Auch pflanzliches Fett kann gesundheitsschädlich sein
Aachen - Pflanzliches Fett gilt im Allgemeinen als gesund - das stimmt allerdings nur bedingt. Denn zwischen wertvollen Ölen in der Flasche und preiswertem Pflanzenfett in vor allem stark verarbeiteten Lebensmitteln steht ein technologischer Härtungsprozess, der zum Teil schädliche Transfettsäuren hervorbringt, teilt die Fachgesellschaft für Ernährungstherapie und Prävention in einer Aussendung mit.
Schädliche Transfette durch industrielle Härtung
Die von Natur aus in geringen Mengen in tierischen Fetten vorkommenden Transfette sind eher unbedenklich. Anders sieht es hingegen bei denjenigen aus, die während der industriellen Fetthärtung entstehen. Diese beeinträchtigen den Stoffwechsel sowie die Funktion natürlicher Fette und erhöhen den Serumspiegel an unerwünschtem LDL-Cholesterin. Zudem begünstige laut Studien ein hoher Konsum die Ausbildung von Übergewicht, insbesondere des risikobehafteten Bauchfettes. Transfette fördern somit Erkrankungen des Herzkeislaufsystems.
Fett ist nicht gleich Fett
Bis in die Neunziger entstanden große Mengen der unerwünschten Fette während der Margarineherstellung. Dank neuer Technologien ist der Gehalt in hochwertigen Produkten heute gering. Anders sieht es bei Lebensmitteln aus, in denen der Verbraucher die Transfette weniger vermutet. Ein Blick auf die Verpackung lohnt sich: Verweist die Zutatenliste auf "gehärtetes Fett" oder "pflanzliches Fett, zum Teil gehärtet" können die schädlichen Substanzen enthalten sein. Doch über den wirklichen Gehalt schweigt das Etikett. Backwaren wie Kekse und Blätterteig, Pommes frites oder Kartoffelchips sind zum Teil hoch belastet. Selbst innerhalb eines Produktes kann der Gehalt von 0 bis 35 Prozent schwanken, wenn Öle verschiedener Herkunft und Herstellungsweisen verarbeitet sind. Auch Fertigprodukte, vor allem Instantvarianten, enthalten gehärtete Pflanzenfette. Diese sind billiger und gewähren eine höhere Stabilität und damit Haltbarkeit.
Transfettsäuren entstehen auch beim Hocherhitzen von Ölen, wie etwa beim Frittieren. Wird beispielsweise Palmfett statt Öl verwendet, nimmt man zwar nicht weniger Fett auf, es entstehen jedoch nur sehr geringe Mengen der schädlichen Fettsäuren. (red)