Superhacker spielte "Catch me if you can"

31. März 2010 11:00
  • Artikelbild

    Kreditkartendieb zu 20 Jahren Haft verurteilt

Wie "Soupnazi" im Doppelpass zwischen Geheimdienst und Geheimbande abschöpfte

20 Jahre Gefängnis: Damit fasste, wie berichtet, der als "Soupnazi" tätige Hacker Albert Gonzalez die härteste Strafe aus, die je in den USA für Datenmissbrauch verhängt wurde. Seine im Prozess bekanntgewordene Geschichte würde sich als Drehbuch eignen.

Die kriminelle Karriere des achtjährigen Albert begann 1990 mit einem Virus. Sein Vater, ein Gärtner, in den Siebzigern auf einem selbstgebauten Floß von Kuba nach Florida geflohen, hatte ihm einen PC geschenkt. Es dauerte nicht lange, da hakte das Gerät, infiziert von einem Virus. Um den Fehler zu finden, fing das hochintelligente Einwandererkind an, zu forschen. Gonzalez junior saß so lange hypnotisiert vor dem Bildschirm, bis er es meisterhaft verstand, Viren auf die Schliche zu kommen - und sie für eigene Attacken einzusetzen.

2003 erstmals im Gefängnis

Schon nachdem er den Code eines indischen Regierungscomputers geknackt hatte, interessierten sich die FBI-Ermittler für das Talent des Cyberkids. Und als er 2003 erstmals hinter Gittern landete, heuerte ihn der Secret Service an, um Hacker auszuspionieren - um 75.000 Dollar pro Jahr.

Aber während Gonzalez unter dem Decknamen Cumbahjonny Konkurrenten anschwärzte, klaute er selbst eifrig Daten, beim Handelskonzern TJX und Supermarktketten wie Hannaford und 7-Eleven, in Buchläden von Barnes & Noble oder Restaurants von Dave & Buster's. Als "segvec" und "soupnazi" führte der begnadete Autodidakt ein Netzwerk digitaler Diebe von den USA bis nach Russland und in die Ukraine.

"Reich werden oder beim Versuch sterben"

"Operation reich werden oder beim Versuch sterben" nannte Gonzalez sein kriminelles Unternehmen. Das Ziel: 15 Millionen Dollar erbeuten, eine Jacht kaufen und in den Ruhestand gehen. Zumeist machten Gonzalez und Komplizen erbeutete Kreditkarten-Infos auf dem Schwarzmarkt zu Geld. Aber manchmal fuhren sie selbst zu Geldautomaten, um aus dem Vollen zu schöpfen.

Die Hacks gegen TJX und andere Unternehmen, für die Gonzalez jetzt verknackt wurde, begannen 2005 in Miami mit "war-driving", bei denen er mit dem Laptop auf der Suche nach schlechtgeschützten Funknetzen von Shops den Highway entlangfuhr. Sobald es gelang, sich in ein TJX-Geschäft einzuhacken, arbeitete sich Gonzalez bis zu den Konzernservern vor und installierte "Packet Sniffers", um den Datenverkehr bei Kartenzahlungen auszuspähen. Gonzalez gelang es auch, die PIN-Verschlüsselung von Magnetstreifen zu knacken, womit gefälschtes Plastik hergestellt werden konnte.

Von 2,8 Mio. Dollar Bargeld, die er an Automaten abhob, kaufte er im sonnigen Miami eine schicke Wohnung, dazu ein schnittiges Auto aus bayerischer Produktion, Rolex und einen teuren Ring für die Freundin. Rund eine Million verbuddelte er im Garten seines ahnungslosen Vaters.(Frank Hermann aus Washington/ DER STANDARD Printausgabe, 31. März 2010)

 

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 42
1 2
Linus Tintifax
13.04.2010 12:52
eigenartig

der typ ist offennar hochintelligent und trotzdem hat er in all den jahren keine lösung gefunden wie man möglichst unbemerkt BLEIBT bzw. beweise unbrauchbar macht oder gleich keine hinterlässt. auch für die erstellung eines gewiften fluchtszenarios hatte er anscheinend keine zeit. irgendwie schon eigenartig wenn man bedenkt, mit wem sich der knabe da angelegt hat...naja, offenbar kennt sich gonzales nur mit computern wirklich gut aus.

Heimwerkerkönig
 
01.04.2010 14:42
"Gonzalez gelang es auch, die PIN-Verschlüsselung von Magnetstreifen zu knacken"

Das konnte man schon in den 80ern....

eM.
01.04.2010 12:17
2,8 Mio. am Automaten

... abgehoben. Wenn man ein Limit von $400.- annimmt und 1 Abhebung pro Tag, brauchts 19 Jahre für die Abhebungen. Bei sechs Abhebungen täglich immerhin noch 3 Jahre?!?
Nur so ...

Wittiko Bachmann
 
03.04.2010 09:27
ist mir neu???

Mit einer Kreditkarte, gibt es z.b. bei der Black Visa ein Tageslimit von bis zu 25.000 Euro Tageslimit! also nix mit 400 ;)

phobetor
04.04.2010 22:56

glaub es ging eher um den vergleich wenn man das legal macht. der typ hat ja verschiedene karten benützt, dh. er kann abheben bis der bankomat leer ist. muss by the way ein extrem cooles gefühl sein.

Ava Tar
01.04.2010 02:21
75.000 Dollar pro Jahr

ist für so einen Spezialisten aber nicht mehr als ein Taschengeld

Gut, 15 Millionen hätte er auch im Silicon Valley nicht in einem Jahr verdient^^

solandre
 
01.04.2010 02:13

lieber herr hermann

seitwann schreibt man in einer tageszeitung "verknackt" statt "verurteilt"? haben sie zuviel in internetforen gesurft oder ist facebook bei ihnen schon ausgebrochen?

mfg

the troll without a name
02.04.2010 14:19

wieso facegbook ausgebrochen, wurde das etwa auch verknackt ?

Metaethischer Nihilist
01.04.2010 13:21

Geh, bitte! Sprachkonservativen sollen sterben.

Darius Minor
01.04.2010 14:17
Es lebe den Akkusativ!

Will Lightbody
01.04.2010 11:10

"verbuddelte" gefällt mir auch nicht...

take it easy
01.04.2010 11:53

...ob sie die Moneten schon gefunden haben?
wie war nochmal die Adresse? ;)

da tschekkson
01.04.2010 01:00

no soup for you!

Darius Minor
01.04.2010 00:59
Typischer BMW-Fahrer halt.

Linus Tintifax
13.04.2010 12:46
womöglich war er ja ein audi-fahrer

die sind die allerschlimmsten...

badoli from Hell
06.04.2010 10:42

Wos?! BMW-Fahrer sind superintelligent?! Des wär mir aber wirklich neu...

Heavyweather
01.04.2010 00:22
Wenn er so gscheit war und so gierig

...warum hat er dann keine Bank gegründet :)))

Eine Kreatur
11.04.2010 12:51
er hatte moralische grundwerte

;-))))

maruh
31.03.2010 19:01

lol

wtf ist ein "Superhacker" ??

Karl Heinz dein Geld ist meins........
 
31.03.2010 17:51
Ich glaube nicht das der in ein normalen Heffen geht wird wohl eher ein CIA Bunker sein wo er dann 20 Jahre weiterhecken muss.

Heavyweather
01.04.2010 00:18

Ja...aber die Berichte darf er nur auf Papier and die FBIer schicken...

heri byrd
31.03.2010 16:09

Die kriminelle Karriere des achtjährigen Albert begann 1990 mit einem Virus.

viren entfernen - schwer kriminell

Böse Zungen behaupten:
31.03.2010 15:33
"Operation: Get rich or die tryin"

da hat wohl unser lieber hacker ein bissl zu viel 50 cent gehört

Heavyweather
01.04.2010 00:19

Epic Fail...
beides nicht geschafft. Oder darf er seine Wohnung und den BMdoubleU behalten?

PeterMehl
31.03.2010 16:27
genau das wollt ich auch grad schreiben...

...auf englisch wirkts doch ein bisschen "cooler"

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 42
1 2

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.