Spenden für Haiti doppelt so hoch wie erhofft

31. März 2010, 22:58
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    foto: apa/peter foley

    Erfolgreiche Geberkonferenz mit UN-Sonderbotschafter Bill Clinton (R), US-Außenministerin Hillary Clinton (L), Uno-Generalsekretär Ban Ki-moon (2-L) und Haitis Präsident Rene Preval

Geberkonferenz hat Erwartungen übertroffen - 9,9 Milliarden Dollar für Haiti - Insgesamt benötigt die Regierung 11,5 Milliarden Dollar zum Wiederaufbau

7,8 Milliarden US-Dollar (fast sechs Milliarden Euro) haben die Teilnehmer der Geberkonferenz für Haiti zugesagt. Das ist doppelt so viel wie die Vereinten Nationen vom Treffen in New York erhofft hatten

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New York / Wien - Noch vor Ende der Geberkonferenz in New York haben die Vereinten Nationen doppelt so viel Geld wie erhofft für das von einem Erdbeben heimgesuchte Haiti gesammelt. Innerhalb der ersten Stunden der Konferenz mit mehr als 140 Staaten hatten 16 Nationen und Institutionen 7,81 Milliarden Dollar (5,8 Milliarden Euro) zugesagt. Die Gastgeber UN und USA hatten 3,9 Milliarden Dollar zum Ziel erklärt, diese Summe werde für den Wiederaufbau des Landes in den nächsten 18 Monaten gebraucht. Langfristig, gerechnet wird mit etwa zehn Jahren, seien 11,5 Milliarden Dollar nötig.

Investitionen

Drei Viertel des Geldes kamen von drei großen Spendern. US-Außenministerin Hillary Clinton sagte dem Land 1,15 Milliarden Dollar aus Washington zu. Das Geld solle in Landwirtschaft, Gesundheitswesen, Energieversorgung und Verwaltung des Landes investiert werden.

Spender Venezuela und Interamerikanische Entwicklungsbank

Für eine große Überraschung sorgte Venezuela, das Haiti fast doppelt so viel versprach: Fast 2,12 Milliarden Dollar will Caracas spenden, wenn auch knapp die Hälfte davon über zehn Jahre verteilt. Übertroffen wurde Venezuela von der Interamerikanische Entwicklungsbank: Die IDB will mit 2,2 Milliarden Dollar etwas mehr als Venezuela zahlen, vier Fünftel davon aber auch über die Dekade verteilt.

Aktionsplan

Bei dem Beben am 12. Januar waren mehr als 220 000 Menschen ums Leben gekommen, etwa 1,3 Millionen wurden obdachlos.

Uno-Generalsekretär Ban Ki-moon hatte die Teilnehmer des Treffens eingangs zu "vollständiger und großzügiger Unterstützung" aufgefordert, um dem Karibikstaat eine "bessere Zukunft" zu ermöglichen. Haitis Präsident Rene Preval wollte einen "Aktionsplan für nationalen Wiederaufbau und Entwicklung" vorstellen, bei dem vor allem der Wiederaufbau staatlicher Institutionen und Strukturen im Mittelpunkt stehen sollte.

Haiti war bereits vor dem Beben das ärmste Land in der westlichen Hemisphäre. Die Geberkonferenz am Mittwoch, war auch nicht die erste für den armen Karibikstaat: Vor knapp einem Jahr hat bereits eine solche stattgefunden.

Clinton: "Großen Chance für Haiti"

UN-Sonderbotschafter Bill Clinton spricht in der jetzigen Situation von einer "großen Chance", einen "modernen, autarken Staat" aufzubauen. Dafür müssten die internationalen Hilfsorganisationen vor Ort besser zusammenarbeiten und einander koordinieren, mahnte Weltbank-Chef Robert Zoellick. Die Haitianer sollten den Wiederaufbau selbstverantwortlich leiten, die Geberstaaten ihnen dabei den Rücken stärkten.

32 Millionen aus Österreich

Einzelspenden aus Österreich für Haiti machten innerhalb der ersten zwei Monate nach dem Beben laut Fundraising Verband Austria 32 Millionen Euro aus. Rund die Hälfte davon durch "Nachbar in Not". Weitaus mehr war nach dem Tsunami (54 Millionen Euro) zusammengekommen. Am meisten, nämlich 73 Millionen Euro, spendeten die Österreicher 2002 nach dem Hochwasser im eigenen Land. (dpa, spri) (spri, DER STANDARD Printausgabe 1.4.2010)

vienna austria
07
das ist mehr geld als es nach dem 2. weltkrieg zum wiederaufbau europas gab...

aber wetten es wird nicht reichen.

die bezahlen die leute dass sie den schutt wegräumen.
...selbst würd da niemand auf die idee kommen.

Matthias Fuchs
 
00

Wer keine Ahnung hatte sollte das Posten wirklich lassen ...

Vielleicht haben Sie schon etwas von dem Begriff "Inflation" gehört, aber wie mir scheint dürfte das ein Fremdwort für Sie sein.

Zumindest laut Wikipedia entspricht der damals eingesetzte Geld-Betrag etwa 100 Mrd USD, also dann doch ein bischen mehr.

molekühl
00

Sie konnten soeben beobachten, wie der Wert eines Landes durch ein Erdbeben verdreifacht wurde.

's koite Sopherl
00
jetzt moment....

Spendenzusagen gabs nach irgendwelchen Katastrophen immer wieder in unbeschreiblicher Höhe. Waren meist das Papier nicht wert auf dem sie stehen. Entweder hat mans "vergessen", niemanden gefunden der zuständig ist, keine passenden Projekte ausfindig gemacht, oder schlicht weg Wirtschafsförderung (der eigenen Wirtschaft) über den Umweg der Hilfsaktion betrieben. Man möge sich da nur Österreichs Verhalten bei der Entwicklungshilfe anschaun.

Das Thema ist damit gegessen, interessieren tuts in ein paar Monaten niemanden mehr (außer den Betroffenen) und die Geberländer haben sich ein "ach so selbstloses" Hilfsmascherl umgebunden.

Würd mich aber doch freuen, wenn sich mein Postig als falsch und unhaltbar herausstellt.

KS

Martha B.
00
Welche Regierung?

Ca. die Hälfte wird versickern ...

sabber
01
Nur

die Hälfte? Optimist.

Ruskij
00

Na, es gibt ja auch noch gute Nachrichten. Jetzt können wir nur mehr hoffen, dass das Geld auch die tatsächlich Hilfsbedürftigen erreicht und nicht auf irgendwelchen obskuren Wegen an die Machthaber / das Militär fließt.

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