Schwein gehabt!

Beste Alternative: Neuseeländische Diabetes-Patienten bekommen mit Algen überzogene lebende Schweinezellen eingesetzt

Auckland - Vier Personen mit Diabetes wird von Living Cell Technologies (LCT) bald lebende Schweinezellen implantiert, die mit Algen überzogen sind. Damit soll die allgemeine Verbreitung von Tier-Mensch-Transplantationen wieder einen wichtigen Schritt näher rücken. Einige Typ-1-Diabetiker in Neuseeland und Russland haben bereits dieses als Diabecell bekannte Xenotransplantat erhalten. LCT hat jetzt die Zulassung der Regierung für die Durchführung einer Phase-II-Studie erhalten.

Typ-1-Diabetes entsteht, wenn die Insulin produzierenden Zellen in der Bauchspeicheldrüse, die so genannten Inselzellen, zerstört werden. Insulin-Injektionen sind notwendig, um die Blutzuckerwerte zu normalisieren. Diese Werte schwanken jedoch und können zu Komplikationen im Nervensystem führen, die Lebenserwartung um ein Drittel senken, argumentiert Bob Elliott, der medizinische Direktor von LCT.

Algenüberzug unterdrückt Immunreaktion

Das Unternehmen setzt Inselzellen von Schweinen ein, um die fehlenden Zellen zu ersetzen. Die Zellen werden in den Bauchraum implantiert, wo sie Insulin freisetzen. Um Immunreaktionen zu vermeiden, sind sie mit Algen überzogen. Weitere Medikamente sind laut Elliott nicht erforderlich. Das Alginat ermöglicht, dass Nährstoffe und Glukose und in die Inselzellen gelangen und dass Insulin abgegeben wird.

In einer früheren Phase-I-Studie erhielten vier Patienten einige der Zellen. Sie gehörten zu jener Gruppe von Diabetikern, die nicht bemerkt, wenn die Blutzuckerwerte gefährlich niedrig werden. Bei einem Patienten verringerten die Implantate laut New Scientist die tägliche Insulindosis um 25 Prozent und die Hypoglykämie-Wahrnehmungsstörung verschwand. Die anderen drei Patienten werden noch beobachtet. Die Ergebnisse seien jedoch laut Elliot sehr viel versprechend.

Bis zu 30 Millionen Patienten

Die Studien in Russland sind bereits weiter fortgeschritten. Dort begann LCT bereits 2007 mit Tests. Fünf Patienten haben bisher höhere Dosen erhalten und reagieren entsprechend den Erwartungen. Der Wissenschaftler argumentiert, dass nicht genug menschliche Inselzellen zur Verfügung stehen, um die 20 bis 30 Millionen Menschen zu behandeln, die weltweit an Typ-1-Diabetes leiden. Schweinezellen seien daher die beste Alternative.

Um das Risiko der Übertragung von Krankheiten zu minimieren, setzt LCT auf Zellen von Schweinen von den Auckland-Inseln. Diese Tiere haben seit 200 Jahren isoliert gelebt und sind laut Elliot bemerkenswert frei von Organismen, die Menschen infizieren können. LCT hat bereits 1996 ähnliche Transplantate eingesetzt. Diese Zellen sind heute noch am Leben. Nur wenige produzieren allerdings immer noch Insulin. (pte)

Link

LCT

Share if you care