Felderer

IHS-Chef sieht Einheitswerte steigen

01. April 2010 12:41

Wenn sich die Regierung zu vermögensbezogenen Steuern durchringe, sei die Grundsteuer­erhöhung erster Kandidat

Wien - Ein vom Finanzministerium zur Begutachtung ausgeschickter Gesetzesentwurf hatWien - "Die Regierung wird nicht darum herumkommen, über eine Erhöhung der Grundsteuer nachzudenken", ist IHS-Chef Bernhard Felderer laut "Wiener Zeitung" überzeugt. Natürlich müsste man sehr vorsichtig vorgehen und dürfe die Einheitswerte nur moderat anheben - das sei besser, als Substanz bei Vermögen anzugreifen, so Felderer. Wenn sich die Regierung zu vermögensbezogenen Steuern durchringe, sei die Grundsteuererhöhung dafür der erste Kandidat. Jene sei auch die einzige Steuer, die man ohne großen Schaden für den Wirtschaftsstandort erhöhen könne, sagt Felderer zur "Wiener Zeitung".

Sowohl IHS als auch das Wirtschaftsforschungsinstitut hätten dafür Berechnungen angestellt, heißt es in dem Bericht. Eine Anhebung des Einheitswertes - mit oder ohne Land- und Forstwirtschaft und Ausnahmen für Eigenheimbesitzer - könnte Mehreinnahmen bis zu 1,2 Milliarden Euro bescheren.

Modernisierung oder nicht

Hintergrund dieser Diskussion ist eine Verschiebung der Hauptfeststellung der Einheitswerte durch Finanzminister Josef Pröll. Die Bewertung von land- und forstwirtschaftlichem Grund und Boden, die sogenannten Einheitswerte, wurde zuletzt im Jahr 1988 festgelegt, nie an die Inflation angepasst und sind dementsprechend veraltet. Bei den aktuellen Diskussionen um Steuerreformen war davon ausgegangen worden, dass es auch zu einer Modernisierung - also Anhebung - dieser Werte kommen müsse.

Allerdings war zuletzt im Finanzministerium von hohem Verwaltungsaufwand die Rede, weshalb im Gesetzesentwurf davon Abstand genommen wurde. Der Pressesprecher von Finanzminister Josef Pröll, Harald Waiglein, sagte jüngst zur Austria Presseagentur, es fehle der politische Wille; mitten in der Krise wolle man nicht eine Grundsteueranhebung durchführen. (red)

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11 Postings
amber103
02.04.2010 09:56
Unkenntnis der Gesetzeslage ließ die Neubewertung der landwirtschaftlichen Einheitswerte scheitern

Der landwirtschaftliche Einheitswert ist laut Gesetz der 18 fache Reingewinn. Als Lohnansatz gilt jener der Industriearbeiter. Da die Preise für landwirtschaftliche Produkte eher sinken statt steigen (Weizen 1954:180€/t 2009:110€/t) die Löhne in der Industrie aber doch steigen würde eine Neubewertung der Einheitswerte heute fast flächendeckend negative(!) Werte ergeben.

Die bäuerliche SV berechnet ihre Beiträge zwar vom Einheitswert, erhöht aber jährlich die Faktoren für die Beitragsgrundlage. So betrug das gesamte Einkommen aus Land und Fortswirtschaft lt. statisik.at 1,7Mrd€ (ein Beträchlticher teil davon stammt von Forstwirtschaftlichen Großbetrieben)
Die Einnahmen der SVB betrugen 800Mio€. Der Staat nimmt den Bauern über 50% ab.

OGHaha
01.04.2010 19:33
Richtig, denn die grosse Kohle bringen nur die Massensteuern.

Jeder muss wohnen, jeder bezahlt Grundsteuer.

Die Bauern werden irgendwie sonst entlastet.
Damit stimmt auch die ÖVP zu.

Dilbert
01.04.2010 15:20

Auch das wird die ÖVP verhindern.

Eman Gnitsop
 
01.04.2010 15:24
Ist natürlich zu hoffen.

Ich bin der Meinung...
01.04.2010 17:58
Die verkehrte Welt

des Posting-Name(n)!

Jim Kirk
01.04.2010 16:52

Bekommst nicht genüg Förderung von der EU?

Religion Opium des Volkes? Marx kannte wohl kein TV
01.04.2010 13:34
Falsche Schlussfolgerung.

"Wenn sich die Regierung zu vermögensbezogenen Steuern durchringe, sei die Grundsteuererhöhung dafür der erste Kandidat."

Soweit richtig.

Und genau das ist der Grund, warum der Lagerhaus-Pepi lieber an Möst, MWSt und einer CO2-Steuer sowie am 13. und 14. Gehalt herumspielen wird, als auch nur den Hauch eines Gedankens an vermögensbezogene Steuern zu verschwenden.

Hubert Hawkins
01.04.2010 15:55
13. und 14.

Von der reduzierten Besteuerung des 13. und 14. profitieren eindeutig jene mit höherem Einkommen. Hier mit einer Umverteilung anzusetzen - daran ist schon Andreas Staribacher gescheitert.

Zinnmo
 
01.04.2010 13:29
Die wahren Profiteure der niedrigen Grundsteuern sind nicht die Bauern.

Es sind die Eigenheimbesitzer. Bei den Bauern profitieren nur die, die Bauland haben und teilweise horten. Das ist aber nur eine Minderheit.
Ackerland ist im Vergleich dazu extrem billig, Grünland kriegt man fast geschenkt. Mit einer angemessenen Grundsteuer käme auch mehr Bauland auf den Markt, bzw. würde zurück gewidmet.

Thomas Bayer
01.04.2010 17:39
Jeder zahlt Grundsteuern

Die Grundsteuer wird normalerweise über die Nebenkosten auf die Mieter umgelegt.

ecard
01.04.2010 16:57

verstehe ich nicht ganz, warum sollte ein Bauer das Bauland wieder in Wiese rückwidmen, auch bei einer höheren Grundsteuer, wäre das Bauland soviel mehr wert und irgendwann kaufts ja wer... und dann kommt die Riesenkohle. Abgesehen von dem Bestechungsgeld für den Bürgermeister der umwidmet doch ein Riesengeschäft für die Bauern?

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