Nach Luftangriffen im Gazastreifen um Schadensbegrenzung bemüht
Gaza - Nach mehreren israelischen Luftangriffen im
Gazastreifen hat die radikale Palästinenserorganisation Hamas Israel
eine Politik der Eskalation vorgeworfen. Zugleich erklärte die Hamas
am Freitag mit Blickrichtung auf den erneuten Raketenbeschuss Israels
vom Gazastreifen aus, sie stehe mit anderen palästinensischen Gruppen
in Kontakt, um die Einhaltung internationaler Abkommen zu
garantieren. Bei den Luftangriffen in der Nacht auf Freitag wurden
nach israelischen Angaben zwei Waffenschmieden und zwei Waffenlager
getroffen. Nach Angaben von Ärzten wurden drei Kinder verletzt. Den
Raketenangriffen ging am Donnerstag ein Raketenbeschuss aus dem
Gazastreifen voraus. Bei dem Angriff im Süden Israels wurde niemand
verletzt.
Mit den Angriffen habe die israelische Armee auf den erneuten
Raketenbeschuss Süd-Israels durch militante Palästinenser im
Gazastreifen vom Donnerstag reagiert, erklärten Militärsprecher. Im
Widerspruch zu den israelischen Militärangaben berichteten
Augenzeugen in Gaza am Freitag, eines der in der Stadt getroffenen
Gebäude sei eine Meierei gewesen. Die Anlage sei komplett zerstört
worden. Fünf Menschen seien durch Glassplitter und Trümmer leicht
verletzt worden. Nach Berichten von Augenzeugen waren die Kampfjets
gegen Mitternacht angeflogen. Anschließend folgte eine Serie von
Explosionen. Die Maschinen vom Typ F-16 hätten eine ehemalige
jüdische Siedlung im Zentrum des von der Hamas beherrschten
Gazastreifens bombardiert, die 2005 beim Abzug Israels geräumt worden
war. Dabei sei auch die Zentrale des Al-Aksa-Fernsehsenders der Hamas
beschädigt worden. In einigen der ehemaligen jüdischen Siedlungen
haben militante Palästinenser Ausbildungslager errichtet.
Die palästinensischen Parlamentswahlen vom Jänner 2006 hatte
die
Hamas mit absoluter Mehrheit gewonnen. 2007 wurde die Fatah, die
Bewegung von Präsident Mahmoud Abbas, nach einem blutigen Machtkampf
aus dem Gazastreifen verdrängt. Abbas löste damals die Hamas-geführte
Einheitsregierung unter Ismail Haniyeh auf und setzte in Ramallah ein
Notstandskabinett unter Salam Fayyad ein. Bei der dreiwöchigen
israelischen Gaza-Offensive waren Anfang vorigen Jahres 1400
Palästinenser und 13 Israelis getötet und über 5000 Palästinenser
verletzt worden. (APA/apn/dpa)