Sind unbezahlte Praktika vertretbar?

2. April 2010, 12:21

Der Einstieg in den Arbeitsmarkt läuft oft über die systematische Selbstausbeutung

Studierende müssen manchmal regulär arbeiten gehen, damit sie sich überhaupt ein unentgeltliches Praktikum "leisten" können. Sollen Unternehmen weiterhin unbezahlte Praktika anbieten dürfen?

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ich meiner
02
21.7.2010, 09:43
kommt auf die firma an

ich habe mein pflichtpraktikum für die uni bei greenpeace gemacht - natürlich unbezahlt. aber für eine NPO finde ich es gerechtfertigt, weil man sich auch für die Sache engagieren kann - sozusagen als spende.

in gewinnorientierten unternehmen oder politischen Insitutionen finde ich unbezahlte Praktika AUSBEUTERISCH

Alina Zak
00
ja , die Ausbeuter

und spätestens wenn sie selber ein Unternehmen starten, werden sie such zu Ausbeutern.... beobachtet man immer wieder
als junge die Welt schwarz-weißsehende Halbgebildete: antikapitalistisch,
sobald es fianziell gut geht oder man gar selbstädnig ist und hohe Steuern zahlen muß - wird man selber zum Ausbeuter

salzamt1
21
19.11.2010, 19:53
nachdem Greenpeace mittlerweile riesige Summen in Werbung steckt

müsste Bezahlung fürs Praktikum auch drin sein. Aber was willst du erwarten, wenn sie das Fundraising den ausgebeuteten Keilern und Keilerinnen von eigenen Keilerfirmen überlassen, die während der Arbeit nicht mal einen Schluck Wasser trinken dürfen und sich die Anreise zum "Einsatzort" quer durch Österreich selber zahlen müssen?

ich meiner
10
21.11.2010, 10:45
falsche behauptung

deine behauptung entspricht NICHT DEN TATSACHEN, greenpeace lagert das fundraising nicht an keilerfirmen aus, sondern gibt den fundraisern ein fixum und provision für abschlüsse. das nimmt den druck von fundraisern, die dann nicht so intensiv auf spender zugehen müssen.

du solltest dich vorher mit den tatsachen vertraut machen, bevor du hier so einen blödsinn schreibst!!!

RS69
 
00

Das sind ja Keilerfirmen - und die kassieren einen guten Teil des Spendengeldes.

Wüssten die SPender das, würden viele möglicherweise woanders spenden.

RS69
 
00
21.11.2010, 11:25

sagt er ja: Ausgelagerte Keiler; und ein guter Teil der Spenden geht an die.

ich meiner
10
22.11.2010, 01:06
???

hast du gelesen, was ich geschrieben habe? es sind keine "ausgelagerten keiler"

diese in deinen worten "keiler" sind die verkäufer von greenpeace. klar dass die bezahlt werden dafür, dass sie geld für greenpeace lukrieren. wieso ist das so verwerflich? wenn du in einem geschäft was kaufst werden die verkäuferInnen dort auch bezahlt.

Und was meinst du mit guter teil? was ist ein guter teil? weißt du wieviel an die fundraiser geht? kannst du deinen "guten teil" vielleicht in prozent angeben?

aber wenn dich das so stört, dass die fundraiser bezahlt werden, wie meinst du, dass greenpeace sonst geld aufbringen soll?

RS69
 
00
18.1.2011, 15:11

Es ist nicht grundsätzlich verwerflich - Das Thema ist: Wieviel der Spende endet beim Zweck, für den ich gespendet habe. In dem Modell bleibt mal eine Menge bei der Spendenakquise hängen.

Da spende ich lieber wonaders - Beispielsweise der Entwicklunghilfeclub (www.eh-klub.at), bei dem 100% der gespendeten Gelder (Für Abwicklung kann man separat Spenden, bzw die passiert ehrenamtlich) - bei den PRojekten ankommt.

Hat schon seine Gründe, warum Organisationen, die extern keilen lassen, NICHT angeben, welcher Teil der Spenden tatsächlich ankommt.

t&l
00
21.7.2010, 05:31

Würd mich jetzt wirklich interessieren: Ist schon mal jemand auf die Idee gekommen Praktika zu verkaufen, also Leute arbeiten lassen und die zahlen fürs Arbeiten-Dürfen?

RS69
 
00

Wenn es einen starken ausbildungscharakter hat, und das gewonnene KnowHow viel Wert ist - warum nicht?

Carlos Clementin
00
12.12.2010, 21:12

da gabs doch einen Std-Artikel für Publizisten in England dir fürs Praktikum schon was hinblättern ...

salzamt1
00
19.11.2010, 19:53
das wird Praktikum 2.0

die Wiedereinführung des Lehrgelds

down the drain
00
20.7.2010, 21:29
ich bin anderer meinung

praktika sind teil der ausbildung und also solche sollte man dabei was lernen. das ist für die angestellten und die unternehmen eine verantwortung dies sie wahrnehmen sollen und keine arbeitserleichterung. beim kopieren und beim wurstsemmerl holen lernt niemand etwas.

praktika sollten auch zeitlich begrenzt sein auf max 2 in ausnahmefällen 3 monate aber sicher nicht statt karenzvertretungen eingestellt werden und keine hilfsjobs ersetzen!!!

wenn praktika diese bedingungen erfüllen sind sie nicht unterbezahlt.

die ganzen temp-sklavInnen die für ein taschengeld hilfsdienste machen sehe ich aber nicht als praktika sondern als bad practice.

RS69
 
00
20.7.2010, 21:57

Ich denke, es sollte ein Geben und Nehmen sein: Wenn ich meine Zeit in einen Praktikanten investiere, sollte er sich auch dringend bemüssigt fühlen, mir irgendwelche Arbeiten abzunehmen, die mir Zeit ersparen. Wenn er sich zu gut ist, auch mal zu kopieren oder Akten abzulegen, dann bin ich auch nicht Begeistert, mir die Zeit für ihn abzuzwicken.

Bei dem, was die Zeit der betreuenden Mitarbeiter kostet, ist übrigens die Frage, ob der Praktikant bezahlt wird, weniger bedeutend - man kann ihn ruhig auch bezahlen. Kostet nicht die Welt für's Unternehmen - für den Praktikanten macht's einen grossen Unterschied.

es ist das höchste der gefühle
00
20.7.2010, 16:50

Mein Praktikant nimmt mir so viele kleinigkeiten ab...herrlich! Sachen die das ganze Jahr angehäuft worden sind werden jetzt sortiert, aufgeräumt, ordentlich beschriftet...außerdem steht der jeden Tag 3 Stunden vorm Kopierer...
also wenn der es nicht verdient bezahlt zu werden, wer dann?

werinais
50
20.7.2010, 16:11
ja, warum nicht?

Ist dann das Schulgehen auch schon Arbeit und muss bezahlt werden? Bildung kostet, die Ausbildung im Praktikum ist unbezahlbar!

4simo
00
20.7.2010, 18:41
der teil des praktikums, der zum erlernen gedacht udn genutzt ist schon

aber des öfterern gibt es unebzahlte praktikas, die dazu dienen menschen nicht anstellen zu müssen.
und das geht wiederum gegen den arbeitsmarkt

commonsblog
11
20.7.2010, 13:40
sabotieren!

für den aufbau einer nachhaltigen welt oder einer solidarwirtschaft - da arbeite ich gern gratis. und kann mir das leisten, indem ich z. b. im profitorientierten brotjob auf kosten der chefs nicht brav und fair mitspiele. (lehrreiche und unterhaltsame beispiele in der geschichtensammlung "lexikon der sabotage - betrug, verweigerung, racheakte und schabernack am arbeitsplatz - hier die geschichte "nekrophilie" auf youtube: http://www.youtube.com/watch?v=fN5KVfXBtMs )
aber gratis praktikum machen, um sich einzuschleimen, um eventuell eines tages endlich endlich endlich in einer ausbeutungsmaschine mitwirken zu dürfen, die unsere gemeinsamen lebensressourcen (www.commonsblog.wordpress.com) zerstört - das ist mir zuviel an zynismus!

RS69
 
01
18.1.2011, 15:32

Mit Betrug und Sabotage werden's wohl nicht die bessere Welt aufbauen.

Loxoceles
09
19.7.2010, 22:04

Durch unbezahlte Praktika wird nur das Lohndumping vorangetrieben.

Chris Lance
00
19.7.2010, 16:19

meiner meinung nach sind sie absolut nicht vertretbar. wie schon gesagt wurde arbeit=arbeit. nehme man einen medizinstudenten her, dieser muss 18 wochen während seines studiums im krankenhaus arbeiten unentgeltlich. wenn man nun bedenkt dass dies mehr als ein drittel eines jahres ist, wofür er keinen cent sieht, sondern im gegenteil auch noch für kantine und fahrtkosten selbst aufkommen muss, finde ich dies nicht gerechtfertigt. ich mein man muss nicht königlich entlohnt werden, aber eine kleinigkeit -an der geringfügigkeitsgrenze- würde ich schon als gerechtfertigt erachten.

Finanzhai2010
03
19.7.2010, 15:51
Pfilchtpraktikum naja

In meiner HTL-Zeit waren 8 Wochen Pflichtpraktikum angesagt. Wenn man niemanden in Betrieben kannte, sprich ohne Vitamin B bekam man sowieso kaum ne Praktikumsstelle. Für Leute am Land ohne Auto sowieso fast ein Ding der Unmöglichkeit ne Stelle zu finden. Wenn man da eine Stelle haben will muss man gratis arbeiten und höfflichst bitten. Dabei muss man natürlich jede Drecksarbeit machen. Als Elektrotechnikpraktikant war da jede Drecksarbeit von Mist zerkleinern bis Löcher durch Beton meisseln alles dabei. Rasenmähen und Autowaschen ist da noch das Lustigste. Zum Schluss bekam ich 280€ "geschenkt" weil ich so fleißig war. In den Praktikumsbericht musste man Lügen reinschreiben damit das Praktikum von der Schule auch akzeptiert wurde.

pippi langstrumpf
01
19.7.2010, 13:45
arbeit=arbeit, egal welchen rang man in einer firma hat

pippi langstrumpf
02
19.7.2010, 13:45
ausbeutung von arbeitskräften

leider sind praktika nichts anderes als für den arbeitgeber wieder leicht loszuwerdende dienstverhältnisse. oft machen praktikanten vollwertige arbeiten und das unbezahlt!

Sara KM
00
19.7.2010, 11:07
für Studierende - nein

aber für jemanden, der eine Berufsausbildung macht (zB mach ich grad einen Lehrgang für Sexualpädagogik) - ja. allerdings handelt sich's da um ein Pflichtpraktikum von 12 h und was ich mehr machen will, seh ich als Chance und als Möglichkeit, Erfahrung zu sammeln. Als Student würd ich das nicht so gern machen, kommt aber auch aufs Studium an.

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