.5)

human ic
05.04.2010 20:57

vorbeifahren ist eh klar, vom überholen kann ich nur abraten, ganz egal wie erlaubt es ist ;-)
er meint sicher den mehrzweckstreifen und den darf man als radler soviel ich weiss verlassen wenns nötig ist und als autolenker benützen wenn man niemand dadurch gefährdet.

¤
07.04.2010 11:04

Yop. Mehrzweckstreifen war gemeint.

Beispiel wäre z.B. der untere Teil der Mariahilferstrasse nach oben. Autos fahren dort eher langsam - normalerweise dürfte man damit nicht rechts überholen. In der Praxis fährt man als Radfahrer aber am Mehrzweckstreifen an den fahrenden Autos rechts vorbei.

Aber einen Punkt der mir in der StVO tatsächlich das rechts vorbeifahren auf einem Mehrzweckstreifen erlaubt habe ich nicht gefunden. Falls ich rechts vorbeifahren dürfte mit dem Argument dass der Mehrzweckstreifen für mich als eigene Fahrspur gilt, würde das ja dann andererseits bedeuten, dass ich, wenn ich von einem Mehrzweckstreifen nach links abbiegen will, Nachrang gegenüber den Fahrzeugen auf der linken "Fahrspur" habe.

human ic
07.04.2010 12:17

mehrzweckstreifen is per definition keine eigene fahrspur.
nachrang gibts an kreuzungen. beim abbiegen musst du dich vergewissern dass du nicht überholt wirst, egal wo, dann gibst du handzeichen und ordnest dich zum abbiegen ein.. dazu musst den mehrzweckstreifen natürlich verlassen. dann können autos den mehrzweckstreifen benutzend an dir vorbeifahren falls du in fahrbahnmitte warten musst bis du abbiegen kannst.

¤
05.04.2010 15:38
Danke

Aber gerade der zweite Punkt mit dem Vorbeifahren ist eben der wegen dem ich mir nicht sicher bin. Mir gehts ja um den Fall in dem die Autos ebenfalls fahren - nur aufgrund hoher Verkehrsdichte eben langsamer.

In der StVO habe ich bisher eben nur gefunden, dass ich an stehenden Kolonnen rechts vorbeifahren darf. Explizite Regelungen wie das auf Radstreifen bei fahrendem Verkehr aussieht habe ich bisher nicht finden können.

ljack
06.04.2010 10:00

Da das Vorbeifahren von Autos an am Radstreifen fahrenden Radlern kein Überholmanöver und daher zulässig ist, muss es umgekehrt genauso sein.

Peter Gruber
04.04.2010 17:04
90 Euro und nicht kostendeckend

Vielleicht bin ich naiv, aber kann mir wer erklären, was so ein Kurs kostet? Was vierdient so ein Kursleiter? Und wo kann man sich als Kursleiter bewerben?

re flexion
05.04.2010 11:40
Naja


30€ pro Tag. Ist die Frage wie viele Teilnehmer ein Kursleiter hat. Selbst bei durchschnittlich 12 sind das 360€ Umsatz. Selbst wenn die IG nur 50% einbehält, sind das max. 180€/Tag Umsatz für den Leiter. Also die Welt ist das nicht. Und real wird's auch nicht dieser Maximalwert sein.

Salem Saberhagen
04.04.2010 17:27
...

Mich als begeisterte Radfahrerin würde es auch interessieren, bei diesem Verein als Kursleiterin zu arbeiten. Weniger aus finanziellen Erwägungen, sondern weil es mir wichtig ist, als Radfahrerin den Autofahrern selbstbewusst gegenüberzutreten - ich bin auch auf der Straße unterwegs und habe ein Recht dazu.
Ich komme übrigens aus Graz.
LG,
Salem

Poldi Fesch
04.04.2010 18:30
Weltanschauungsradfahrer

sind aber Selbstgefaehrder

bloody-nine
06.04.2010 12:27
ich denke, die nachschulung in stvo

und fahrsicherheit brauchen in ALLERERSTER LINIE so ideologie-autofahrer wie sie.

Poldi Fesch
06.04.2010 12:55
ich seie dies

erschlieszt sich woraus ?

bloody-nine
06.04.2010 14:37
ich verfüge über ein gedächtnis,

und kann mir auch bei ihrerseits deaktivierter archiv-funktion sehr gut merken, welche postings sie zu verschiedenen verkehrspolitischen themen bereits verfasst haben.

Poldi Fesch
06.04.2010 16:15
also einfach so

vor sich hin gepostet

Salem Saberhagen
04.04.2010 18:45
...

Ich gefährde mich nicht selbst. Ich halte mich an die StVO, egal, ob ich mit dem Rad oder mit dem Auto unterwegs bin. Gefährdet werde ich gefühlte zwanzig Mal pro Tag von Autofahrern, die mir den Vorrang nehmen oder zu knapp an mir vorbeifahren. Seltener von Fußgängern, manchmal von anderen Radfahrern.
Aber da lasse ich mir nicht sagen, ich sei selbst daran schuld - nur weil einige Radfahrer wirklich selbstmörderische Absichten zu haben scheinen, weil sie im Stockdunklen ohne Licht unterwegs sind oder Gehsteige benützen, wie sie gerade lustig sind.
LG,
Salem

Poldi Fesch
04.04.2010 18:58
dann aber

eine Ausnahme. Wobei die gefaehrlichsten dieses Typs vermehrt weibl. sind u. in Uninaehe auftreten, in Wien jetzt, und mit groszer Freude die StVO eher "napoletansich" auslegen, ohne aber das dort uebliche relativ defensive Verhalten an den Tag legen. So naxh dem Motto, ich bin so umweltbewuszt und deshalb hab ich Vorrang

human ic
05.04.2010 21:00

na gut dass einer wenigstens deren weltanschauung überprüft hat

Poldi Fesch
05.04.2010 23:11
das merkst

wenn sie dir ueber den Kuehler fliegen und ernsthaft glauben, sie waeren unschuldig

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