Rund zehn Prozent der nicht selbstständig Erwerbstätigen arbeiten für nicht profitorientierte Organisationen (NPOs) - Warum dort Vielfalt so wichtig ist, diskutiert der bevorstehende 8. NPO-Tag an der WU in Wien
Dort, wo klassisch profitorientierte Unternehmen derzeit in einem großen Diversity-Trend hinzukommen versuchen, dorther kommen viele - die meisten - nicht profitorientierte Organisationen: Vielfalt, die so bunt ist wie die Themen, die Ansprüche, die Bedürfnisse ihrer Umwelten.
Worum es dabei geht und wie das klappt, will der 8. NPO-Tag an der WU Wien (NPO-Institut) am 12. April zeigen: Kraut & Rüben? Die Kunst der NPOs, Vielfalt zu nutzen ist der Tag betitelt. Das nicht ohne sehr klares Anliegen des Chefs des NPO-Instituts, Michael Meyer: Er sieht Vielfalt im sogenannten dritten Sektor bedroht durch "die herrschende Lehre" , alle Organisationsformen einheitlich durchzumanagen.
Manager haben zunehmend das Sagen, nicht die "professionals" . "Managerial" heißt das in der Fachsprache, versus etwa "domestic" oder "professional" . Meyer will alternative Organisationslogiken im Gegenzug stärken, "zumindest überlegen, was verlorengeht, wenn diese wegfallen".
Gesellschaftliche Integration
Nicht, wie er betont, aus "Artenschutzgründen" , sondern weil genau die bunte Unterschiedlichkeit im NPO-Bereich es sei, die per se einen wesentlichen Beitrag zur gesellschaftlichen Integration leiste, weil genau dadurch Interessen vertreten würden, die sonst keine Vertretung mehr fänden, weil genau sie Dienstleistungen erbringen würden, die sonst nicht mehr angeboten würden und weil eben diese Vielfalt den Aufbau von Sozialkapital ermögliche.
Schließlich, sagt der überzeugte Förderer eines sozialen Unternehmertums, hätten sich solcherart eine Reihe von alternativen Modellen wie auch Organisationsformen herausgebildet, wie Wirtschaft auch funktionieren könne. Da es sich beim Thema um die Bereiche mit den größten Beschäftigungsmultiplikatoren (etwa Soziales und Gesundheit) handle, seien vielfältige Hebel besonders zentral.
Eindimensionale Konzepte und Organisationen, sagt Meyer, haben die Welt in die Krise gebracht. Die Vielfalt von NPOs könne auch für andere Bereiche beispielgebend sein. Auf dem Programm steht Lernen aus dem Management der Unterschiedlichkeit in den verschiedensten Formaten, versammelt sind alle klingenden Namen - die Lernformate bergen heuer Unterhaltsames und Überraschendes. (kbau, DER STANDARD, Printausgabe, 3./4./5.4.2010)