In den Kindermuseen in Wien und Graz eröffneten zwei Ausstellungen über Wasser und eine über den Tod
Wien/Graz - Vom überfluteten Bangladesch, wo aus Häusern Boote werden können, bis hin zur Steppe Kasachstans, wo Fischerdörfer mitten in der Wüste stehen - dies alles ist im "Raumschiff Erde" zu sehen. Wenn sich das Wiener Kindermuseum Zoom dem Thema Wasser verschreibt, wird nicht nur ausgelassen gepritschelt, sondern an von Künstlern gestalteten Stationen sinnlich-spielerisch Wissen vermittelt.
In der neuen Ausstellung unter dem Titel "Ha zwei Ooo" erforschen Kinder von sechs bis zwölf Jahren etwa in Experimenten die chemischen Eigenschaften des Wassers, erleben mit der "Zimmerdonau" das Wasser als Transportweg oder anhand der von Kindeshand betriebenen Maschine die Eigenschaft des Wassers als Energiespender.
Wenn am Mikroskop geforscht wird, werden die Bilder an die Wände geworfen und schaffen so eine lebende Tapete. An einer anderen Station werden "Hot News" produziert: Nachrichten aus der möglichen Zukunft einer wasserlosen Welt, Neuigkeiten über das Menschenrecht auf Trinkwasser und Grundwasser, das es vor Verschmutzungen frei zu halten gilt.
Geplantscht wird natürlich auch im Zoom - aber erst sobald es wärmer wird und im Innenhof ein österreichischer Regenwald errichtet wird: Zwischen den lebenden Bäumen der Österreichischen Bundesforste wird es dann tröpfeln, nieseln, regnen und so der Wasserkreislauf des Waldes vermittelt. Durch die Unterstützung der Stadt Wien kann diese Ausstellung von den Kindern gratis besucht werden.
In Graz wiederum stürmen seit zwei Wochen Kinder die Ausstellung Blubberblubb im Kindermuseum Frida und Fred. Eine unverdächtig feucht-fröhliche Ausstellung für Menschen ab zwei Jahren. Mit einem enormen technischen Aufwand, der für Besucher dezent unsichtbar bleibt, wurde eine märchenhafte Wunderwasserwelt (Gestaltung: Elisabeth Wohlschlager) geschaffen. Nur "mit den Augen schauen" muss hier niemand. Schon beim Eingang kann man Papier-Seerosen falten. Wenn man sie in einen künstlichen Teich gleiten lässt, blühen sie auf.
Größere Kinder können in den weißen Forscher-Mantel schlüpfen, um sich Wasser im Reagenzglas oder durchs Mikroskop genauer anzusehen oder einen Regenbogen selbst zu zaubern.
Andere können sich Kostüme überziehen und dann etwa als Haifisch oder Oktopus durchs Haus spazieren. Oder sie besteigen ein Schiff, um vor einer Leinwand mit einem Holz-Steuerrad in virtuelle Häfen einzulaufen.
Im oberen Stock des Museums läuft die Ausstellung Erzähl mir was vom Tod, diese Schau über das Tabuthema Sterben lief im Wiener Zoom bereits im Vorjahr. (Colette M. Schmidt/ Roman David-Freihsl/DER STANDARD, Printausgabe, 3./4. April 2010)