Rekordgagen

Hedgefonds: Höchste Boni aller Zeiten

András Szigetvari, 2. April 2010, 20:30
  • Artikelbild
    grafik: standard

Die 25 bestverdienenden Manager erhielten 2009 25 Milliarden Dollar

Die schlimmsten Folgen des Absturzes haben sie überwunden, die Hedgefonds machen wieder Rekorderlöse. Davon profitieren auch die Manager. Einer von ihnen verdiente 2009 vier Milliarden Dollar.

***

Wien - Der Fondsmanager David Tepper hat 2009 rund elf Millionen Dollar verdient. Aber nicht im Jahr oder im Monat, sondern am Tag. Seitdem das US-Magazin Absolute Return+Alpha ein Ranking der bestverdienenden Hedgefonds-Manager veröffentlicht hat, stehen die Investmentvehikel wieder im Zentrum des Interesses.

Nach den großen Verlusten 2008 konnten die Fonds im Vorjahr die größten Vermögenszuwächse seit mehr als zehn Jahren verbuchen. Die Experten vom US-amerikanischen Hedge Fund Research schätzen, dass die 9000 existierenden Fonds ein Vermögen von 1,6 Billionen Dollar verwalten (siehe Grafik).

Diese Zuwächse haben sich auch auf die Gehälter der Manager ausgewirkt. Gleich hinter David Tepper, der 2009 vier Mrd. Dollar (knapp drei Mrd. Euro) verdient hat, landete Investor George Soros mit einem Einkommen von 3,3 Mrd. Dollar auf Platz zwei. Die 25 bestbezahlten Manager sollen 25 Mrd. gemacht haben. Der 1957 geborene Tepper leitet den von ihm gegründeten Appaloosa Management Fund, der in angeschlagene Unternehmen und Banken investiert. Wie viel Geld Tepper auf eigenes Risiko in Appaloosa gesteckt hat, ist nicht bekannt. Für die Anleger soll er ein Vermögen von zwölf Mrd. Dollar verwalten.

Laut Branchenkennern hat Tepper Banken am Tiefpunkt der Krise gekauft. Er setzte darauf, dass der Staat die Institute auffangen würde. Er behielt oft recht. So soll er massiv in Anleihen des US-Versicherers AIG investiert haben, der 2008 notverstaatlicht wurde. Wer zur richtigen Zeit Geld in AIG steckte, konnte viel verdienen. Der Aktienkurs stürzte 2008 von fast 1000 auf acht Dollar ab, stieg dann aber um fast das Zehnfache.

"Es ist traditionell so, dass Hedgefonds im Gefolge großer Krisen besonders gut verdienen" , sagt Andreas Trammer, Hedgefondsexperte der Erste Bank. Die Fonds können große Geldmengen schneller bewegen und nehmen die Risiken in Kauf.

Hedgefonds sind Anlagevehikel die mit massiven Einsatz von Fremdkapital und risikoreichen Strategien wie Aktienleerverkäufe agieren. Sie sind oft intransparent, rund die Hälfte der Hedgefonds hat den Sitz in Off-Shore-Zentren.

Im Zuge der Finanzkrise hat die EU-Kommission im April 2009 einen ersten Versuch der Regulierung unternommen. In einer Richtlinie schlägt die Kommission eine Registrierungspflicht für "alternative Investmentfonds" vor. Die Fonds sollen zudem nationalen Aufsichtsbehörden Einsicht über Art und Umfang der von ihnen eingegangene Risiken geben. Vor allem Großbritannien läuft gegen die Richtlinie Sturm. London kann einen Beschluss im Rat zwar rechtlich nicht verhindern, aus Rücksicht auf England wird in der EU aber nach einem Kompromiss gesucht. (András Szigetvari, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 3./4./5.4.2010)

Kommentar

Auf eigenes Risiko - Von Eric Frey

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 936
Vic Chesnutts Seele
51

die Sozi-Volksseele kocht mal wieder. Sehr schön. Hoffentlich verdienen die Hedgefondsmanager nächstes Jahr doppelt soviel. Und hoffentlich haben sie Wege gefunden dem Staat keinen Cent davon abzugeben. Ich würds auch so machen. Stirb, Sozenstaat, die hard.

spätrömisch-dekadenter Hartz4-Empfänger
11

Ja sicher, so würde Vic aus seinem Grab sprechen. Er liebt seine Mörder.

Ludmilla von Country de la Musica
11
noch ein interessanter beitrag zur krise:

"Nicht die jeweiligen Spieler (ob öffentlich oder privat) sind das Problem, sondern die Spielregeln."
http://www.das-kapital-lesen.de/?p=126
interessiert manchen vielleicht.

wwelv folig
02
Die wollen eine Weltregierung und schaffen es nichteinmal eine funktionierende EU zu halten...

Wie denn auch? Griechenland, Purtugal und Italien um nur ein paar zu nennen konnten damals auch ihre Währung selbst drucken und alles in einem Rahmen halten um ihre Wirtschaft etz am leben zu halten, deshalb auch die tausende lire für eine wurstsemmel, aber jetzt sind wir in der EU, einheitliche währung in nichteinheitlichen Länder es brodelt überall und der tEURO verliert immer mehr sein vertrauen und wert weil viele Länder mit den anderen nicht mithalten können, immer größere Kredite benötigen mit immer größeren zinsen und draufzahlen dürfen die Länder denen es besser geht wie Deutschland... aber wie lange können die noch zahlen?
In meinen augen ist bereits jetzt alles gescheitert!

( sorry fürs off topic )

Kontrahent1
00
Wie ich immer sage (Binsenweisheit):

Eine Kette ist so stark, wie das schwächste Glied.

Strongbow real Ale
11
Milchmädchenrechnung

Somalia, Sudan und Simbabwe hatten 2009 Rückstände beim IWF in der Höhe von 1326,4 Mill SZR
Der Umrechnungskurs ist 1 US$=0,659255 SZR, daher haben diese drei Länder ca 874 Mill $ Rückstände (so über den Daumen) .
Und aktuell könnten jeweils 25 einzelne Personen diese Schulden komplett bezahlen und noch jeweils 126 Mill $ behalten?
Würde jeder ca 35 Mill $ spenden sollten die 965 Mill $ auch noch immer genug sein!
Klar hat nicht jeder eine Mrd bekommen aber man könnte sich % beteiligen, irgendwie ist das alles sehr bizzar geworden...

Quellen
http://imf.org/external/... 09_deu.pdf (Seite 72 Tabelle)

http://de.wikipedia.org/wiki/Sond... hungsrecht

http://www.imf.org/external/... _sdrv.aspx

Der Jurist
13
...auch ich würde nicht einen euro für...

somalia (piratenpack), zimbabwe (tyrannenregime) und sudan (muslimische korruptionsregierung) spenden - wozu auch ? damit das bankkonto der herrschenden klassen noch weiter wächst

Strongbow real Ale
01
Wusste nicht das...

...es dort 44 Millionen korrupte-tyrannische-piraten gibt.

Aber Sie dürfen sich einfach ein Land aussuchen das Hilfe verdient - greifen Sie zu da gibts genug andere Länder... sie haben aber vermutlich auch für jedes alternative Land entsprechende ablehnungsgründe parat.

Kontrahent1
00
Zumal man sicher sein kann,

daß in diesen korrupten Ländern eh nie etwas bei der breiten Bevölkerung ankommt.

Ludmilla von Country de la Musica
01
uff, wie bei uns also.

oder was sieht die breite bevölkerung von den kapitalistischen gewinnen - außer lohnsenkungen und kündigungen?!

Kontrahent1
01
Da habven Sie auch wieder recht.

Ich warte noch heute auf die Segnungen der EU, des Euro und den Ederer-Tausender.

naja2009
 
02
...Boni in 1-cent Stücken auszahlen...

und die Empfänger damit zuschütten!

also dann ...
210
ich habe nichts gegen hedge-fonds..., solange sie

- mit 100 % eigenkapital spekulieren
- sämtliche steuern zahlen - so wie die arbeitnehmer auch
- mit einem verbot belegt werden, von steueroasen aus ihr "fremdkapital" (fonds) aufzulegen.

ach so :
dann gäbe es sie nicht mehr - na so was...

der vwl. nutzen von hedgefonds = gleich NULL !

Kontrahent1
00
Das sehen die Herren

Tepper, Soros & Co aber naturgemäß anders;-)

also dann ...
01
mag sein. soros = heuchler, sonst nichts.

seine spekulation gegen das pfund...
sagt eh schon alles über ihn aus.
ein eitler wichtigtuer - eben.

Kontrahent1
00
Aber gut bezahlter Heuchler.

Wenn man mit allen Bankpräsidenten per 'Du' ist und den Finanzminister gut kennt kann man leicht riskieren, marode Institute aufzukaufen. Da wird schon ein Vögelchen gesungen haben, was mit Steuergeld gestützt werden wird....

Libertarian76 free minds, free people, free markets
02

Wenn man Hedgefonds und andere (Investment)Banken wie normale Unternehmen behandeln würde, wäre ja das richtiger Kapitalismus und der ist pfui!

amber103
40
Wo nichts ist kann man nichts besteuern!

An Börsen wird lediglich getauscht. Wo es einen Gewinner gibt, gibt es auch einen Verlierer. Da man Verluste gegen Gewinne gegenrechnen kann, entstehen keine Gewinne, von den der Staat etwas kassieren könnte. Das gilt insbesondere für Derivate.

Wenn sie aber die Gewinne besteuern wollen, die durch expansives Gelddrucken der Notenbanken entstehen, belohnen Sie besonders schlecht Politiker mit besonders hohen Steuereinnahmen, während Politiker die nachhaltig wirtschaften und durch konsequente Wettbewerbspolitik die Gewinnaussichten der Oligopole und ruinieren mit extrem niedrigen Steuereinnahmen bestrafen.


hygrometer
02

mit derivate kann man keine gewinne machen?? huh??
weil der kontrahent einen verlust hat, muss der "eigene" gewinn zb für die steuer automatisch gegengerechnet werden? sehr "originell"

also dann ...
01
haben sie den o.a. artiikel gelesen ... und verstanden ?

die hohen b o n i...
müssen ja verdient (gewinne) worden sein.
oder schütten die hedgefonds hohe boni...aus,
um dann mrd. verluste ... zu verkünden ?

ja - wo gewinner - da auch verlierer !

aber wenn durch derivate z.b. k e i n e gewinne (?)
entstünden, dann müssen sie mir schon errklären,
w i e ... der gewinne der DB z.b. zustande kommt !
ein tipp :
das stink-normale kreditgeschäft mit REALEN unternehmen ist es nicht...

amber103
01

Die Gewinne der DB: Gehen Sie mal durch Wien, an jeder Ecke finden Sie ein Wettlokal. Das Geschäft ist das Selbe. Jeder Vernunftbegabte weiß, dass man dort nichts gewinnen kann, dennoch lassen die Kunden viel Geld dort.

Im Gegensatz dazu ist bei den Geschäften der DB durchaus volkswirtschaftlicher Nutzen vorhanden, da sie Aufgaben übernehmen, die eigentlich ein klassisches Versicherungsgeschäft darstellen.

Ein weiterer großer Gewinnposten entsteht durch die gewaltige Verschuldungspolitik der Staaten. Da den neuen Schulden keine entsprechende Sparquote entgegensteht, hohlen sie sich das Geld praktisch zum Nulltarif bei der Notenbank, und leihen es den Staaten zum Marktpreis=>Am Ende zahlen die Kleinen.

also dann ...
03
naja ... die gewinne der DB zahlt (über die AIG - 3,6 mrd) der US-steuerzahler...

genauso wie die gewinne der goldmänner (8 mrd)...
siehe :
http://www.ftd.de/unternehm... 68272.html

und die wundersame geld(GEWINN)vermehrung
a l l e r banken... stammen
- v.d. zentralbanken (ausweitung der bil.summe der fed um 1200 mrd - ezb - 434 mrd)
... die diese im eigenhandel "investierten"
(die kreditvergabe i.d. realwirtschaft gab es ja nicht)
- und von der immensen staatsverschuldung aller nationen, stimmt :
d.h.
- sie verdienen sich eine d o p p e l t e "goldene nase" !

und nun erklären sie mir bitte, w o ...
und mit welchen geschäften die DB einen vwl. NUTZEN...erbringt !

FII
10

hedgefonds spekulieren nicht mit Steuergeld, sondern mit dem was ihnen von Investoren zu Verfügung gestellt wird!

also dann ...
13
ich schrieb : eigenkapital ... nicht steuergeld !

aber - da geb ich ihnen recht - derzeit...,
spekulieren sie (indirekt) mit steuergeld, denn
- die geschäftsbanken schwimmen in (STEUER)geld
- als auch in zentralbank-geld = steuergeld
(w e r...zahlte den dies zurück ?)
und genau dies veranlagen sie u.a. in hedgefonds.

hier bedient sich eine kleine k a s t e = geldadel...
OHNE risiko beim staat = w i r !

sir karl popcorn
21
der vwl. nutzen von hedgefonds = gleich NULL !

warum wehrt sich dann grossbritannien so gegen die regulierungen?

nein, nein.
für england sind die hedgefunds von großer VW-bedeutung!

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 936

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.