"Freiheit für die Wiener Wiesen"

31. März 2010, 14:07
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Eine Facebook-Gruppe will, dass das Liegeverbot fällt - Die Bundesgärten sehen in der Security einen notwendigen Schutz gegen Vandalismus

Wien - In den städtischen Parks Wiens ist es vor fast drei Jahren gefallen, in den Bundesgärten gilt es hingegen nach wie vor: das wenig geliebte Liegeverbot. Seit Kurzem sind wie schon in den vergangenen sechs Jahren wieder private Sicherheitsleute im Burg- und Volksgarten sowie auf dem Theresien- und Heldenplatz unterwegs, um für dessen Einhaltung zu sorgen. Neu ist heuer, dass eine Facebook-Gruppe "Freiheit für Wiener Wiesen!" fordert.

"Staatlich bezahlte Securities vertreiben einen bei Niederlassung auf den saftigen Grünflächen sofort mit dem Kommentar, dass es beim Heldenplatz voraussichtlich bald eine abgeschlossenen Liegebereich geben wird", heißt es in der Beschreibung der Gruppe, der das Motto "Uns gehört die Stadt!" vorangestellt ist. Es sei anfangs zu "Missverständnissen" mit den Security-Mitarbeitern gekommen, die den Platz "leer geputzt" hätten, räumt Bundesgärtenverwalter Gerd Koch gegenüber derStandard.at ein. Im Sicherheitsdienst sieht er aber eine notwendige Maßnahme, um "den Vandalismus im Zaum zu halten".

"Täglich werden Pflanzen abgerissen"

So seien heuer im Burggarten, wo es eine zentrale, vom Liegeverbot unberührte Wiese gibt, bereits 14 Steinvasen zerstört worden, täglich würden Pflanzen abgerissen. "Wenn wir nicht am Schluss eine teure Generalsanierung wollen, ist ein Sicherheitsdienst gefordert, der für Ruhe und Ordnung sorgt", so Koch. Wobei es eine wichtige Aufgabe des Wachdienstes sei die Besucher "zu informieren".

Hinsichtlich des Heldenplatzes würde Koch aus stadtgärtnerischer Sicht einen Liegebereich auf den Wiesen in Ringnähe begrüßen. Ein striktes Liegeverbot auf dem riesigen Platz zu exekutieren scheint allein aus pragmatischen Gründen schwer möglich. So werden derzeit vor allem etwa Radfahrer verwarnt, die den Weg durch die Wiese suchen. Edith Czap von der Burghauptmannschaft beklagt die mangelnde Solidarität der Parkbesucher: "Bevor die Wiesen täglich gereinigt werden, sieht es oft aus wie auf einer Müllhalde." (glicka, derStandard.at, 31. März 2010)

  • Bundesgärten sind zumindest offiziell nach wie vor keine Liegewiesen. Eine Facebook-Gruppe verheißt hingegen: "Uns gehört die Stadt!"
    foto: derstandard.at/schersch

    Bundesgärten sind zumindest offiziell nach wie vor keine Liegewiesen. Eine Facebook-Gruppe verheißt hingegen: "Uns gehört die Stadt!"

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