STANDARD-Umfrage

71 Prozent für Fischer, 13 für Rosenkranz

1. April 2010, 18:04
  • Artikelbild
    foto: standard/cremer

    Heinz Fischers Umfragewerte vor der Bundespräsidentenwahl am 25. April, für die das Market-Institut 60 Prozent Wahlbeteiligung erwartet, steigen - ohne dass er dafür sonderlich viel tun musste.

  • Artikelbild
    foto: standard/hendrich

    Rudolf Gehring ist vielen ÖVP-Wählern zu extrem.

Standard-Umfrage: Acht von zehn VP-Wählern für Amtsinhaber

Linz - Halbzeit im Präsidentschaftswahlkampf - und Amtsinhaber Heinz Fischer steht besser da als zu Beginn. Und zwar ohne, dass er dafür viel hätte tun müssen, wie Werner Beutelmeyer vom Linzer Market-Institut feststellt. Beutelmeyer hat zunächst nach Bekanntgabe der Kandidatur von Barbara Rosenkranz (FPÖ) die Chancen der damals bekannten Kandidaten abgefragt und ein Profil erstellt, wie die Bewerber von Wahlberechtigten eingeschätzt werden.

Vier Wochen später, gegen Ende der Karwoche, zeigt sich: Rosenkranz hat kaum Sympathien dazugewonnen, aber viele potenzielle Wähler verschreckt. Und der erst in der Vorwoche neu hinzugekommene Christen-Kandidat Rudolf Gehring ist für die meisten ein unbeschriebenes Blatt. Nur eine verschwindende Minderheit von zwei Prozent kann sich vorstellen, Gehring die Stimme zu geben.

der Standard ließ fragen: "Auch wenn Sie selber vielleicht noch nicht ganz sicher sind: Wem würden Sie eher Ihre Stimme geben, Heinz Fischer, Barbara Rosenkranz oder Rudolf Gehring?" Darauf nannten 71 Prozent Fischer - das sind sechs Prozentpunkte mehr als in der Vergleichsumfrage Anfang März. Barbara Rosenkranz nennen nur noch 13 Prozent, zuvor waren es 17 Prozent gewesen. Und nur zwei Prozent haben vor, Gehring zu wählen - so wenige, dass sich bei einer Stichprobe von 609 Befragten gar nicht seriös sagen lässt, woher diese Wähler kommen könnten.

Bei Rosenkranz würde man vermuten, dass die Anhänger von FPÖ, FPK und eventuell vom BZÖ halbwegs geschlossen hinter ihr stehen - aber das lässt sich aus den Umfragezahlen nicht erhärten. Dieses Lager ist in mindestens gleichem Maß bereit, Fischer zu wählen.

Als Fischer-Wähler bekennen sich etwa acht von zehn Wählern der SPÖ und der ÖVP - da herrscht kaum ein Unterschied in der Neigung zum Amtsinhaber, wohl aber in der Motivation, tatsächlich zur Wahl zu gehen. Drei Viertel der SPÖ-Anhänger, aber nur etwas mehr als die Hälfte der erklärten ÖVP-Anhänger sind "ganz sicher" , an der Wahl teilzunehmen.

Die von Market erhobenen Daten lassen eine insgesamt niedrige Wahlbeteiligung von rund 60 Prozent erwarten.

Beutelmeyer verweist auf eine mehrfache Sonderrolle der Grünen: "Sie sind stärker als die ÖVP-Wähler geneigt, wählen zu gehen, stehen sogar noch stärker hinter Fischer als die SPÖ-Wähler. Das lässt sich damit erklären, dass die Anhänger der Grünen diese Wahl nicht primär als eine Frage der Bestätigung von Fischer, sondern als eine der Verhinderung von Rosenkranz sehen."

Schon bei bisherigen ÖVP-Wählern ist die Neigung, Rosenkranz zu wählen, geschwunden, nur jeder 20. ÖVP-Anhänger gibt die FPÖ-Kandidatin an.

Grün-Wähler geben Rosenkranz vernichtende Noten: Nur ein Prozent meint, dass Rosenkranz Österreich würdig im Ausland vertreten könnte (in der Gesamtbevölkerung meinen das sieben Prozent). Die Grünen sind auch in besonders hohem Maß überzeugt, dass Rosenkranz für eine extreme Grundhaltung stehe und dass sie dem Ansehen des Landes schade.

Das Profil von Rosenkranz hat sich jedenfalls durchgehend verschärft - aber eben kaum zum Guten: Glaubten Anfang März noch 21 Prozent, sie könne Bundespräsidentin für alle Österreicher sein, so meinen das jetzt nur 13 Prozent. Dafür sagen 62 Prozent, Rosenkranz schade dem Ansehen des Landes. Nur elf Prozent meinen, sie sei den Aufgaben der nächsten Jahre gewachsen.

Ganz schwach ausgeprägt ist das Profil von Rudolf Gehring: Nur drei Prozent attestieren ihm politische Erfahrung und zwei Prozent, dass er schon etwas für Österreich geleistet habe. 21 Prozent meinen dagegen, er stünde für eine extreme Grundhaltung, immerhin halb so stark ausgeprägt wie bei Rosenkranz (41 Prozent) und knapp doppelt so stark wie bei Fischer (12 Prozent). Jeder vierte Befragte meint, Gehring lebe in einer Welt der Vergangenheit - bei Fischer nehmen das neun Prozent an, bei Rosenkranz 35 (mit steigender Tendenz, je mehr sie mit Nazi-Neigungen in ihrer Umgebung konfrontiert wird).

Nur 15 Prozent meinen, Gehring könnte ein Angebot für ÖVP-Wähler sein - die ÖVP-Wähler selbst glauben das übrigens überhaupt nicht, denn sie halten Gehring für zu extrem. (Conrad Seidl, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 2.4.2010)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 806
1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17
EUphoriker
00

"Grün-Wähler geben Rosenkranz vernichtende Noten: Nur ein Prozent meint, dass Rosenkranz Österreich würdig im Ausland vertreten könnte"

1% von 12% von 609: das macht dann ganze 0.7 befragte ;-)

Markus Stoneeh
 
01
und die propagandamaschine

arbeitet

Petzibär
24
die kirche könnte rosenkranz helfen

sie müsste einfach die hetzjagd der linken medien auf rosenkranz mit der verfolgung im nationalsozialismus vergleichen und nach dem künstlichen aufschrei des allseits beliebten muzikant hätte rosenkranz automatisch 20% der stimmen mehr. :-)

Anyuser
 
13
Toleranz ohne Werte wird zum Verbrechen

Unser Handeln braucht Werte
dringender denn je. In einer Gesellschaft in der jeder alles toleriert, auch Verbrechen gegen die Menschlichkeit braucht es jemanden der klare Worte dazu findet: Dr. Rudolf Gehring

Toni Meister
10
Jeder und alles

Dass jeder alles toleriert ist eine Erfindung.

A.B. Artig
 
22

Es sollte auch Ihnen bekannt sein, dass die freie Wahl eines Partners/einer Partnerin zu den Menschenrechten gehört. Herr gehring hat sich homosexualitaet gegenueber klar ablehnend positioniert und damit auch gegen menschlichkeit verstossen.

wwelv folig
03
[1]

Die meisten linken haben sich ja nie mit der Marxistischen theorie und praxis beschäftigt.
Und stattdessen glauben sie das Sozialismus ohne eigenen Leistung oder Arbeit, allein durch Umverteilung zum Wohlstand zu gelangen.
Aber ein Blick ins Kommunistische manifest allein müsste die Leute zum nachdenken anregen, denn da ist ausdrücklich vom gleichen Arbeitszwang vor allem die rede und von der Enteignung des Eigentums und der Abschaffung des Erbrechts und von starker besteuerung. Der Sozialistische Staat, ist ein Staat in dem das Individium keinen nennenswerten Besitz mehr hat sich auch kein Besitz erarbeiten kann und zur Arbeit gezwungen wird.
Im alten Rom nannte man so einen zustand Sklaverei, heute heißt es Sozialismus.

Ein Mahner
32
Es gibt auch Umfragen

nach denen Fischer 50% und Rosenkranz 42% erhalten. Deswegen wäre es fahrlässigst, nicht zur Wahl zu gehen, denn jeder Wahlverweigerer hebt die Chancen für Rosenkranz. Und dann gute Nacht Österreich, mit einer Bundespräsidentin, die zwar 10 Kinder hat, aber ansonsten nicht bis 10 zählen kann.

Alina Zak
10
faszinierend

wie blind manche sein wollen. man kann Rosenkranz vieles vorwerfen, aber unintelligent wirkt sie wirklich nicht. Klingte nach "Projektion" (siehe web was das bedeutet)

wenn 10 Kinder ein Zeichen von dummheit sein sollen, ist das nicht irgendwie rassistisch, wo viele Moslems 10 Kinder haben? :-)

A.B. Artig
 
11

Nicht die kinder, die geisteshaltung ist das problem!

Anti-mens
13
schön wäre eine wahlbeteiligung....

...weit unter 50%. das würde den stellenwert des BP verdeutlichen. den könnte man getrost abschaffen und seine räumlichkeiten in der hofburg für führungen zur verfügung stellen:

"hier verbrachte der damalige BP seine amtszeit hauptsächlich mit dem management von absoluten nebensächlichkeiten und repräsentierte." :-)

ich schätze, es werden gerade einmal 48% von der notwendigkeit dieser wahl überzeugt sein.

Mirabeau
02

Ich tippe auf bis zu 30% für die Rosenkranz.
Nicht weil sie so viele wählen werden, sondern weil so viele Fischer Wähler zu Hause bleiben werden, nach dem Motto:
Wenn er es eh sicher wird, wozu hingehen?
Danach werden dann wieder alle bestürzt und betroffen sein.

derfalke
84
Diese Standard-Umfrage repräsentiert die veröffentlichte Meinung,

die von einem linkslastigen Multikultizeitgeist gepaart mit einer kruden und künstlich aufgesetzten "political correctness" der herrschenden Medieneliten geprägt ist.

Dass es zwischen der veröffentlichten Meinung und der tatsächlichen öffentlichen Meinung in der Bevölkerung eine gewaltige Diskrepanz gibt, das wird uns das Wahlergebnis sehr klar zeigen.

Immer mehr aufgeklärte Bürger lassen sich nämlich vom linken Meinungsjournalismus nicht mehr beeinflussen und wählen deshalb die Kandidatin, die die Interessen der Österreicher - und nicht die der Migranten und Asylanten - vertritt.

Gerhard Schwarz
 
33

Wenn Sie schon so großen Einfluss des "linken Meinungsjournalismus" orten - verraten Sie mir bitte wenigstens den Namen einer linken Tageszeitung. Danke.

Josef Hehenberger
42

nun, dieses rosarote blatt ist sicher weder övp noch fpö-nahe. und da gibts jede menge anderer blätter.

Gerhard Schwarz
 
33

Und die halten Sie für "links"?

capricorno
02
Bis zur Wahl sind es noch 3 Wochen.

Nur das Ergebnis in der Wahlzelle entscheidet. Die Schweizer Volksabstimmung über das Minarettverbot war einmal wieder für mich der beste Beweis: Niemand glaubte an diesen Wahlausgang!

ora 600
00
ICH bin ein dummer, feiger , nichtssagender Mann ...

Der Meutejornalismus ist natütlich bemüht, mich zu diffamieren, der Journalismus wird aber das überstehen.
Die 113% ist, wie jede Statistik falsch.

ora 600
10
stoascheisserkoarl for ...

..präsi.
und die geschichte ist erledigt.

Alexander Patjomkin
67
BR ist eine kluge, mutige, bewunderswerte Frau,

Der Meutejornalismus ist natütlich bemüht, sie zu diffamieren, sie wird aber das überstehen.
Die 13% ist, wie jede Statistik falsch.
!3% sind mutig genug, das auch zu sagen,
mindestens so viel, traut das ncit, aber wird trotzden sie wählen. Noch 5 Jahre mit Fischer ??
Das ist aber Eure Sache, ich beobachte nur...

holeinone
00
Das ist ja ein Hammer !

Klug soll sie sein ? Warum, Argument bitte .
Mutig ???????????? Warum ?
Bewundernswert ? Na, toll. Das sollten Sie dem Forum erklären. Das ist schon weit hergeholt. Was soll man denn bewundern an B.R.

A.B. Artig
 
01
Kein mensch braucht rosenkranz zu diffamieren, das erledigt am allerbesten rosenkranz petsönlich

Toni Meister
22
Die restlose Mobilisierung der Dummheit

Die restlose Mobilisierung der Dummheit

Damit hat Friedrich Ebert ( Politiker, erster Reichspräsident in Deutschland ) einmal den Erfolg der Nationalsozialisten bezeichnet .

Alexander Patjomkin
00
13.4.2010, 23:23
Wer selber nie in einer echten Diktatur gelebt hat, wir nie verstehen,

wie das wirklich funktioniert. Wer drinnen gelebt hat, will vergessen. Deswegen wird man daraus nie was lernen.

ora 600
00
den nick find ich gut ...

nur der echte "Patjomkin" hat nicht nur beobachtet.
Kullissenbauer der Welt vereint euch ...

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 806
1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.