Bakterienfauna reinigt Gewässer

06. April 2010 16:38
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    Foto: andy urban

    Je abwechslungsreicher die Strukturen, desto mehr unterschiedliche Organismen - ob Tiere oder Pflanzen - können sich ansiedeln. Für die Welt der Mikroorganismen gilt, wie sich nun zeigte, das Gleiche.

Selbstreinigungskraft hängt von Vielfalt der Mikroorganismen ab - Wesentliche Erkenntnis österreichischer Forscher für naturnahen Rückbau

Wien - Abwechslungsreich strukturierte Bäche und Flüsse besitzen eine höhere Selbstreinigungskraft als monotone Kanäle. Dieser alten Weisheit des Wasserbaus sind Wissenschafter der Uni Wien und des Wasserclusters Lunz um Tom Battin auf den Grund gegangen. Wie sich erstmals zeigte, ist die Vielfalt an Mikroorganismen für die unterschiedlichen Reinigungsleistungen verantwortlich. Der Arbeiten wurden vom Wissenschaftsfonds FWF gefördert und in der jüngsten Ausgabe der Wissenschaftszeitschrift "PLoS One" veröffentlicht.

Versuchsanordnung

Die Wissenschafter Katharina Besemer und Gabriel Singer haben für die Untersuchungen der grundlegenden Mechanismen der Selbstreinigungskraft Experimente in sechs 40 Meter langen Rinnen durchgeführt. Diese künstlichen Bäche wurden unterschiedlich reich strukturiert, von kanal-artig bis vielfältig, naturnah. Anschließend wurde ein Gemisch aus organischen Kohlenstoffmolekülen - Auswaschungen von Laub - in die Rinnen geleitet und die Aufnahme einzelner Moleküle in den Rinnen bestimmt.

Vielfalt der Steine und deren Anordnung

Es zeigte sich, dass die vielfältig strukturierten Rinnen tatsächlich mehr verschiedene Kohlenstoffmoleküle - in den Gemischen fanden sich viele Hundert verschiedene Substanzen - entfernen. Die Analysen wurden von Kollegen der Helmholtz Gesellschaft in München (Deutschland) durchgeführt. Im Gegensatz zur bisher verbreiteten Ansicht nicht nur der der beispielsweise durch Steine und Überläufe eingetragene Sauerstoff, der die zusätzliche Reinigung bewerkstelligt.

Die Lösung liegt in der Vielfalt der Steine und in deren Anordnung. "In den vielfältig strukturierten Bachläufen findet sich eine größere mikrobielle Vielfalt, und die ist letztendlich für den Abbau der organischen Substanzen verantwortliche", erklärte Battin. Es verhält sich ganz ähnlich wie in anderen Lebensräumen: Je abwechslungsreicher, desto mehr unterschiedliche Organismen - ob Tiere oder Pflanzen - können sich ansiedeln. Für die Welt der Mikroorganismen gilt, wie sich zeigte, das Gleiche.

"Springt das Wasser über sieben Stein..."

Für die Gestaltung von Fließgewässern - vor allem den sogenannten naturnahen Rückbau - können die Untersuchungen unmittelbare Konsequenzen haben. Vor allem unterschiedliche Fließgeschwindigkeiten sind entscheidend. So sollten schnell fließende, sprudelnde Abschnitte mit langsam fließenden, bis sogar mehr oder weniger stehenden einander abwechseln. In allen Bereichen siedelt eine andere Gemeinschaft von Mikroorganismen, die dann in Summe höchst leistungsfähig agieren. Das Sprichwort "Springt das Wasser über sieben Stein, ist es wieder rein", findet so seine praktische Anwendung. (APA)

osten
07.04.2010 10:56
Bakterienfauna reinigt Gewässer

wäre nicht schlecht, wenn auch flora ein bisschen mithülfe

JCH
07.04.2010 08:29
BakterienFAUNA

??????? verdient fast eine Faunistenstrauss....

Spanky Ham
07.04.2010 09:39

naja, zur flora zählens wohl eher weniger.

f 3
07.04.2010 13:13

zur flora genauso (nicht) wie zur fauna.
wobei zur flora wurden sie früher einfach dazugerechnet - den traditionellen begriff bakterienflora gibt es (im gegensatz zu bakterienfauna).
ist zwar wie gesagt eigentlich genauso unberechtigt wie fauna, war aber trotzdem eine zeit lang gebräuchlich.

Spanky Ham
07.04.2010 18:26

naja, zumindest laut wikipedia gibts eine mikrofauna - umfasst alle mikroorganismen.

JCH
07.04.2010 08:32

eineN , Tippfehler , sorry

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